Knatsch vor den Ersatzwahlen: Aadorfer SVP kritisiert CVP und SP

Kurz vor den Ersatzwahlen der Schulbehörde sorgt die SVP für Aufruhr. Sie kritisiert die Wahlempfehlungen der CVP und SP. Der Präsident der Interpartei hat dafür kein Verständnis.

Roman Scherrer
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Stefan Mühlemann, Vorstandsmitglied der Aadorfer SVP.

Stefan Mühlemann, Vorstandsmitglied der Aadorfer SVP.

Es bleibt unruhig rund um die Aadorfer Schulbehörde. Nun, wenige Tage vor den Ersatzwahlen, ist es allerdings nicht die Behörde selbst, welche die Lokalpolitik aufmischt. Vielmehr setzt sich die Aadorfer SVP mit einer Medienmitteilung in Szene.

Bereits der Titel «Interpartei auf Abwegen» lässt aufhorchen. In der Mitteilung kritisiert die SVP die Aadorfer CVP und SP, weil deren Empfehlungen für die Ersatzwahl am kommenden Sonntag sich nicht mit derjenigen der Interpartei decken.

An ursprünglicher Forderung festgehalten

Wie die Interpartei empfiehlt die CVP Jasmin Frei (FDP) und Patrick Neuenschwander (GLP) als Behördenmitglieder und Astrid Keller (CVP) als Schulpräsidentin. An ihrem Politstamm Anfang November haben die Mitglieder der Christdemokraten zusätzlich eine Empfehlung für den parteilosen Daniel Müller abgegeben.

Bereits als die Interpartei ihre Empfehlungen abgegeben hatte, machte die Aadorfer SP klar, dass sie an der ursprünglichen Forderung einer Gesamterneuerungswahl festhält. Statt Astrid Keller empfiehlt sie deshalb den parteilosen Rolf Sennhauser für das Schulpräsidium. Dass die Sozialdemokraten vom Ticket der Interpartei abweichen, «zeigt, dass sie kein verlässlicher Partner in Aadorf ist», schreibt die SVP in ihrer Mitteilung.

SVP-Kandidatin hat sich zurückgezogen

Ausserdem habe sich SVP-Kandidatin Ria Stacher zurückgezogen, «da sie nicht die erwünschte Unterstützung» der Interpartei erhielt. Man fühle sich wegen der abweichenden Wahlempfehlungen der anderen Ortsparteien nicht übergangen, sagt SVP-Vorstandsmitglied Stefan Mühlemann. «Die Situation ist allerdings schon speziell.»

Speziell findet Mühlemann vor allem, dass die CVP alle Kandidaten an den Politstamm einlud, nachdem die Interpartei ihre Empfehlungen bereits abgegeben hatte. «Die SVP steht jedenfalls hinter der Nomination der Interpartei», sagt Mühlemann.

Die SVP kritisiert in ihrer Mitteilung auch den Präsidenten der Aadorfer Interpartei:

«Ob die Medienmitteilung der Nominationen, insbesondere von Astrid Keller (CVP) durch den Präsidenten der Interpartei, Stephan Pfefferli (CVP) bewusst oder irrtümlich vor dem Hearing von Rolf Sennhauser erfolgte, ist nicht bekannt.»
Stephan PfefferliPräsident Interpartei Aadorf

Stephan Pfefferli
Präsident Interpartei Aadorf

Für diesen Vorwurf hat Stephan Pfefferli kein Verständnis:

«Ich weiss nicht, was das soll.»

Die Anhörung der Interpartei von Rolf Sennhauser habe am 22. Oktober stattgefunden. Die Medienmitteilung verschickte Pfefferli am 30. Oktober.

Die Aadorfer CVP habe zwar ihrem Mitglied Astrid Keller bereits Ende August die Unterstützung bei der Kandidatur fürs Schulpräsidium zugesichert. «Ich habe aber auch in der Interpartei stets den Vorbehalt geäussert, dass die einzelnen Ortsparteien Stellung nehmen können zum Wahl-Vorschlag der Interpartei», sagt Stephan Pfefferli.

Deshalb ist es für den abtretenden CVP-Präsidenten auch nicht abwägig, dass seine Partei mit Daniel Müller einen zusätzlichen Kandidaten empfiehlt. «Am Politstamm ist von den Anwesenden der Antrag gekommen, ihn ebenfalls zu empfehlen.» Bei der Abstimmung habe man sich dann entschieden, dass drei Personen für die zwei Behördensitze wählbar sind.