Der Masterplan: So könnte Sirnach in einigen Jahren aussehen

Der Gemeinderat informierte über den Masterplan, der ihm künftig als räumliches Leitbild dienen soll. Architekten hatten den Plan erarbeitet und stellten nun ihre Ideen vor. Darunter eine Markthalle und eine Allee.

Roman Scherrer
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Nur rund 20 Personen haben sich in der Busswiler Turnhalle zum Informationsanlass über den Masterplan eingefunden. (Bild: Roman Scherrer)

Nur rund 20 Personen haben sich in der Busswiler Turnhalle zum Informationsanlass über den Masterplan eingefunden. (Bild: Roman Scherrer)

Das Sirnacher Gemeindezen­trum war am Samstag schon mit dem Absenden des Kantonalen Schützenfests belegt. So musste die politische Gemeinde für die Präsentation des neuen Masterplans in die Busswiler Turnhalle ausweichen. Diese reichte auch völlig aus, denn der Einladung des Gemeinderats waren nur rund 20 Interessierte gefolgt.

Dabei ist der Masterplan eigentlich ein grosses Thema für Sirnach. Der Plan zeigt nämlich auf, wie sich die Quartiere der Gemeinde baulich sinnvoll entwickeln können – unter Berücksichtigung der von Bund und Kanton geforderten inneren Verdichtung (unsere Zeitung berichtete). Mehrmals wurde am Infoanlass betont, dass der Masterplan, den das Frauenfelder Architekturbüro Staufer und Hasler mit dem kantonalen Departement für Bau und Umwelt (DBU) erarbeitet hat, nur die Stossrichtung in der Raumplanung vorgeben soll. Konkrete Bauprojekte beinhaltet der Plan noch nicht.

Brückenwaage erhalten

Die Architekten Gian-Marco Jenatsch und Thomas Hasler zeigten anhand einiger Ausschnitte des Masterplans ihre Ideen auf. So könne im Sirnacher Dorfzentrum, in der Ecke zwischen Wiler- und Frauenfelderstrasse, ein neues Gebäude mit öffentlichem Nutzen entstehen. Die Planer stellen sich dafür eine Markthalle vor, die von der Frauenfelder­strasse zugänglich ist. «Das darüberliegende Geschoss, zugänglich vom Pfarrhaus her, könnte als Vereinszentrum genutzt werden», sagte Jenatsch.

Und entgegen früherer Pläne des Gemeinderats, sieht der Masterplan vor, die Brückenwaage zu erhalten. «Bei einem Abbruch entstünde ein grosser Platz, der eventuell gar nicht genutzt werden kann», erklärt Jenatsch. Zudem würde das Unterdorf vom Kirchplatz her plötzlich sichtbar, das optisch nicht zum historischen Kern passe. Ein weiterer Ausschnitt betrifft die Winterthurerstrasse vom Kirchplatz bis zur Q20. Die Strasse soll zum Einkaufen und Wohnen da sein. Die Planer sehen dort unter anderem eine Allee vor.

Gesamtübersicht des Sirnacher Masterplans: Die Planer haben die Gemeinde in sogenannte Szenen aufgeteilt. Die einzelnen Szenenpläne sollen aufzeigen, wie sich die verschiedenen Dorfbereiche entwickeln könnten ohne dass die Gemeinde ihren eigenen Charakter verliert. (Bild: PD)
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Eine der Szenen im Masterplan ist der sogenannte Kirchenbezirk. Dieser stellt das Sirnacher Dorfzentrum dar. Die Szene zeigt: Die Brückenwaage soll erhalten bleiben. Zudem könnte an der Ecke der Kreuzung Wiler- und Frauenfelderstrasse ein Gebäude mit öffentlichem Nutzen entstehen, das sich ins Bild des Dorfzentrums einfügt. Im von der Frauenfelderstrasse begehbaren Erdgeschoss könnte gemäss den Planern eine Markthalle entstehen. Das Geschoss darüber könnte anderweitig genutzt werden, etwa als Vereinszentrum. (Bild: PD)
Das Sirnacher Dorfzentrum von oben: Der Masterplan soll aufzeigen, wie die von Kanton und Bund geforderte innere Verdichtung umgesetzt werden könnte, ohne dass die Lebensqualität darunter leidet. Die Planer haben mögliche An- und Neubauten im Masterplan rot markiert. (Bild: PD)

Gesamtübersicht des Sirnacher Masterplans: Die Planer haben die Gemeinde in sogenannte Szenen aufgeteilt. Die einzelnen Szenenpläne sollen aufzeigen, wie sich die verschiedenen Dorfbereiche entwickeln könnten ohne dass die Gemeinde ihren eigenen Charakter verliert. (Bild: PD)

Das «Village» im Breitequartier

Bäume könnte es auch südlich der Untermatt geben. Der Streifen dort wurde bisher noch frei gehalten für eine mögliche Umfahrung, die aber durch die im Rahmen des Agglomerationsprogramms der dritten Generation geplante Autobahneinfahrt Wil West obsolet würde. Der Masterplan sieht dort eine Zone für Fussgänger und Velofahrer vor, welche von der Wilerstrasse in die Grünau führt. Das Breitequartier ist im Plan als «Village» bezeichnet. Auf der noch leeren Wiese zwischen Standbach- und Breitestrasse soll dabei nicht mit Mehr-, sondern Einfamilienhäusern bebaut werden, die sich in das Quartierbild einfügen.

DBU-Generalsekretär Marco Sacchetti sagte:

«Der Masterplan Sirnach hat die Bedeutung, die ihm der Gemeinderat zumisst, nicht mehr und nicht weniger.»

Andreas Schmidt, Gemeinderat des Ressorts Planung und Verkehr, erklärte, dass der Gemeinderat den Masterplan als behördenverbindliches Leitbild einführen und konkrete Massnahmen dazu formulieren will. Den gesamten Plan wird die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt auf ihrer Website aufschalten. Und in einer Umfrage soll dann auch die Bevölkerung ihre Rückmeldung zum Masterplan abgeben können.

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Roman Scherrer