Kranker Wald und gesunde Reben in der Bürgergemeinde Frauenfeld

Stürme und der Borkenkäfer setzten dem Wald der Bürgergemeinde Frauenfeld zu. Der Holzpreis verharrt auf tiefem Niveau. Bei den Reben dagegen fiel der Ertrag dank des heissen Sommers höher aus als 2017.

Hugo Berger
Drucken
Teilen
Bruno Diethelm, Präsident der Forstkommission, im Gespräch mit Titus Moser, Präsident der Bürgergemeinde. (Bild: Hugo Berger)

Bruno Diethelm, Präsident der Forstkommission, im Gespräch mit Titus Moser, Präsident der Bürgergemeinde. (Bild: Hugo Berger)

Nach dem Glockenschlag vom Rathausturm um 9 Uhr eröffnete Bürgerpräsident Titus Moser die Bechtelisversammlung. Insgesamt hatten sich 180 Stimmberechtigte im Rathaussaal versammelt.

Änderungen stehen laut Moser im Verwaltungsrat an. Im Zuge der kommenden Gesamterneuerungswahlen tritt Andreas Helbling als Verwaltungsratsmitglied und Präsident der Altersheimkommission nach über zwölf Jahren auf die kommende Jahresversammlung zurück. Sein Nachfolger werde mit der Einladung zur Jahresversammlung bekannt gegeben.

An der Bürgergemeinde vom 13. Mai haben die Stimmberechtigten zudem über einen Kreditantrag für den Bau eines Büro- und Mannschaftsgebäudes im Forsthof Herenberg zu befinden.

Wenig Erfreuliches hatte Bruno Diethelm, Präsident der Forstkommission, über den Zustand des Waldes zu berichten. Die ausserordentliche Bodentrockenheit im Hitzesommer 2018 habe viele Baumarten «in Stress» versetzt. Die Tannen und Fichten hätten sich noch immer nicht erholt.

Hinzu komme, dass sich der Borkenkäfer durch die Trockenheit vermehrt und in den Fichten teilweise flächendeckend festgesetzt habe.

«Die Lage ist ernst, aber wir hoffen, dass wir im Kampf mit den lästigen Viechern die Oberhand gewinnen»

sagte Diethelm.

Überangebot auf dem Rundholzmarkt

Zur Lage auf dem Holzmarkt führte er aus: Der Käferbefall wirke sich auch auf den Holzpreis aus. Dieser verharre derzeit auf tiefem Niveau. Weil die befallenen Bäume gefällt werden mussten, bestehe auf dem Rundholzmarkt ein Überangebot. Hinzu komme das Sturmholz vom August 2017 und vom Januar vergangenen Jahres.

Bedingt durch die Zwangsnutzung wurden im vergangenen Jahr 900 Kubikmeter Holz mehr gefällt als in den Jahren davor. Damit auch die folgenden Generationen die Nachfrage nach Nadelholz decken könnten, gab es auch Neupflanzungen. 2018 wurden im Bürgerwald 1730 Nadelbäume und 550 Laubbäume gepflanzt.

Freuen dürfen sich die Jäger. Ein weiteres Jahr mit grossen Buchen- und Eichelmast habe zu einem guten Futterangebot für die Wildschweine geführt. Diese vermehrten sich prächtig. Zufrieden sind auch die Winzer. Der heisse und trockene Sommer habe die Trauben frühreifen lassen. Der Ertrag beim Blauburgunder liegt bei 10151 Kilogramm (Vorjahr 8051 Kilogramm). Schmunzeln bei den Anwesenden löste das Fazit von Diethelm aus:

«Ich bin froh, dass der befürchtete Engpass nicht eingetroffen ist und wir den Bürgerwein auch in Zukunft geniessen können.»