Konzert
Musikalische Naturschilderungen in Matzingen

Mit frühlingshaften Klängen wartete am Sonntag ein Musikertrio in der evangelischen Kirche Matzingen auf. Das Programm «O lachende Natur, o duftende Gärten» offenbarte, was viele Menschen pandemiebedingt vermisst hatten.

Christof Lampert
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Kaspar Stünzi, Ursula Emch und Claudia Dieterle nehmen den Applaus des Publikums entgegen.

Kaspar Stünzi, Ursula Emch und Claudia Dieterle nehmen den Applaus des Publikums entgegen.

Bild: Christof Lampart

Früher tat man es einfach, weil es sich so gehörte. Heute tut man es, weil man es einfach vermisste: Das Klatschen am Ende eines Vortrages.

Am Sonntagabend konnte man in der evangelischen Kirche Matzingen dem Musikertrio Kaspar Stünzi (Flöte und Tenor), Claudia Dieterle (Sopran) und Ursula Emch (Orgel) zuhören. Es waren echte Emotionen, welche die drei in ihrer über einstündigen Darbietung der Zuhörerschaft spüren liessen. Das Trio spielte einen Reigen romantischer Lieder und Gesänge, perlende Romanzen und jubilierende Naturschilderungen.

Rosenzauber und Freimaurer-Mystik

Dabei waren es mitnichten allzu bekannte Werke, sondern vielmehr Musikperlen, die aufzuführen, den Interpreten spürbar Freude bereitete. Den Auftakt gestaltete das Trio mit der überaus empfindsamen, fast schon romantisch anmutenden Naturschilderung «Flammende Rose, Zierde der Erden» Händels. Ausgehend von dieser noch im Barock wurzelnden Arie folgte das Ensemble zeitlich korrekt der Musikgeschichte und liess Werke von Telemann, Haydn, Mozart, van Beethoven, Schumann, Delibes bis hin zu Gounod erklingen.

Wunderbar intim erklang beispielsweise auch Mozarts transzendente Freimaurer-Musik «Dir danken wir die Freude» (aus «Die Seele des Weltalls», KV 429), bei dem die Interpreten aufs Feinste harmonierten. Und auch an die komische Oper wagten sich die drei, gaben sie doch mit dem Duett «Du repos voici l’heure» und der Sopran-Arie «O riante nature» zwei Gesänge aus Charles Gounods eher wenig gespielten Bühnenwerk «Philemon et Baucis» zum Besten. Das Publikum dankte den drei Künstlern mit einem langen Applaus und bekam dafür noch ein Lied von Louis Spohr als Zugabe geschenkt.