Keine weiteren Rücktritte in der Aadorfer Schulbehörde

Die zwei verbleibenden Mitglieder der Schulbehörde wollen im November keine Gesamterneuerungswahl durchführen. Die Interpartei muss den Entscheid akzeptieren und beschäftigt sich nun mit der Kandidatensuche für die Ersatzwahl.

Roman Scherrer
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Vor dem Rücktritt des Schulpräsidenten: Die Aadorfer Schulbehörde mit Astrid Keller, Martin Köstli, Sandra Gansner Lienau, Andreas Spring und Nino Heider stösst am 12. Februar 2017 auf die Gesamterneuerungswahl an. (Archivbild: Olaf Kühne)

Vor dem Rücktritt des Schulpräsidenten: Die Aadorfer Schulbehörde mit Astrid Keller, Martin Köstli, Sandra Gansner Lienau, Andreas Spring und Nino Heider stösst am 12. Februar 2017 auf die Gesamterneuerungswahl an. (Archivbild: Olaf Kühne)

Das neue Schuljahr startete in Aadorf scheinbar ruhig. So war nicht mehr viel zu hören in der Geschichte rund um den Rücktritt von Schulpräsident Martin Köstli (unsere Zeitung berichtete). Dennoch fanden bis vor Kurzem Gespräche zwischen der Interpartei, dem gemeinsamen Organ der in Aadorf aktiven Parteien und den drei Schulbehördenmitgliedern statt, welche voraussichtlich ihr Mandat nicht abgeben werden.

Roland GabrielVize-Präsident der FDP Aadorf

Roland Gabriel
Vize-Präsident der FDP Aadorf

«Die letzten Gespräche fanden vor rund zwei Wochen statt», bestätigt Roland Gabriel, Vize-Präsident der Aadorfer FDP. Die Interpartei hielt dabei an ihrer Forderung fest, die Schulbehörde solle sich im November einer Gesamterneuerungswahl stellen. Nachdem die Behördenmitglieder Andreas Spring und Astrid Keller per Ende Jahr aus dem Gremium zurücktreten, sind die zwei Verbleibenden nicht bereit, dasselbe zu tun, um sich anschliessend der Erneuerungswahl zu stellen. Dies geht aus einer Mitteilung der Interpartei hervor.

Probleme noch nicht gelöst

«Die Interpartei bedauert den Entscheid», heisst es in dem Schreiben weiter. «Sie muss und wird den Entscheid allerdings akzeptieren.» Die Rücktritte der Behördenmitglieder hätten freiwillig erfolgen müssen, ein Instrument für eine vorzeitige Abwahl existiert nämlich nicht. «Gäbe es ein solches, hätten wir auf jeden Fall davon Gebrauch gemacht», sagt Roland Gabriel. Mit dem Rücktritt von Andreas Spring sei ein Problem gelöst worden, aber längst nicht alle. «Es herrscht keine auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit in der Behörde.» Das Vertrauen in die Schulbehörde wiederherzustellen, ist denn auch das Hauptanliegen der Interpartei. Und zwar seitens der Bevölkerung wie auch der Mitarbeitenden der Schule.

Parteien verfolgen Arbeit der Behörde

Die nächste ordentliche Gesamterneuerungswahl steht erst 2021 an. «Wir stehen also vor einer Übergangsphase von zweieinhalb Jahren», sagt Gabriel. In dieser Zeit will die Interpartei die Arbeit der Schulbehörde «eng und aufmerksam verfolgen».

Wie dies im Detail geschehen soll, ist derzeit noch nicht festgelegt. Roland Gabriel kann sich aber einen regelmässigen Austausch mit den Behördenmitgliedern vorstellen. Dies soll dazu dienen, dass die Interpartei in drei Jahren klare Wahlempfehlungen abgeben kann.

«Wir werden 2021 nicht alle bisherigen Behördenmitglieder vorbehaltlos unterstützen.»

sagt der Vize-Präsident der Aadorfer FDP, Roland Gabriel. Für ihn sind sogar Empfehlungen zur Nicht-Wahl von einzelnen Behördenmitgliedern vorstellbar. «Wir müssen aber schauen, wie sich die Dinge bis dahin entwickeln.»

Derzeit befasst sich die Interpartei mit den Ersatzwahlen von Ende November und führt Gespräche mit möglichen Kandidaten. Viel Zeit bleibt ihr dafür nicht mehr. Denn bis zum 1. Oktober müssen die Wahlvorschläge bei der Aadorfer Schulverwaltung eingereicht werden, damit diese auf die Namensliste aufgenommen werden können.