Keiner zu klein, am Frauenfelder Supermoto ein Töfffahrer zu sein

Am Wochenende führte der Motor- und Radsportverein (MRSV) Frauenfeld in der Allmend sein traditionelles Supermoto durch. Die Zuschauer erlebten spannende Rennen, auch der jüngsten Fahrer.

Andreas Taverner
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Waghalsig legt sich ein Fahrer mit hohem Tempo in die Kurve. (Bilder: Andreas Taverner)

Waghalsig legt sich ein Fahrer mit hohem Tempo in die Kurve. (Bilder: Andreas Taverner)

Die Kontrollschilder im Fahrerlager verraten, dass die Teilnehmer am diesjährigen Supermoto in Frauenfeld aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland kommen. Nach 10 Uhr am Samstag ist mit leichter Verzögerung die Kategorie Prestige 450, bekannt als Königsklasse, unterwegs. Das erste Zeittraining über die Rennstrecke von 1680 Metern, davon rund 300 Metern offroad mit morastigen Abschnitten über zwei Hügel mit Sprüngen, hat es in sich.

Nach dem zweiten Sprung wartet auf die Fahrer eine scharfe und nasse Rechtskurve, die mit Gefühl, angepasstem Tempo und etwas Glück richtig gefahren werden muss. Wem dies nicht gelingt, kann noch das Bein zur Hilfe nehmen. Ansonsten droht dem Fahrer bei dem glitschigen Untergrund die Kontrolle über seine Maschine zu verlieren – und ein Sturz wäre unvermeidlich.

Sechsjährige unterwegs mit über 30 km/h

Dass die Streckenposten ab und zu mit Dreck angespritzt werden, nehmen diese gelassen und mit Humor in Kauf. Dann startet das Zeittraining in der Kategorie Kids. Unter den Teilnehmern befindet sich auch die erst sechsjährige Larissa Arnold aus dem aargauischen Reitnau. Mit vielem Wille, Einsatz und Ausdauer schafft sie es erfolgreich, die Strecke zu absolvieren, obwohl sie im Gegensatz zu den anderen Fahrern in der Kategorie nur mit rund 30 statt mit über 50 Kilometern pro Stunde unterwegs ist.

Eine Zuschauerin erinnert sich: «Sie fuhr schon, als sie noch Windeln trug.» Dass ihr älterer Bruder Alessio Vorbild und ihr grösster Fan ist, erfordert keine weitere Erklärungen. Ihr Vater Franz Arnold, selbst ehemaliger Motorradfahrer, sagt: «Nebst dem Mechaniker bin ich auch Sponsor für die Kinder.» Sohn Alessio hat ein hochgestecktes Ziel. Er möchte einmal so erfolgreich wie Tom Lüthi sein, der 2005 Weltmeister in der 125er-Klasse wurde.

Mit Nummer 38 bei den Kids unterwegs. Larissa Arnold hat auch Spass an ihrem Hobby.

Mit Nummer 38 bei den Kids unterwegs. Larissa Arnold hat auch Spass an ihrem Hobby.

Weitere Infos zum Anlass: www.mrsv-frauenfeld.ch

MOTORRAD: Wie die Wilden

Supermoto ist nicht der Sport für Zartbesaitete. Da kann es schon mal rau her und zu gehen. Nicht im Ton neben der Piste, sondern während der Rennen – wie am Wochenende in Frauenfeld.
Chris Marty