Kebap-König Mehmet Kasisari plant in Frauenfeld ein neues Döner-Restaurant 

Kebap-Pionier Mehmet Kasisari und seine Familie eröffnen im Osten der Stadt Frauenfeld ein neues Döner-Restaurant. Es soll sich aus verschiedenen Gründen von anderen Döner-Buden abheben.

Samuel Koch
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Drei Generationen vor dem Eingang zu «Mehmet’s Palace»: Alkan, Kaan Jerome und Şilan Güzel sowie Mehmet Kasisari.

Drei Generationen vor dem Eingang zu «Mehmet’s Palace»: Alkan, Kaan Jerome und Şilan Güzel sowie Mehmet Kasisari.

Bild: Andrea Stalder

Zwei Jahre Abstinenz sind genug. Mehmet Kasisari juckt’s wieder in den Fingern. Seine Leidenszeit ohne eigene Kebap-Bude endet demnächst, wenn er mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn, Şilan und Alkan Güzel, im neuen Goldäcker-Gebäude bei der Autobahnzufahrt Ost mit dem «Mehmet’s Palace» startet – einem Restaurant mit und für Döner. «Ich habe den Traum vom eigenen Döner-Restaurant, das sich von anderen abhebt, schon lange», sagt Kasisari.

Mehmet Kasisari war es, der das bekannteste Gericht aus der türkischen Küche vor mittlerweile über 25 Jahren nach Frauenfeld brachte. Seit zwei Jahren greift er nicht mehr selber zum Messer und schneidet Fleisch vom Dönerspiess, nachdem er seine Kebap-Bude neben der kleinen Migros an der Zeughausstrasse verpachtet hat.

Spezielle Lüftungen gegen Döner-Geruch in Kleidern

Im Gegensatz dazu soll das Konzept in «Mehmet’s Palace» von Kasisaris Tatar GmbH im Erdgeschoss des neuen Gebäudekomplexes, welches Garagist Ruedi Bütikofer gebaut hat und nun der Gebäudeversicherung gehört, einzigartig werden im ganzen Kanton. «Edel und schön soll unser Restaurant werden, und dank spezieller Lüftungen soll es darin nicht nach Döner riechen», sagt Geschäftspartner Alkan Güzel. Şilan Güzel lacht und sagt: 

«So können etwa Büroangestellte nach dem Mittag Termine abmachen, ohne dass ihre Kleider nach Döner riechen.»

Im Langdorf brummen Industrie und Gewerbe, wo potenzielle Kundschaft arbeitet. Den Irrtum, dass rundherum nur gearbeitet wird, wollen die Güzels und Kasisari ausräumen. «Hinter dem Tower wohnen viele, die zu Fuss zu uns finden können», sagt Alkan Güzel.

Die Fläche samt Lager und WC erstreckt sich über knapp 270 Quadratmeter. «Hier hinten bauen wir eine offene Lounge», sagt Kasisari bei einer Baustellenbegehung vor der geplanten Eröffnung im April.

Zu einer Shisha-Bar wollen sie nicht werden, sondern zu einem Restaurant mit orientalischen und mediterranen Speisen, mit einem offenen Salat- und Antipasti-Buffet, mit eigenem Fladen- und Taschenbrot, herkömmlichem Döner-Spiess und Plättchenfleisch-Döner, sogenanntem Yaprak, aber auch mit Pizza sowie Pasta-Gerichten.

Drive-in zu anspruchsvoll und zu kompliziert

Die knapp 70 Personen, die im Innern an Hochtischen auf Barstühlen sitzen oder sich um gewöhnliche Tische setzen, werden von Mehmet Kasisari selbst und vier Angestellten bedient. «Wir setzen auf Qualität und Familienfreundlichkeit zu guten Preisen», sagt Kasisari. So soll ein Döner mit Getränk maximal 14 Franken kosten.

Die ganze Familie freut sich auf die Neueröffnung. Alkan Güzel und Şilan Güzel mit Sohn Kaan Jerome sowie Mehmet Kasisari.

Die ganze Familie freut sich auf die Neueröffnung. Alkan Güzel und Şilan Güzel mit Sohn Kaan Jerome sowie Mehmet Kasisari.

(Bild: Andrea Stalder)

Geöffnet sein soll «Mehmet’s Palace» sieben Tage pro Woche, von vormittags bis abends. «Alkan isst hie und da Döner schon zum Zmorge», sagt Şilan Güzel und zwinkert ihrem Ehemann zu. Mit einem Döner-Drive-in – wie sie im nördlichen Nachbarland verbreitet sind – haben die Güzels und Kasisari nur kurz geliebäugelt. «Leider waren diese Pläne zu anspruchsvoll und zu kompliziert», sagt Alkan Güzel, «aus organisatorischen und logistischen Gründen.»

FRAUENFELD: Einmal Mehmet mit frischem Brot

Ein gelernter Stromer eröffnete 1994 den ersten Kebap-Imbiss der Stadt – in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Metzgerei. Das Rollen des Fladenbrots brachte er sich selbst bei.
Désirée Wenger