«Kein Kaff ist keine Option»: Beim Kulturpavillon in Frauenfeld folgt Geldsuche auf Standortsuche

Seit Anfang August läuft das Crowdfunding vom Kaff für den geplanten Kulturpavillon auf dem Unteren Mätteli.

Amina Mvidie
Drucken
Teilen
Die Visualisierung zeigt den geplanten Pavillon auf dem Unteren Mätteli für das Projekt «Kaff auf Dauer».

Die Visualisierung zeigt den geplanten Pavillon auf dem Unteren Mätteli für das Projekt «Kaff auf Dauer».

Bild: PD

150'000 Franken: Diesen Betrag möchte der Verein Projekt Kulturarbeit für Frauenfeld (Kaff) mit dem Anfang August gestarteten Crowdfunding sammeln. Mit dem Geld will der Verein den Bau eines neuen Kulturlokals auf dem Unteren Mätteli finanzieren. Direkt an der Bahntrasseemauer des Parkplatzes soll das zukünftige Daheim vom Kaff entstehen.

Anna Villiger, Vizepräsidentin Kaff.

Anna Villiger, Vizepräsidentin Kaff.

Bild: PD

Die Startphase des Crowd­fundings stimmt die Vereinsmitglieder optimistisch. «Innerhalb von einer Woche sind fast 15'000 Franken zusammengekommen», sagt Kaff-Vizepräsidentin Anna Villiger. Bis Ende Oktober läuft das Crowdfunding noch. Bei der Plattform, auf der sie ihr Projekt bewerben, hätten sie eine Verlängerung bis Ende Dezember beantragt, sagt sie.

Mit kleinen Spenden ans Ziel

Insgesamt kostet das Projekt «Kaff auf Dauer» 900'000 Franken. Mit diesem Betrag wäre der geplante Pavillon mit Technik- und Gastroinfrastruktur sowie WC- und Backstage-­Container vollumfänglich finanziert.

Die Stadt Frauenfeld hat dem Kulturverein bereits 300'000 Franken zugesprochen. Mit dem Kanton ist der Verein für einen Beitrag in ähnlicher Höhe im Gespräch. Laut Villiger ist der Entscheid noch hängig. Der restliche Drittel soll mit Crowdfunding, Eigenleistungen sowie Sponsoring gedeckt werden.

Einen Plan B gibt es nicht. «Kein Kaff ist keine Option», sagt Anna Villiger. Die Frauenfelderin ist überzeugt, dass sie die Finanzschwelle von 100'000 Franken erreichen. Diesen Betrag muss der Verein Projekt Kaff nämlich bis zum Ende des Crowdfundings mindestens zusammenhaben, damit sie die bereits gespendeten Gelder erhalten. Ansonsten gehen die Gelder zurück an die Unterstützenden. Zur Bekanntmachung des Projektes hat der Kulturverein verschiedene Veranstaltungen geplant. Ausserdem setzen sie auf Mund-Propaganda.

Kaff-Veranstaltungsreihe startet Mitte September

Auch ohne Lokal wolle der Verein Projekt Kaff die Frauenfelder Kulturszene weiterhin beleben, sagt Kaff-Vizepräsidentin Anna Villiger. «Wir wollen Menschen zusammenbringen.» Um auf das Crowdfunding aufmerksam zu machen und sichtbar zu bleiben, hat der Kulturverein darum bis im Dezember pro Monat je zwei verschiedene Veranstaltungen geplant. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe gibt’s am Samstag, 19. September, von 16 bis 22 Uhr eine Rollschuhdisco auf dem Unteren Mätteli. Der Eintritt mit Rollschuhen beträgt fünf Franken. Eine limitierte Anzahl von mietbaren Rollschuhen stehen für einen Aufpreis von fünf Franken zur Verfügung. Am Samstag, 26. September, organisiert der Verein im Murg-Auen-Park ein Kubb-Turnier. Für die Teilnahme ist keine Anmeldung nötig, der Anlass ist kostenlos. Auch im Oktober steht die erste Veranstaltung bereits fest. In Zusammenarbeit mit dem Cinema Luna führt das Kaff am Samstag, 24. Oktober, ein Filmgespräch mit Lara Stoll. Die im Künstlerin ist die Protagonistin von Cyrill Oberholzers Film «Das Höllentor von Zürich», der an diesem Abend gezeigt wird. (amv) www.kaffaufdauer.ch

Kaff-Vizepräsidentin Anna Villiger sagt:

«Wir hoffen, dass wir mit vielen kleinen Spenden unser Ziel erreichen.»

Einen Schock hat der Verein Projekt Kaff bereits überstanden: Vergangene Woche ist der fünfstellige Spendenbetrag von einem Tag auf den anderen in den vierstelligen Bereich gerutscht. Das Rätsel um die plötzliche Abnahme konnte schnell gelöst werden. «Die Crowdfundingplattform hat das Zahlungssystem umgestellt», sagt die Kaff-Vizepräsidentin, «die Gelder sind also nicht verloren.»

Optimierung der Strukturen innerhalb des Vereins

Die Sponsorensuche läuft auf Hochtouren. Mit potenziellen Gönnerinnen und Gönner seien sie in Kontakt, sagt Anna Villiger.

«Da uns eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit am Herzen liegt, wägen wir zurzeit die besten Optionen noch ab.»

Auf die Unterstützung von anderen Kulturinstitutionen könne das Kaff aber zählen, ergänzt sie. Die Zeit bis zum Ende des Crowdfundings nutze der Verein nun, um die Strukturen innerhalb des Vereins zu optimieren. Sie sagt: «Die Leitung und die Organisation des zukünftigen Kaffs stehen aber noch in den Sternen.»

Mehr zum Thema