Krise an der Pädagogischen Hochschule Thurgau: Rückzug der dringlichen
Interpellation im Grossen Rat

Der für Mittwoch im Thurgauer Kantonsparlament angekündigte Vorstoss wegen der umstrittenen Freistellung des Prorektors an der Pädagogischen Hochschule wird zurückgezogen. Der Ball liegt bei der GFK, die den Fall untersuchen will.

Silvan Meile
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Die Pädagogische Hochschule Thurgau in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Die Pädagogische Hochschule Thurgau in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Die vier Kantonsräte, die mit einer dringlichen Interpellation verschiedene Fragen zur Pädagogischen Hochschule Thurgau (PH) einreichten, ziehen ihren Vorstoss an der Grossratssitzung vom Mittwoch wieder zurück. Das bestätigt einer der Interpellanten, Peter Dransfeld (GP, Ermatingen), auf Nachfrage.

Von verschiedenen Seiten des Parlaments seien sie um den Rückzug ersucht worden. Dies hauptsächlich vor dem Hintergrund, dass sich im Anschluss an die Sitzung des Grossen Rates die gesamte Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK) zu einer ausserordentlichen Sitzung trifft. Zu dieser sind auch die Mitglieder des PH-Hochschulrates vorgeladen. Sie haben die umstrittene Freistellung des Prorektors beschlossen.

Hoffen auf einen «geeigneten Umgang mit der Befangenheit»

«Wir haben den Eindruck bekommen, dass die GFK dieses Thema nun mit grosser Ernsthaftigkeit angeht, so dass auch gegenüber Personal und Bevölkerung ein Zeichen des Vertrauens entsteht», sagt Dransfeld. Er hoffe, dass dabei auch der GFK-Präsident «einen geeigneten Umgang mit der Befangenheit findet».

Walter Hugentobler (SP, Matzingen) präsidiert die GFK wie auch den Förderverein der PH. Dort ist er unter anderm mit PH-Rektorin Priska Sieber und Hochschulratspräsident Hans Munz im Vorstand. Beide spielen eine Rolle in der umstrittenen Freistellung.

124 Mitarbeiter schreiben sämtliche Kantonsräte an

Nun haben sich 124 Mitarbeiter der PH und der Pädagogischen Mittelschule in einem Brief auch noch an alle Kantonsräte gewandt. «Weder der Regierungsrat noch der Hochschulrat oder die Hochschulleitung scheinen sich bewusst zu sein, welchen nachhaltigen Reputationsschaden die gesamte Lehrerbildung im Kanton gerade nimmt», heisst es darin.

«Wir bitten Sie, sich für eine unabhängige und lückenlose Untersuchung der Vorgänge einzusetzen und dabei zu helfen, diese undurchsichtige Situation aufzuklären, damit daraus Lehren für die Zukunft gezogen werden können.»

Im vergangenen November sickerte durch, dass der langjährige Prorektor Matthias Begemann die PH per sofort verlassen muss. Das sorgt bei grossen Teilen der Mitarbeiter bis heute für grosse Unruhe.