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Kindertagesstätten kommen im Thurgau unter die Lupe

Ein Bericht soll Aufschluss geben über den Stand der Dinge in der ausserfamiliären Kinderbetreuung. Das hat der Grosse Rat in Minne beschlossen. Um anschliessend kontrovers über Nachteile von Kitas zu debattieren.
Larissa Flammer
Kantonsrat Andrea Vonlanthen (SVP) setzt Fragezeichen bei den Kitas. (Bild: Andrea Stalder)

Kantonsrat Andrea Vonlanthen (SVP) setzt Fragezeichen bei den Kitas. (Bild: Andrea Stalder)

Die letzte Übersicht stammt aus dem Jahr 2008. In diesen zehn Jahren sei im Thurgau in Sachen ausserfamiliäre Betreuung und Kindertagesstätten (Kita) viel gegangen, attestierten mehrere Rednerinnen und Redner den Gemeinden, die im Kanton für diesen Bereich zuständig sind.

Jetzt sei es aber an der Zeit für eine «aktuelle Ist-Analyse», befand nicht nur SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann (Salmsach). «Auch um Lücken zu schliessen», doppelte Kurt Egger (Eschlikon) für die Grünen nach.

Angestossen hatte die Diskussion ein Antrag von Parlamentariern aller Fraktionen mit Ausnahme der SVP. Forderung: Ein «Bericht familienergänzende und schulergänzende Betreuung im Kanton Thurgau».

Für einen Bericht «mit Augenmass»

Selbst die abseitsstehende SVP votierte aber mehrheitlich für den Vorstoss. Allerdings erwarte man einen Bericht «mit Augenmass», welcher kostenmässig im Rahmen bleibe, betonte SVP-Sprecher Andreas Wirth (Frauenfeld). Katharina Bünter-Hager (Gerlikon) begründete das Ja der CVP damit, dass sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Kernbereich einer zukunftsgerichteten Familien- und Wirtschaftspolitik entwickelt habe.

Christian Mader (EDU, Frauenfeld) erhofft sich «präzise Fakten als Voraussetzung für eine saubere Steuerung». Viktor Gschwend (Neukirch) forderte namens der FDP, dass im Bericht Qualitätssicherung und Finanzierung im Vordergrund stehen müssten.

Für eine SVP-Minderheit übte Andrea Vonlanthen (Arbon) Fundamentalkritik: Er kritisierte Kosten, Einmischung in die Gemeindeautonomie und dass der Bericht unvollständig ausfallen werde, weil er die nicht-institutionelle Betreuung ausklammere.

Diskussion über Pro und Kontra Fremdbetreuung

Zum Thema Kinderbetreuung hat fast jeder etwas zu sagen. Auch die Thurgauer Politiker beteiligten sich fleissig an der Diskussion über den Vorstoss «Gestresste Kleinkinder». Das Problem hinter bindungsgestörten Kindern orteten vier SVP-Politiker beim zu frühen Kita-Besuch. Mit der Antwort der Regierung ist Erstunterzeichner Andrea Vonlanthen (SVP, Arbon) nicht zufrieden: «Sie ignoriert das Problem.»

Andere Kantonsräte sehen das Problem des Vorstosses nicht. «Fremdbetreuung ist artgerecht», sagte etwa Brigitta Hartmann (GP, Weinfelden). Wichtig sei eine gute Betreuung und eine sichere Bindung des Kindes zu Bezugspersonen. Für Stress gebe es viele Gründe, ergänzte Marlise Bornhauser (EDU): abwesende, kranke oder süchtige Eltern zum Beispiel.

«Gut geführte Kitas sind da eine gute Lösung.»

Türen geöffnet für Elternurlaub

Bruno Lüscher (FDP, Aadorf) warf die Frage auf, wer denn wen stresse. Der Hauptgrund für gestresste Kinder seien gestresste Eltern. Für SP-Kantonsrat Walter Hugentobler (Matzingen) kommt die Interpellation «tendenziös daher». Er dankte den Interpellanten aber dafür, dass sie «das Scheunentor weit geöffnet haben für einen flexiblen Elternurlaub».

Für Konrad Brühwiler (SVP, Frasnacht) ist die These der Interpellanten dagegen bestätigt. Der Regierungsrat stecke davor den Kopf in den Sand. Sein Parteikollege Hanspeter Gantenbein (Wuppenau) sagte:

«Die Eltern, die von vornherein eine Kita oder eine Nanny wollen, sollen sich lieber einen Hund zutun.»

Regierungsrätin Monika Knill (SVP) versprach, dass das Thema bindungsgestörte und verhaltensauffällige Kinder bei den Thurgauer Fachstellen präsent sei.

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