Keine Pfingstrennen und kein Swissderby wegen des Coronavirus: Nächstes Ungemach für den Rennverein Frauenfeld

Nach der letztjährigen Reduktion von Renntagen in Frauenfeld fallen die zwei noch verbleibenden in diesem Sommer der Coronakrise zum Opfer.

Samuel Koch
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Vergangenes Jahr noch war Bundesrat Guy Parmelin (Mitte) am Pfingstrennen in Frauenfeld zu Gast. Der Rennverein feierte seinen hundertsten Geburtstag. Heuer gibt es möglicherweise gar keine Rennen.

Vergangenes Jahr noch war Bundesrat Guy Parmelin (Mitte) am Pfingstrennen in Frauenfeld zu Gast. Der Rennverein feierte seinen hundertsten Geburtstag. Heuer gibt es möglicherweise gar keine Rennen.

Bild: Reto Martin

Der Pferderennsport in Frauenfeld ist zu Umstellungen gezwungen. Der Renntag am Pfingstmontag, 1. Juni: abgesagt. Das 40. Swiss Derby am 21. Juni: ebenfalls abgesagt. «Der aktuelle Stand der Coronakrise macht eine ordentliche Organisation und Durchführung der beiden geplanten Renntage unmöglich», teilt Heinrich Strehler, Mediensprecher des Frauenfelder Rennvereins, mit grossem Bedauern mit.

Erst im vergangenen Jahr feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen, unter anderem mit dem Besuch von Bundesrat Guy Parmelin. Im Herbst dann die erste Hiobsbotschaft mit der Liquidation des Turf Clubs, womit der Rennverein für dieses Jahr die Finanzen für lediglich noch zwei Renntage aufzubringen vermochte.

Pfingstrennen 2019 auf der Pferderennbahn in Frauenfeld.

Pfingstrennen 2019 auf der Pferderennbahn in Frauenfeld.

Bild: Reto Martin

Finanzieller Schaden hält sich in Grenzen

Nun also der nächste Schock, der jedoch im Pferderenn­umfeld für einmal nicht hausgemacht ist. «Die ausserordentliche Lage zwingt uns dazu», sagt Strehler. Und sie zwingt nicht nur den Rennplatz Frauenfeld zu Absagen, sondern auch die bald geplanten Renntage des Schweizer Turf unter anderem in Fehraltorf oder Aarau. In Frauenfeld wären die Organisatoren erst jetzt im April so richtig in den Sattel gestiegen. Strehler:

«Die Kosten für die Saison sind erst teilweise angefallen.»

Bisher sei einzig Geld in Mannstunden und die Bahnpflege geflossen. Nicht nur die Unsicherheit wegen der Organisation zwingt den Rennverein jetzt zu dieser Absage, sondern auch die Schwierigkeit beim Sponsoring. Eine weitere Hürde sei die verfügbare Zahl der Schweizer Rennpferde. Und auch die Verfügbarkeit des derzeit von der Armee beanspruchten Waffenplatzes der Eidgenossenschaft als Eigentümerin sei für Publikumsanlässe mit mehreren tausend Zuschauern derzeit nicht gewährleistet.

Mögliche Verschiebung in Spätsommer oder Herbst

Aufgeschoben soll aber nicht ganz aufgehoben sein: So lautet das jetzige Motto des Rennvereins. Dessen Mitglieder suchen nun nach Lösungen, um ein Sonntagsrenntag im Spätsommer oder im Herbst auszutragen. «Wir streben eine Verschiebung des Swiss Derbys mit dem Gemeinde-Cup Regio Frauenfeld und den beliebten Ponyrennen an», sagt Strehler. Aber dafür müsse die Eigentümerin die Bewilligung für eine Durchführung zuerst erteilen. Strehler sagt:

«Wir stehen in Austausch mit den Behörden, aber der Bund gibt den Takt vor.»

Zudem fokussiere der Schweizer Verband auf die Planung eines völlig neuen Rennkalenders. Jedoch frühestens, wenn die Bevölkerung wieder zurück zur Normalität finden kann. «Heute haben die Gesundheit unserer Bevölkerung, die Einhaltung der Vorschriften sowie die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit oberste Priorität», sagt Strehler aus dem Homeoffice.