Kreationen aus Karotten und Kartoffeln: Das ist im Rahmen der Aktion Fünfstern in Diessenhofens Künstlerateliers zu sehen

Was für eine Vielfalt. In Diessenhofen und ennet am Rhein in Gailingen öffnen bis Ende Oktober vier Künstlerinnen jeden Samstag ihre Ateliers.

Thomas Brack
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Das Rheinstädtchen Diessenhofen.

Das Rheinstädtchen Diessenhofen.

(Bild: Andrea Stalder)

Zu den zwölf besinnlichen Nächten vom 25. Dezember bis 6. Januar hat Irene Fruci je ein ausdrucksstarkes, farbenfrohes Gemälde geschaffen, in Acryl oder in Öl gespachtelt. Jede Nacht steht für einen Monat, und jeder Monat symbolisch für eine Qualität, so zum Beispiel der Januar für die Stille und der August für die Fülle. «Ich liess mich von meiner Inspiration leiten und malte spontan», sagt die Künstlerin. Insgesamt 180 Arbeitsstunden brauchte Monika Orsinger für ihr gläsernes Toggenburger-Bild, das für einen 3D-Effekt viermal in den Ofen muss. Dieses Prozedere wird in der Fachsprache «Fusing» genannt, was «Gläser zusammenschmelzen» bedeutet. Auf einer Tischplatte sind die aufwendigen Arbeitsschritte dargestellt. «Dieses Bild ist unverkäuflich», sagt sie.

Bis 31.Oktober jeden Samstag offen

Die drei Diessenhofer Ateliers stehen Interessierten jeweils bis am 31. Oktober samstags von 12 bis 17 Uhr offen. Das Mo-Glas-Atelier von Monika Orsinger befindet sich an der Rheinstrasse 3. Gegenüber an der Rheinstrasse 9 liegt das Atelier Varna von Madeleine Felber. Jenes von Irene Fruci findet sich an der Unteren Mauer 12. (tb)

Fruci und Orsinger sind nebst Madeleine Felber (alle aus Diessenhofen) und Maria Volkmann aus Gailingen vom anderen Rheinufer vier Künstlerinnen, die ihre Ateliers im Rahmen von «Fünfstern – offene Ateliers» an sämtlichen Samstagen bis 31. Oktober zeigen.

Überraschende Ensembles aus geschnitzten Figuren

Maria Volkmann mit Fotografien ihrer atmenden Kunst.

Maria Volkmann mit Fotografien ihrer atmenden Kunst.

(Bild: Thomas Brack)

Zu Gast im Mo-Glas von Monika Orsinger ist die Künstlerin Maria Volkmann aus dem deutschen Gailingen. «Wir versorgen uns selbst aus unserem Garten», erzählt die Künstlerin. Da seien ihr die teilweise seltsamen Formen der Karotten und Kartoffeln aufgefallen, und kurzerhand habe sie daraus originelle Figuren geschnitzt und diese dann auch zu überraschenden Ensembles arrangiert. Dabei lässt sie ihrer Fantasie freien Lauf. Es liegt in der Natur des Materials, dass ihre Kunstwerke vergänglich sind. Daher hält sie ihre Kreationen fotografisch fest.

Für Madeleine Felber geht es darum, von der bildenden Kunst Brücken zur Poesie zu bauen und umgekehrt. Die Künstlerin hat ein eigenes Farbalphabet entwickelt. Indem sie jedem Vokal und Konsonanten eine Farbe zuordnet, setzt sie Sprache in Farbe um. Mittels des selbst entwickelten Farbalphabets lässt sie Farben sprechen, malend schreibt sie Textbilder.