Kolumne

Kein Bier in der Sporthalle

Südsicht Im Hinterthurgau fliesst derzeit, so scheint es, allerorts Bier. Sollte sich das auf die Abstimmung über die Eschliker Sporthalle auswirken, wäre es für die Initianten des Baus besonders ärgerlich.

Roman Scherrer
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Roman Scherrer(Bild: Ralph Ribi)

Roman Scherrer
(Bild: Ralph Ribi)

Es ist soweit. Die Zeit ist wieder gekommen, in der man das Gefühl hat, dass im Hinterthurgau mehr Bier fliesst, als die Murg Wasser führen kann. Denn: Nach dem Eschliker Riethof-Fest ist vor dem Oktoberfest Tannzapfenland. Und wer bei Letzterem nach einigen Mass noch nicht genug hat, kann die Nacht gleich durchmachen, um sich anschliessend beim Saisonbierfest der Fischinger Klosterbrauerei mit Gourmetbier den Rest zu geben. Dies soll aber natürlich kein Programm-Vorschlag sein.

Zumindest am kommenden Wochenende, beim Ostschweizer Solisten- und Ensemble-Wettbewerb in Sirnach, sollte die Gerstensaftschwemme eine Pause einlegen. Ansonsten erhält die Sirnacher Fasnacht als grosse Bühne für die Guggenmusik plötzlich Konkurrenz aus dem eigenen Dorf. Das kann nun wirklich nicht das Ziel sein.

Was bei der ganzen Bierseligkeit auffällt: Das Riethhof-Fest fand in einem Sicherheitsabstand von drei Wochen vor der Abstimmung über die neue Eschliker Sporthalle statt. Wollte da jemand verhindern, dass sich einige Leute in einer stammtischähnlichen Diskussion dazu überreden lassen, am 23. September dreimal ein «Nein» in die Urne zu legen?

Denn wäre das Gegenteil der Fall und der Alkohol würde ein «Ja» begünstigen, könnten die Sporthallen-Gegner den Bau im Nachhinein als Bieridee bezeichnen. Das wäre ärgerlich für die Initianten. Man stimmt ja schliesslich über eine Sport- und nicht über eine Mehrzweckhalle ab, die auch für bierige Festivitäten geeignet wäre.