Kite-Surf Club zum Gesuch am Bodensee: «Wir stellen nicht die Maximalforderung»

Kite-Surfer wollen auf dem Bodensee auf einer grösseren Fläche ihren Sport ausüben dürfen. Sie wollen aber «gebührenden Abstand» zur natürlichen Uferlandschaft halten und bei einzelnen Naturschutzzonen oder den Hafeneinfahrten in Romanshorn und Arbon ganz auf das Surfen verzichten.

Silvan Meile
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Kite-Surfer in Berlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Kite-Surfer in Berlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Im Artikel «Kiter stellen die Maximalforderung» berichtete die TZ in der Ausgabe vom Freitag über ein Gesuch des Kitesurf Clubs Schweiz. Mit diesem wird beim Kanton Thurgau um eine Ausdehnung der erlaubten Zonen für Kitesurfing ersucht.

Der Kitesurf Club Schweiz betont nun aber, dass es sich nicht um eine «Maximalforderung» handle. Es werde nicht verlangt, dass das komplette Thurgauer Boden- und Unterseeufer für Kitesurfen freigegeben wird. «Korrekt ist, dass unser Gesuch einen grossen Teil der Thurgauer Bodenseefläche umfasst, jedoch bewusst einen gebührenden Abstand von Handlungsräumen ‹Natur und Landschaft› gemäss Seeuferplanung 2017 sowie von stark frequentierten Hafeneinfahrten und Verkehrsrouten vorsieht», schreibt der Club in einer Stellungnahme.

Daraus ergibt sich, dass auf knapp 50 Prozent des Thurgauer Ufers von Unter- und Bodensee vom Kitesurf Club effektiver Zugang zum Gewässer beantragt wird. In Bereichen der anderen 50 Prozent wollen die Kiter entweder einen «gebührenden Abstand» zur natürlichen Uferlandschaft halten, oder ganz auf ihren Sport verzichten, wie beispielsweise in einzelnen Naturschutzzonen oder den Hafeneinfahrten in Romanshorn und Arbon.

Bewilligung läuft im Januar 2020 aus

«Aus unserer Sicht wäre eine Maximalforderung, die Segelklasse Kitesurfen überall auf dem Bodensee zu erlauben, wo man auch die anderen Segelklassen betreiben kann», schreibt der Kitesurf Club weiter. Von dieser Forderung sei ihr Gesuch weit entfernt. Dieses beim Kanton Thurgau eingereichte Papier will der Kitesurf Club jedoch auch weiterhin nicht veröffentlichen.

Aktuell ist Kitesurfen entlang des Thurgauer Unter- und Bodenseeufers nur in zwei explizit definierten Seezonen erlaubt. Umweltverbände wehren sich gegen eine Ausweitung dieser Zonen. Eine befindet sich bei Berlingen, die andere bei Münsterlingen.

Die Bewilligung dafür ist jeweils zwei Jahre gültig und muss vom kantonalen Departement für Justiz und Sicherheit jeweils wieder erneuert werden. Die aktuelle Bewilligung läuft im Januar 2020 aus.

Bund erlaubt Kitesurfen

Der Bundesrat will den Weg frei machen für das Kitesurfen auf Schweizer Gewässern. Doch die Kompetenz liegt bei den Kantonen – in der Ostschweiz wird sich nichts ändern.
Christoph Renn