Bürgerbefragung zum Seenachtfest zeigt: Die Konstanzer wollen weiterhin ihr Feuerwerk

Grosse Beteiligung an der Umfrage der Stadt Konstanz zum künftigen Seenachtfest. Umweltschutz ist ein grosses Thema. Bürger wünschen sich auch mehr Gemeinsamkeit mit Kreuzlingen

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Darauf wollen auch die Konstanzer nicht verzichten: Das grösste Feuerwerk am Bodensee beim Seenachtfest 2019. (Bild: Andrea Stalder)

Darauf wollen auch die Konstanzer nicht verzichten: Das grösste Feuerwerk am Bodensee beim Seenachtfest 2019. (Bild: Andrea Stalder)

(red) Dass den Konstanzern die Eintrittspreise zu hoch, Müll und Verkehr zu viel sind, hat Oberbürgermeister Uli Burchardt nicht überrascht. Er hat aber nicht damit gerechnet, wie wichtig ihnen das Feuerwerk ist. Die Stadt hat eine Bürgerbefragung zum Seenachtfest durchgeführt. Jetzt stellt sie die Ergebnisse vor. Wie sehr den Konstanzern das Seenachtfest am Herzen liegt, zeigt die hohe Beteiligung.

Mehr Zusammenarbeit mit Kreuzlingen

6157 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Umfrage, 5830 Rückmeldungen wurden ausgewertet. Die meisten wünschen sich zwar Veränderungen am Seenachtfest. Für 3462 Personen ist das Feuerwerk jedoch der entscheidende Grund, um das Fest zu besuchen. Mit grossem Abstand (1125 Stimmen) folgte das Festprogramm. Und das gastronomische Angebot gibt nur für 497 Gäste den Ausschlag für den Besuch.

Als Gründe dafür, das Seenachtfest nicht zu besuchen, gaben die meisten an, der Eintrittspreis sei ihnen zu hoch, das Fest zu voll. An dritter Stelle folgten der Klima- und Tierschutz als Argument gegen den Besuch. Die Konstanzer beteiligten sich nicht nur an der Umfrage, sie gaben auch viele Kommentare ab. Vorgeschlagen wird, das Fest sollte mehr auf die Konstanzer ausgerichtet werden, weniger Kommerz und eine bessere Kooperation mit Kreuzlingen. Wichtige Punkte sind auch eine ökologisch verträgliche Anfahrt, weniger Müll, die Einführung von Acts wie Laser, Licht, Drohnen, Kleinkunst, Streetart. Ausserdem wünschen sich die Konstanzer eine Besucherbegrenzung und einen günstigeren oder gar keinen Eintritt.

Oberbürgermeister Burchardt könnte sich künftig eine Mischform zwischen traditionellem Feuerwerk und einer Laser-Drohnen-Show vorstellen. Das Seenachtfest soll familienfreundlicher und ökologischer werden. Burchardt:

«Schön wäre auch, wenn wir in absehbarer Zeit mit Kreuzlingen ein gemeinsames Seenachtfest mit offenen Grenzen feiern könnten.»

Der Vertrag mit dem bisherigen Veranstalter des Seenachtfestes läuft noch bis 2020. Der Veranstalter hat Interesse an einer vorzeitigen Vertragsauflösung signalisiert. Die Verhandlungen dazu sind noch nicht abgeschlossen. Die Stadt will das Ergebnis baldmöglichst dem Gemeinderat präsentieren. Sie hat dazu einen Arbeitskreis initiiert, der ein Konzept ausarbeiten soll.