Sekschüler aus dem Oberstufenzentrum in Felben-Wellhausen kochen mit Sonnenlicht

Gemeinsam mit einer Klasse in Singapur erarbeitet das Schulzentrum Ost in Felben das Pilotprojekt «Glocal-Energy». Sonnenenergie, Kultur und Ernährung stehen im Fokus.

Laura Sachers
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Artina und Sherwin arbeiten zusammen an ihrer Solarkochkiste. (Bild: Donato Caspari)

Artina und Sherwin arbeiten zusammen an ihrer Solarkochkiste. (Bild: Donato Caspari)

Der selbst zusammengestellte Znüni der Achtklässlerinnen und -klässler des Schulzentrums Ost in Felben sieht bunt und lecker aus. Ein Vollkorngipfel und unterschiedliche Früchte liegen im Znünikorb, statt Chips und Energydrinks. Der Grund dafür: das Pilotprojekt «Glocal Energy».

Franziska Stöckli, Projektleiterin. (Bild: Nana do Carmo)

Franziska Stöckli, Projektleiterin. (Bild: Nana do Carmo)

Diese Woche erarbeiten die Schüler gemeinsam mit Klassenlehrer Markus Breu und Projektleiterin Franziska Stöckli das Thema Energie. Nebst den beiden Lehrpersonen sind auch Daniela Schriebl, Dozentin der Fachstelle NaTech der Pädagogischen Hochschule (PH) Thurgau, sowie Masterstudentin Melina Roost von der PH Thurgau als Projektleiterinnen dabei. «Glocal Energy» unterteilt sich in drei Kategorien: Energie im Essen, Energie der Kulturen und Energie als Ressource.

Energieprojekt verbindet Schweiz mit Singapur

Nicht nur die Klasse in Felben beschäftigt sich mit diesem Thema. Eine Partnerklasse aus Singapur führt zeitgleich dasselbe Projekt durch. «Es ist wichtig, die Kinder schon früh mit der Welt zu vernetzen», sagt Melina Roost.

«Wir wollen den Schülern zeigen, wie unterschiedlich das Essverhalten zwischen den Kulturen ist.»

Franziska Stöckli freut es, wie gut die Zusammenarbeit rund um die Welt funktioniert. Über Skype kommunizieren die beiden Schulen miteinander. Der Höhepunkt sind die von Markus Breu und den Schülern entworfenen Solarkochkisten und der Sonnenkocher.

Selbstgebaute Kocher

Sherwin, der gerade mit der Konstruktion beschäftigt ist, erklärt: «In die grosse Kiste kommt nebst Luftpolstern und Reflektoren eine kleine Kiste, darin eine Pfanne und darüber ein Plexiglas. Die Pfanne wird durch die Sonne genug heiss, um etwas zu garen.» Endrit und Paulina zeigen, wie der Sonnenkocher funktioniert: «Reflektoren am Rand spiegeln die Sonne an einem Punkt in der Mitte. Das Wasser erhitzt, bis es kocht.»

Zwei Schüler bauen den Sonnenkocher. (Bild: Donato Caspari)

Zwei Schüler bauen den Sonnenkocher. (Bild: Donato Caspari)

Eine zweite Gruppe befasst sich mit Energie im Essen. Sie lernt saisonale und regionale Produkte kennen. Wichtig für Franziska Stöckli sind der Spass bei der Zubereitung und der Genuss am Essen. Das Ergebnis des selbst zusammengestellten Znünis bringt die Schüler zum Lächeln. Die Auswahl ist gesund und lecker. Franziska Stöckli sagt:

«Die Themen Energie und Weltvernetzung werden in unserer Gesellschaft immer wichtiger.»

Sie hofft, mit dem Projekt andere Schulen zur Teilnahme anzuregen, da «Glocal Energy» ab 2021 von der Fachstelle NaTech in Kooperation mit dem Lehrmittel «Greentopf» angeboten wird. Morgen Freitag um 11.30Uhr finden in der Aula und auf dem Pausenplatz die Präsentationen statt. Zudem bereiten die Schüler einen Apéro vor, bei dem sie mit den Solarkochkisten und dem grossen Sonnenkocher Leckereien zubereiten.