Kreuzlingen
Gerangel, Schläge und unsportliche Gesten – nach dem Skandalspiel sagt der Präsident des SC Kreuzlingen: «Der Auftritt hat dem Wassersport geschadet»

Die Finalspiele um den Titel des Schweizer Wasserballmeisters sind heiss umkämpft. Die Partie zwischen den Lugano Sharks und dem SC Kreuzlingen hat das gezeigt und wurde zu einem Skandalspiel. Max Wicker, Präsident des SC Kreuzlingen, nimmt Stellung.

Robin Bernhardsgrütter
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Die Kulisse im Freibad Hörnli während des hitzigen Wasserballspiels.

Die Kulisse im Freibad Hörnli während des hitzigen Wasserballspiels.

Bild: Mario Gaccioli

Nachdem Kreuzlingen überraschend das erste Playoff-Spiel für sich entscheiden konnten, waren die Luganesi unter Zugzwang. Die zweite Partie am Samstag im Hörnli Kreuzlingen wurde umso hitziger.

«Es war zu Anfang ein Finalspiel, wie man es kennt. Es geht um alles und da waren natürlich auch alle ein wenig nervös», sagt Max Wicker, Präsident des SC Kreuzlingen. Die ersten zwei Viertel sei auch alles normal verlaufen und Kreuzlingen hatte die Partie im Griff.

Max Wicker, Präsident SC Kreuzlingen.

Max Wicker, Präsident SC Kreuzlingen.

Bild: Manuela Olgiati

Doch im dritten und vierten Viertel wurde aus blosser Härte dann Unsportlichkeit. Wicker:

«Es gab ein grösseres Gerangel vor dem Tor der Luganesi. Ein Tessiner Spieler hat sich dann besonders unsportlich verhalten.»

Der Spieler Pablo Bortone von den Lugano Sharks stieg aus dem Wasser, schmiss die Spielerkappe in Richtung des Kampfgerichts und trat auf das Zelt ein, unter dem die Ersatzbank war. Er bekam die rote Karte, was zu noch mehr Aufruhr führte.

Ein weiterer trauriger Höhepunkt

Die Schiedsrichter waren gegen Ende des Spiels bemüht, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bringen, aber völlig überfordert mit der Situation. Auch eine Schlägerei zwischen Goran Fiorentini von Lugano und Joel Herzog von Kreuzlingen war ein weiterer trauriger Höhepunkt in der Partie. Beide bekamen die rote Karte.

Am Schluss der Partie wurde den Kreuzlingern auch noch ein klarer Penalty verwehrt und beim Gegenangriff wurde ein solcher Penalty dann den Luganesi zugesprochen.

Spieler legt sich mit Publikum an

Die Unsportlichkeiten gipfelten am Ende des Spiels. «Es gab kein Shakehands und die Auszeichnung für den Best Player konnte auf der Seite der Luganesi nicht durchgeführt werden», sagt der Kreuzlinger Präsident. Wasserball sei zwar ein harter Sport, aber ein fairer. Die Rangeleien während der Spiele seien mit dem Shakehands eigentlich jeweils vergessen.

Beim Heraussteigen aus dem Wasser haben sich die Tessiner noch mit dem Publikum angelegt und sich mit unsportlichen Gesten in Richtung der Zuschauerrängen noch unbeliebter gemacht. Die Tribüne reagierte mit Pfiffen auf die Unsportlichkeiten.

Man will die Antwort in Lugano im Wasser geben

Die Mannschaft von Kreuzlingen habe nach dem Spiel sehr verantwortungsvoll reagiert. «Was ich in der Mannschaft gehört habe, ist, dass man die Antwort beim Spiel am Dienstag in Lugano im Wasser geben will. Über die umstrittene Schiedsrichterleistung hat die Mannschaft gar nicht gross geredet. Das sind Tatsachenentscheide und die akzeptieren wir», sagt Max Wicker.

Der Kreuzlinger Präsident findet es schade, dass der Wassersport mit solch einer Partie auf sich aufmerksam macht. «Der Auftritt hat dem Wasserball geschadet.»

Es geht um viel

Der SC Kreuzlingen habe auch keinen Protest eingelegt und konzentriere sich jetzt voll auf das Spiel am Dienstag im Tessin. Kreuzlingen will in der Best-of-five-Serie die Vorteile wieder auf seine Seite holen und wird neutral ins Wasser steigen. Präsident Max Wicker betont aber:

«Ob die Spieler dann auch in einem hitzigen Spiel so ruhig bleiben, wie sie sagen, wird sich zeigen.»

Nach dem Auswärtsspiel am Dienstag im Tessin wird es für die Kreuzlinger dann am Donnerstag im Hörnli im Spiel vier wieder um viel gehen. Die Lugano Sharks sowie der Kreuzlinger Wasserballverantwortliche waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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