Kommentar
Gesamtbild 2040: Die Mammutaufgabe für die Agglomeration Frauenfeld folgt erst

Mit dem Gesamtbild ist die Arbeit der Agglomeration Frauenfeld noch nicht getan. Die bevorstehenden Projekte sind noch zu unkonkret. Die Politik muss die Karten gelegentlich auf den Tisch legen, wie sie mehrheitsfähige Lösungen erzielen will. Sonst bleiben die Honigtöpfe in Bern nach 2027 in weiter Ferne.

Samuel Koch
Samuel Koch
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Visuelle Umsetzung des Gesamtbildes 2040 der Agglomeration Frauenfeld.

Visuelle Umsetzung des Gesamtbildes 2040 der Agglomeration Frauenfeld.

Bild: PD/Matthias Gnehm

Bevor etwas verwirklicht werden kann, bedarf es überhaupt eines Plans. Daher ist das jetzt vorgelegte Gesamtbild der Agglomeration Frauenfeld mit der strategischen Entwicklung bis ins Jahr 2040 grundsätzlich lobenswert. Die Mammutaufgabe steht der Stadt Frauenfeld sowie den Gemeinden Gachnang und Felben-Wellhausen aber erst noch bevor. Denn bis 2027 muss die Agglo Frauenfeld ihre dringend nötigen Hausaufgaben machen, um in Bern (wieder) gute Noten abzuholen. Dafür benötigt es aber nicht nur ein Gesamtbild mit abstrakten Leitsätzen, sondern in erster Linie Taten.

Bevor aber Taten folgen können, müssen die Gemeinden ihre Karten auf den Tisch legen und der Bevölkerung konkrete, fassbare Massnahmen präsentieren, wie etwa den Dorfplatz in Islikon, den Autobahn-Halbanschluss in Pfyn oder die flankierenden Verkehrsmassnahmen in der Frauenfelder Innenstadt. Konkrete Projekte aber bergen die Gefahr, dass sich Politiker positionieren und auf der Suche nach mehrheitsfähigen Lösungen die Finger verbrennen. Gerade das Thema Verkehr spaltet die Gesellschaft, nicht nur in der Stadt Frauenfeld. Zudem lauert die Gefahr von Verzögerungen, wie das Beispiel Regionaler Radweg schonungslos aufgezeigt hat. 2011 vom Volk bewilligt, hätte er vor Jahren von Gachnang bis Felben-Wellhausen bis auf ein kurzes Stück rund um den Frauenfelder Bahnhof umgesetzt sein sollen. Doch noch immer fehlt ein Teilstück, weil im dicht besiedelten Gebiet viele Partikularinteressen im Weg stehen.

Die politischen Mühlen mahlen bekanntlich langsam. Umso wichtiger ist es, dass die Politik nebst dem Gesamtbild gelegentlich konkrete Pläne vorlegt. Die Mammutaufgabe folgt also erst noch, wofür es sowohl in den politischen Gremien als auch in der Bevölkerung mehrheitsfähige Lösungen braucht. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die aufgegleiste Mitwirkung der Öffentlichkeit. Bis zu den Honigtöpfen in Bern ist es aber noch ein weiter und steiniger Weg.