Keine Bauvisiere: 350 Kreuzlinger wehren sich gegen eine Sunrise-Antenne

Mit einer Sammeleinsprache wehren sich 350 Mitunterzeichner gegen den Bau einer Mobilfunkantenne im Industriegebiet am See.

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(red/mte) Die Firma Sunrise will auf dem Gelände des Bootsbaubetriebes Neuweiler an der Kreuzlinger Sonnenwiesenstrasse eine Mobilfunkanlage errichten. Sie würde sich damit nahe am Seeufer und dem Naturschutzgebiet befinden. Geplant ist ein etwa 30 Meter hoher Mast mit Mobilfunkantennen verschiedener Generationen.

Stefan Zbornik, Präsident strahlungsfreies Kreuzlingen

Stefan Zbornik, Präsident strahlungsfreies Kreuzlingen

Bild: PD

Gegen die Antenne setzt sich nun der Verein strahlungsfreies Kreuzlingen zur Wehr. Er hat eine Sammeleinsprache aufgesetzt, die mehr als 350 Personen unterzeichnet haben. Die Einsprache hat der Verein nun bei der Stadt eingereicht. Der Stadtrat muss diese nun prüfen.

Antenne könnte Naturschutzgebiet schädigen

Die Einsprecher bemängeln, dass der Antennenmast das Ufer- und Landschaftsbild beeinträchtige. Zudem sei die Sendeleistung mit 13 Kilowatt sehr hoch. Die Antennen könnten so ganz Kreuzlingen und weite Teile von Konstanz bestrahlen. Mobilfunkstrahlen könnten Bäume, Pflanzen und Tiere im Naherholungs- und Naturschutzgebiet schädigen, auch die Gesundheit der Menschen, begründet der Verein seinen Widerstand gegen die 5G-Antenne.

Gravierend sei auch der Umstand, dass Sunrise seinem Baugesuch kein Gutachten beigelegt habe, das zeige, dass die Mobilfunkstrahlung die Funktion elektronischer Anlagen, Steuerungen und Computer der nah gelegenen Industrieunternehmen nicht beeinträchtigt.

Die Bauvisiere für die Antenne wurde nicht erstellt

Unabhängig der Einschätzung dieser Faktoren durch den Stadtrat, müsse das Auflageverfahren wiederholt werden, weil die Bauvisiere für das Technikgebäude neben der Antenne nicht erstellt worden seien.

In der Mitteilung des Vereins kommt zu diesem Aspekt auch Gemeinderat Jost Rüegg zu Wort. «Es fällt auf, dass die Mobilfunkanbieter bei den geplanten Antennenstandorten auf dem ganzen Stadtgebiet keine der vorgeschriebenen Bauvisiere erstellen. Ich rechne damit, dass der Stadtrat bei allen Vorhaben eine Neuauflage mit den vorgeschriebenen Bauvisieren verlangt, um ein Präjudiz für andere Bauvorhaben zu vermeiden», schreibt Rüegg.

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