Keine Sekunde länger als 15 Minuten: Das war die wichtigste Regel am musikalischen Speed-Dating namens «8x15» im Eisenwerk in Frauenfeld

Am «8x15» von SRF Virus haben vergangenen Freitagabend acht Bands dem Thurgau gezeigt, was die junge Schweizer Musikszene zu bieten hat.

Viola Stäheli
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The Rising Lights im Eisenwerk.

The Rising Lights im Eisenwerk.

Bild: Patrick Frischknecht, Frauenfeld

Eine Viertelstunde, dann fällt der Vorhang. Das sind die Spielregeln am Freitagabend im Eisenwerk Frauenfeld – und der Countdown auf dem sekundengenauen Timer macht die Frauenfelder Band «The Rising Lights» ziemlich nervös. Dann ist es so weit, der Vorhang öffnet sich und das Trio legt mit ihrer Rockmusik los. Damit startet das erste Thurgauer «8x15», ein Konzertformat von SRF Virus. Bei «8x15» handelt es sich um ein musikalisches Speed-Dating: Acht Acts aus der jungen Schweizer Musikszene haben je 15 Minuten Zeit zu zeigen, was sie zu bieten haben.

Dass 15 Minuten nicht lange sind, können The Rising Lights bestätigen: «Wir mussten auf die Sekunde genau loslegen – und dann auch auf die Sekunde genau abschliessen. Das ist gar nicht so einfach», sagt Jovin Langenegger.

«Als der Vorhang hochging und viele bekannte Gesichter im Publikum waren, liess die Unsicherheit aber nach.»

Das sagt Dennis Koch weiter. Das Trio hat den Auftritt genossen: «Ich glaube, dem Publikum hat es gefallen. Aber so oder so: Wir machen weiter!», sagt Simeon Wälti lachend.

The Rising Lights als Local-Heros

Die Acts am «8x15» werden von SRF Virus bestimmt: «Uns ist wichtig, dass immer ein Local-Hero dabei ist. Heute waren das The Rising Lights», sagt Kim Schärer von SRF Virus. Tatsächlich ist nur das Trio aus dem Thurgau – die anderen Acts sind von Bern, Genf oder auch aus dem Tessin nach Frauenfeld angereist. «8x15» ist über Jonathan Trüeb vom Verein «Kultur im Eisenwerk» in den Thurgau gekommen. «Wir haben etwa 150 Zuschauer hier», sagt Trüeb.

«Im Moment bleibt es bei der einmaligen Durchführung. Aber es ist möglich, dass das Eisenwerk wieder einmal Gastgeber sein wird.»

«8x15» kann durchaus ein Sprungbrett für die musikalische Karriere sein. Das haben Lo & Leduc oder auch Hecht bereits bewiesen. Auf einen ähnlichen Erfolg hofft auch das «SRF 3 Best Talent» Murphy aus Bern. Der 25-jährige Rapper mit kongolesischen Wurzeln bringt in seinen 15 Minuten das Publikum zum Tanzen – stilvoll in rosa Pullover und Latzhosen. «Ich bin zum ersten Mal in Frauenfeld: Und es hat Spass gemacht! Die Leute gingen ab», sagt er.

Ebenfalls für Begeisterung sorgten der Tessiner Maic Check, der bewies, dass Rap auf Italienisch seinen ganz eigenen Charme hat, und die St.Gallerin Priya Ragu. Sie machte ihrem Ruf, ein Soul-/R-’n’-B-Geheimtipp zu sein, alle Ehre. Sie meint:

«Klar wäre ich gerne noch länger als 15 Minuten auf der Bühne geblieben, aber ich hoffe, dass ich auch in dieser begrenzten Zeit Herzen berühren konnte.»

Die Konzerte sind zu hören auf www.srfvirus.ch und werden auf Radio SRF Virus, SRF 3, Couleur 3, Rete Tre und RTR ausgestrahlt. Ausserdem läuft am 11.Dezember kurz vor Mitternacht auf SRF 2 ein Zusammenschnitt dieses «8x15».

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