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Kennenlernen im Schlamm: Auf der Allmend in Frauenfeld setzen sich Wiler Kantischüler für die Artenvielfalt ein

Auf der Allmend in Frauenfeld haben Erstklässler der Kantonsschule Wil im Rahmen einer Projektwoche einen zweitägigen Natureinsatz geleistet. Unter anderem sammelten sie Abfall ein und rissen nicht einheimische Pflanzen aus.
Rahel Haag
Die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Einsatz auf der Allmend. (Bild: Andrea Stalder)

Die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Einsatz auf der Allmend. (Bild: Andrea Stalder)

Das Kreischen der Motorsägen ist schon von weitem zu hören. Im Naturschutzgebiet der Allmend Frauenfeld im Gebiet Galgenholz leisten am Donnerstag 25 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wil einen Arbeitseinsatz. Wie am Tag zuvor regnet es leicht.

Klassenlehrerin Martina Lang geht über die Lichtung. Unter den Sohlen ihrer Wanderschuhe schmatzt der Schlamm, in ihrem Haar hat sich ein dürrer Zweig verheddert. «Wir schaffen hier vor allem Lebensräume und Winterquartiere für Amphibien, Reptilien, Insekten und Nagetiere», sagt sie. Sie deutet auf mehrere Asthaufen, die zu diesem Zweck tags zuvor bereits entstanden sind.

Der Goldrute geht es an den Kragen: Eine Schülerin mit der ausgerissenen Pflanze. (Bild: Andrea Stalder)

Der Goldrute geht es an den Kragen: Eine Schülerin mit der ausgerissenen Pflanze. (Bild: Andrea Stalder)

Betreut wird die Klasse von Reservatsaufseher Reinhold Müller und drei seiner Kollegen. Die Männer übernehmen die Arbeit mit den Motorsägen, die Schüler tragen anschliessend das Material aus dem Unterholz und stapeln es. Zudem geht es Neophyten an den Kragen, sprich nicht einheimischen Pflanzen. Die Jugendlichen reissen hier vor allem Goldruten aus. Auch das Einsammeln von Abfall zählt zu ihren Aufgaben.

Platz und Licht für jedes einzelne Pflänzchen

Erst seit diesem Sommer besuchen die drei Buben und zweiundzwanzig Mädchen die Kanti Wil. Den Natureinsatz absolvieren sie im Rahmen der Projektwoche, die unter dem Motto Klassenengagement steht. In diesem Zusammenhang arbeiten die Schülerinnen und Schüler zwei Tage auf der Allmend. «Ziel ist, dass sich die Jugendlichen in dieser Woche besser kennen lernen», sagt Lang, «und dabei etwas Sinnvolles machen.»

Die Arbeit bereite ihnen Spass, sagen die Schülerinnen. (Bild: Andrea Stalder)

Die Arbeit bereite ihnen Spass, sagen die Schülerinnen. (Bild: Andrea Stalder)

Die Klassenlehrerin, die Bildnerisches Gestalten unterrichtet, entschied sich, das Thema Artenvielfalt ins Zentrum zu stellen. Das Auslichten ist für sie eine Metapher: «Jedes Pflänzchen braucht Platz und Licht, um gedeihen zu können.» Das sei auch in einem Klassenverbund nicht anders:

«Jeder soll sich entfalten können.»

Einige Schritte entfernt macht eine Gruppe von Schülerinnen gerade Pause. Die Arbeit bereite ihnen Spass und auch der Regen störe sie nicht. «Im Gegenteil, ich bin froh, dass es nicht so heiss ist», sagt die 14-jährige Lena Geisser. Der Natureinsatz sei zudem ein guter Ausgleich zur Schule.

«Wir haben schon viel geschafft»

sagt die 15-jährige Leoni Rüdlinger. Die anderen nicken. Dass man den Fortschritt so deutlich sehen könne, sei toll.

Bereits eine Eidechse in einem Asthaufen entdeckt

«Das Engagement der Schülerinnen und Schüler imponiert mir», sagt Reservatsaufseher Müller. Sie seien interessiert und würden viele Fragen stellen, beispielsweise weshalb Neophyten bekämpft werden müssen. Am morgen, bevor sie mit der Arbeit begonnen hätten, habe er ihnen den ersten Erfolg präsentieren können.

«Ich habe bereits eine Eidechse in einem der Asthaufen entdeckt»,

sagt Müller und zeigt auf seinem Smartphone ein Bild des Reptils.

Bereits im Frühling sei er von Martina Lang angefragt worden, ob ein Natureinsatz auf der Allmend möglich sei. Er sei froh um die Hilfe, sagt Müller. In Zukunft wolle er die Zusammenarbeit mit Schulklassen fördern. Er ist überzeugt: «Die Schülerinnen und Schüler werden noch oft an diese beiden Tage zurückdenken.»

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