Knall beim HC Thurgau: Vier Verwaltungsräte sowie der Sportchef und Geschäftsführer gehen in globo

Der HC Thurgau braucht eine neue Führungscrew. Am Freitagnachmittag gab der Eishockeyclub aus der Swiss League bekannt, dass Ende April der halbe Verwaltungsrat zurücktritt. Daneben verlässt per Ende April auch Martin Büsser die Thurgauer Eishockey AG. Der Hintergrund ist ein Machtkampf.

Matthias Hafen
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Beim Swiss-League-Club aus der Weinfelder Güttingersreuti kommt es zu einem grossen Umbruch an der Spitze.

Beim Swiss-League-Club aus der Weinfelder Güttingersreuti kommt es zu einem grossen Umbruch an der Spitze.

Mario Gaccioli

Verwaltungsratspräsident Hansjörg Stahel sowie die drei Verwaltungsräte Max Hinterberger (Vizepräsident), Kurt Tanner (Finanzen) und Raphael Meister (Kommunikation) haben alle per Ende Geschäftsjahr, also per 30. April 2020, ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der Thurgauer Eishockey AG erklärt. Dies gab der Swiss-League-Club am Freitagnachmittag bekannt.

Der abtretende Präsident Hansjörg Stahel.

Der abtretende Präsident Hansjörg Stahel.

Reto Martin

«Verschiedene Interessenkonflikte und unüberbrückbare Differenzen mit Personen, welche die strategische und operative Leitung der Thurgauer Eishockey AG bereits lange Zeit vor ihrer Zuwahl in den Verwaltungsrat mit einer komplett anderen Auffassung beeinflusst haben und weiterhin an dieser festhalten, machen diese Veränderungen unabdingbar», heisst es in der Mitteilung.

Suche nach Büsser-Nachfolge bereits im Gang

Auch Geschäftsführer und Sportchef Martin Büsser tritt aus persönlichen Gründen zurück. Er hat sich wie die vier Verwaltungsräte dazu entschieden, die Thurgauer Eishockey AG auf eigenen Wunsch per Ende April zu verlassen. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Büsser sowie die Suche von neuen Verwaltungsratsmitgliedern für die Nachfolge der insgesamt vier abtretenden Verwaltungsräte ist bereits im Gang.

Die verbleibenden Verwaltungsratsmitglieder Thomas Müller, Cäsar Müller, René Fontana und Ralph Ott wollen so rasch wie möglich über eine allfällige Nachfolge von Sportchef Büsser informieren. Zudem ist das verbleibende Quartett bestrebt, auf die kommende Generalversammlung hin die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrats präsentieren zu können.

Posse um Paul Kaiser steht am Ursprung des Machtkampfs

Hintergrund der Trennung ist ein Machtkampf innerhalb des Verwaltungsrats, der nach der vorübergehenden Freistellung des Marketing-Mitarbeiters Paul Kaiser entbrannte. Präsident Stahel wurde daraufhin von zahlungskräftigen Sponsoren zurückgepfiffen und Kaiser wurde wieder angestellt. Dass die neuen Verwaltungsratsmitglieder, die auf der Seite von Paul Kaiser stehen, nicht mit den Bisherigen im gleichen Gremium zurechtkommen, war absehbar.

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