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Aadorfer Stimmbürger genehmigen zweimal ein Defizit über eine halbe Million Franken

285 Stimmberechtigte füllten am Mittwochabend den Gemeindesaal bis auf den letzten Platz. Nach zahlreichen Rückfragen brachten Gemeinderat und Schulbehörde sämtliche Anträge durch.
Kurt Lichtensteiger
Dank höherer Steuereinnahmen muss er den Steuerfuss nicht erhöhen, ist der Aadorfer Gemeinderat überzeugt. (Bild: Olaf Kühne)

Dank höherer Steuereinnahmen muss er den Steuerfuss nicht erhöhen, ist der Aadorfer Gemeinderat überzeugt. (Bild: Olaf Kühne)

«Wir sind auf Kurs, müssen aber bei weiterer Verschuldung die Liquidität im Auge behalten», sagte Gemeindepräsident Matthias Küng. Das Budget, welches die Politische Gemeinde Aadorf am Mittwochabend ihren Stimmbürgern vorlegte, sieht einen Aufwand von rund 19 Millionen Franken und ein Defizit von 563'000 Franken vor.

Die neuesten Zahlen beim Steuereingang zeigen allerdings deutlich nach oben. Alles in allem gesehen könne der gleichbleibende Steuerfuss von 55 Prozent verantwortet werden. Beträchtliche Investitionen stehen in den nächsten Jahren bevor, so unter anderem für den behindertengerechten Bahnhofplatz und das Feuerwehr-Werkgebäude. Bei den Investitionen des kommenden Jahres wird mit Ausgaben von netto 4,2 Millionen Franken gerechnet.

Nur noch Leinenpflicht für Hunde auf Friedhof

Mit der Übernahme des Friedhofunterhalts wurde das Reglement angepasst. So besteht für Hunde kein Verbot mehr, jedoch neu eine Leinenpflicht. Nichtkirchliche Abdankungsfeiern in der Friedhofhalle sollen in Absprache mit der Kirche übergeordnet geregelt werden.

Mehr zu reden gab die Sanierung der sanitären Anlagen im Garderobenbereich des Hallenbades, wofür der Kreditantrag von 800'000 Franken auf 770'000 reduziert wurde. Am Wasserschaden beteiligt sich die Versicherung mit 40'000 Franken. Ein Votant wollte genauere Zahlen zu den für die beiden Bäder bewilligten 7,2 Millionen Franken sehen, die aber veröffentlicht worden seien. Dem Kreditbegehren wurde zugestimmt.

Beitrag für Reithalle

In den Genuss einer Unterstützung kam der Kavallerieverein Hinterthurgau. Für den Bau einer neuen Reithalle, dessen Kosten von 1,5 Millionen der Verein mit seinen 200 Mitgliedern zu tragen hat, wurde ein einmaliger Beitrag von 150'000 Franken gewährt, wovon die Hälfte als zinsloses Darlehen. Präsident Georg Zehnder unterstrich die Bedeutung des Vorhabens für Aadorf.

Andere Votanten betonten die Attraktivitätssteigerung, die Nachwuchsarbeit, die Solidarität mit dem Reitverein und die Möglichkeit zu artfremden Indoor-Anlässen. «Die ungeschickt verhandelnde Vorgängerbehörde hat zu einem Schnäppchenpreis das Hildebrand-Areal veräussert, so muss nicht hier der Sparhebel angesetzt werden», lautete zudem eine Wortmeldung.

Haltestelle Guntershausen nicht behindertengerecht

Matthias KüngGemeindepräsident Aadorf

Matthias Küng
Gemeindepräsident Aadorf

Andere Voten betrafen die Verlegung der Grüngutsammelstelle, was die Verursacher zu Kosten zwingt, die diese aber schon bisher hatten. Küng empfahl, die Erfahrungen abzuwarten.

Zum Bahnhof Guntershausen konnte der Präsident nichts Anderes sagen, als dass nichts passiert. Bestimmt werde die Haltestelle nicht behindertengerecht ausgebaut, weil dies von der SBB als unverhältnismässig erachtet werde. Für den Veloweg von Häuslenen nach Aadorf sei nächsten Frühling Baustart, beruhigte Küng eine Bürgerin.

Applaus gab es dann auch noch: So für 17 eingebürgerte Einzelpersonen und Familien, aber auch für Sabina Peter Köstli, die 14 Jahre dem Gemeinderat angehörte und für Conny Hasler-Roost nach neunjähriger Amtstätigkeit. Einen Blumenstrauss gab’s dazu.

Schule: Eine halbe Million für neue Tablets

Da Schulpräsident Martin Köstli bekanntlich im Sommer zurückgetreten war, übernahm Vizepräsident Nino Heider die Leitung der Schulgemeindeversammlung.

Nino HeiderVize-Schulpräsident Aadorf

Nino Heider
Vize-Schulpräsident Aadorf

Vorerst übergab er dem Informatik-Verantwortlichen Andreas Spring das Wort. Dieser begründete die Anschaffung von 500 iPads für 495'000 Franken; inklusive Infrastruktur. Damit ist auch die Aufstockung einer IT-Supportstelle um 50 Prozent verbunden.

Was mit den alten Geräten geschehe, wollte jemand wissen. Diese würden vom Lieferanten zurückgenommen und seien Gegenstand der Ausschreibung. Und was denn die Kindergärtler mit einem iPad machen?

Deren vier stünden einer Klasse zur Verfügung. Eine spielerische Herangehensweise sei durchaus kindergerecht, lautete die Antwort. Für die 1. bis 4. Klasse gibt es Halbklassensätze, während die 5. und 6. Klasse mit einem Klassensatz ausgerüstet wird. Der Kredit wurde mit lediglich neun Gegenstimmern bewilligt.

Gewinn statt Defizit erwartet für 2018

Zum provisorischen Abschluss 2018 lässt sich sagen, dass man bei der Prognose daneben liegt. Wieder einmal im positiven Sinne. Anstatt budgetierter 426'000 Franken Defizit ist ein Überschuss von 590'000 Franken zu erwarten. Dank höherer Steuereinnahmen, rund eine Million besser als budgetiert, heisst auch, dass die Ausgaben im Griff sind.

Anderseits führt dies dazu, dass Aadorf gegenüber dem Kanton vom Beitragsempfänger zum Beitragszahler wird. Das Budget 2019 sieht einen Aufwandüberschuss von 539'800 Franken vor. Dies bei einem Gesamtaufwand von rund 19,9 Millionen Franken. Für die Jahre 2020 bis 2023 stellte Astrid Keller allerdings Investitionen von 12,8 Millionen in Aussicht.

So für die Sanierungen der Schulhäuser Ettenhausen, die alte Turnhalle Guntershausen, Schulhaus Häuslenen, Kindergarten Guntershausen und Sek Nord. Dank gutem Eigenkapital sollte der Steuerfuss von 94 Prozent allerdings beibehalten werden können. Noch 2013 lag dieser bei 98 Prozent.

Parkplatz-Sackgasse wird aufgehoben

Bei der allgemeinen Umfrage kam das Parkplatz-Problem an der Rietstrasse zur Sprache. Eine Bewirtschaftung, will heissen 50 bis 80 Franken monatlich für auswärts wohnendes Lehrpersonal, wurde vorgeschlagen. Sechs zusätzliche Parkplätze und ein Rundverkehr sollen Abhilfe schaffen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen, tragen zudem nicht zu einer Beruhigung der Verkehrssituation bei.

Zum Schluss begrüsste die neu gewählte Präsidentin Astrid Keller die beiden frischgebackenen Behördemitglieder, dankte allen Beteiligten und versprach, sich mit Freude und Engagement an die neue Aufgabe zu machen, was die Anwesenden mit warmem Applaus quittierten. Dieser ist zweifellos als Vertrauensbeweis zu werten.

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