Krebsregister: Der Thurgau schliesst sich der Ostschweiz an

Das Krebsregister Thurgau wird in das künftige Krebsregister Ostschweiz überführt.
Um den eigenständigen Betrieb nachhaltig sicherzustellen, fehlt dem Thurgauer Register die nötige Grösse.

Silvan Meile
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Im Kantonsspitals Münsterlingen werden Organteile auf Krebszellen untersucht. (Bild: Reto Martin)

Im Kantonsspitals Münsterlingen werden Organteile auf Krebszellen untersucht. (Bild: Reto Martin)

Der Thurgau übergibt sein Krebsregister in die Hände der Krebsliga Ostschweiz. Der Regierungsrat hat eine entsprechende Leistungsvereinbarung genehmigt. «Durch die Übernahme des Krebsregisters Thurgau entsteht ein regional gut verankertes Krebsregister für die ganze Ostschweiz, das die gesetzeskonforme Umsetzung der Krebsregistrierung längerfristig sichert», schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Im Rahmen einer Standortbestimmung sei man im Kanton Thurgau zum Schluss gekommen, dass dem eigenen Krebsregister die Grösse fehle, um den Betrieb nachhaltig zu sichern. Das hat auch damit zu tun, dass ab 1. Januar 2020 das nationale Krebsregister eingeführt wird, was Anpassungen zur Folge hat. «Es gibt Änderungen in der Erfassung», sagt Regula Schneider von der Krebsliga Ostschweiz.

Der Zusammenschluss sei gut überlegt und erfreulich. «Wir übernehmen ein sehr gut aufgestelltes Krebsregister.» Auch beim Kanton ist man voll des Lobes: Mit dem von der Krebsliga Ostschweiz geführten Krebsregister St. Gallen – Appenzell – Fürstentum Liechtenstein habe ein idealer Partner gefunden werden können.

Keine finanziellen Auswirkungen

Durch den Anschluss an das Krebsregister in St. Gallen wird die bestehende Leistungsvereinbarung zwischen dem Thurgau und der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung aufgehoben. Seit 2012 war diese für die Erfassung von Krebsneuerkrankungen und ihren Verlauf im Thurgauer Krebsregister zuständig.

«Diese Daten bilden die Grundlage, um die medizinische Versorgung zu optimieren, Rückschlüsse auf die Entstehung von Krebserkrankungen zu gewinnen, zielgerichtet Forschung zu betreiben und Vorsorgemassnahmen einzuleiten», schreibt der Kanton. Die Datenlieferungen an das nationale Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung haben sich durch eine hohe Qualität ausgezeichnet.

Grosse Erfahrung in St.Gallen

Finanziell habe der Anschluss ans Ostschweizer Krebsregister keine Auswirkungen, sagt der Thurgauer Kantonsarzt Olivier Kappeler. Bisher sei im kantonalen Budget jeweils 370 000 Franken jährlich dafür ausgewiesen worden. Diese Summe werde so beibehalten, weder Einsparungen noch Mehrausgaben sind gemäss Kappeler durch den Zusammenschluss zu erwarten.

In St. Gallen blickt man bereits auf knapp 40 Jahre Erfahrung in der Krebsregistrierung zurück. «Wir führen in St. Gallen das älteste Krebsregister der Schweiz», sagt Regula Schneider. Im Jahr 1980 wurde dieses gegründet. Die ältesten Daten würden auf das Jahr 1961 zurückgehen.

Ab 1. März 2019 kommen nun die gesammelten Krankheitsbilder aus dem Thurgau hinzu. Dann bekommt die zentrale Stelle auch einen neuen Namen. Künftig wird sie «Krebsregister Ostschweiz» heissen.