Konfliktzone Hauptstrasse: Die Gemeinde Gachnang soll knapp zwei Millionen Franken investieren

Die Sanierung der Hauptstrasse ist für 2023 geplant. Wegen Wegfall des Lichtsignals und weniger Fussgängerstreifen fürchten allerdings manche in Islikon um die Sicherheit.

Stefan Hilzinger
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Gemeindepräsident Roger Jung (rechts) erklärt die Vorteile der neuen Dorfdurchfahrt. Auf der Leinwand die Unfallstatistik. (Bild: Reto Martin)

Gemeindepräsident Roger Jung (rechts) erklärt die Vorteile der neuen Dorfdurchfahrt. Auf der Leinwand die Unfallstatistik. (Bild: Reto Martin)

Nein, eine allfällige Hotelübernachtung während der Bauarbeiten übernimmt der Kanton nicht. Das dann doch nicht. Doch Projektleiter Raffaele Landi vom kantonalen Tiefbauamt tat fast alles, um den Skeptikern im Saal die Angst vor der neuen Isliker Ortsdurchfahrt zu nehmen, die Kanton und Gemeinde ab dem Jahr 2023 verwirklichen wollen. Gegen 150 Personen waren Ende vergangener Woche in die Mehrzweckhalle Gachnang gekommen, um sich von den Behörden über das Bau- und Betriebskonzept Ortsdurchfahrt Islikon zu informieren.

Was sich die Behörden von Sanierung und Umgestaltung versprechen, sind im Wesentlichen zwei Punkte: Einerseits die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern zu erhöhen und andererseits die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu verbessern.

Schulwegsicherheit

Am 12. Dezember finden in der Mehrzweckhalle Gachnang nacheinander die Versammlungen von Schule und Politischer Gemeinde statt (Beginn mit der Schulgemeinde um 20 Uhr). Beide Körperschaften befinden über Budget und Steuerfuss für 2020. Im Rahmen der Schulgemeindeversammlung ist ein Kurzreferat einer Fachpersonen zum Thema Schulwegsicherheit angekündigt. (hil)

Die Sanierung steht laut Kanton ohnehin an, ausserdem will die Gemeinde Wasserleitungen ersetzen und neue Rohranlagen fürs Elektrische verlegen. An einer blossen Sanierung müsste sich die Gemeinde mit 1,3 Millionen Franken beteiligen, für die Umgestaltung kommen 600'000 Franken dazu. Insgesamt soll das Vorhaben 4,5 Millionen Franken kosten. Bauherr ist der Kanton Thurgau.

Beim Lichtsignal sehen einige rot

Nachdem Projektleiter Landi anhand von Plänen gezeigt hatte, wie die Isliker Dorfdurchfahrt künftig aussehen soll, standen weniger die Kosten als vielmehr der Wegfall von Lichtsignal und einem Teil der Fussgängerstreifen im Kreuzfeuer. Viele befürchten mit Wegfall von Ampel und Zebrastreifen eine Verschlechterung der Sicherheit.

Landi verwies mehrmals auf die Normen und Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), die auf Strassen mit Verkehrszahlen wie in Islikon keine Ampeln empfehlen. Laut Verkehrszählung 2018 verkehren auf der Ortsdurchfahrt täglich zwischen 5000 und 7500 Fahrzeuge.

Ein Kernstück der Umgestaltung ist der neue Einlenker der Gachnangerstrasse in die Hauptstrasse beim «Löwen», wo die Gemeinde das «Grüne Haus» abbrechen will, um Platz zu schaffen. Der Fussgängerstreifen wird Richtung Winterthur (nach Westen) verschoben, zwar ohne Ampel dafür mit Mittelinsel.

Blick von oben: Der Fussgängerstreifen links, der über die Hauptstrasse führt, wird nach rechts verschoben. Das «Grüne Haus» rechts neben dem Einlenker wird abgebrochen. (Bild: Andrea Stalder)

Blick von oben: Der Fussgängerstreifen links, der über die Hauptstrasse führt, wird nach rechts verschoben. Das «Grüne Haus» rechts neben dem Einlenker wird abgebrochen. (Bild: Andrea Stalder)

«Die Situation verbessert sich für alle»

sagte Landi, was nicht alle glauben wollten. Wer nach Winterthur will, muss nicht mehr über die Dorfstrasse fahren. «Wir entschärfen eine Gefahrenstelle», sagte Gemeindepräsident Roger Jung. Pförtneranlagen an beiden Dorfeingängen und eine schmalere Fahrbahn im engeren Zentrum sollen den Verkehr beruhigen.

Viele wunderten sich, warum es vor der Alterssiedlung «Casa Sunwies» keinen Fussgängerstreifen mehr geben soll. Das sei unverantwortlich. Diesen Punkt wollen die Experten nochmals prüfen. Die Stimmbürger der Gemeinde entscheiden im Rahmen des Budgets 2020 am 12. Dezember.