Katholische Kirchgemeinde und Schule spannen in Sirnach für einen neuen Kindergarten zusammen

Die Sirnacher Schule hat seit längerem einen Ersatz für ihren Kindergarten an der Frauenfelderstrasse gesucht. Nun hat sie eine Lösung im Anbau des katholischen Pfarrhauses gefunden, der voraussichtlich Ende 2022 bezugsbereit sein wird.

Roman Scherrer
Drucken
Teilen
Die Visualisierung zeigt den Eingang des künftigen Sirnacher Kindergartens im Anbau des Pfarrhauses.

Die Visualisierung zeigt den Eingang des künftigen Sirnacher Kindergartens im Anbau des Pfarrhauses.

Bild: PD

Die Beziehung ist eine altbewährte. Seit Jahren betreibt die Sirnacher Schule – heute als Teil der Einheitsgemeinde, früher als Volksschulgemeinde – den Kindergarten an der Frauenfelderstrasse. Die Katholischen Kirchgemeinde Sirnach ist Eigentümerin der Liegenschaft und stellt das Erdgeschoss der Einheitsgemeinde im Mietverhältnis zur Verfügung.

«Die Situation ist dort aber nicht mehr optimal», erklärt Gabriel Walzthöny, der in der Schulkommission für die Liegenschaften zuständig ist. Die Räumlichkeiten des «Frauenfelders», wie der Kindergarten schulintern genannt wird, seien in die Jahre gekommen. Deshalb hat man sich seit einiger Zeit nach einem Ersatz umgesehen. «Zudem hat die Wohnung im Obergeschoss keinen eigenen Aufgang. Der Mieter muss also jeweils durch den Kindergarten die Wohnung betreten und verlassen.» Bis vor einigen Jahren sei das kein Problem gewesen, weil ein Mitarbeiter der Schule dort gewohnt habe.

Wenige Meter vom heutigen Kindergarten entfernt

«Nun haben wir die Chance gepackt», sagt Walzthöny. Er verweist damit auf den Anbau, welchen die Katholische Kirchgemeinde beim Pfarrhaus an der Wilerstrasse plant – nur ein paar Meter vom heutigen Kindergarten entfernt. Darin sieht sie auch einen neuen Kindergarten vor, der denjenigen an der Frauenfelderstrasse dereinst ablösen soll. Aber nicht sofort, wie Walzthöny erklärt:

«Während einem Schuljahr werden wir wohl beide benötigen.»
Gabriel WalzthönyVerantwortlicher Liegenschaften Schulkommission Sirnach

Gabriel Walzthöny
Verantwortlicher Liegenschaften Schulkommission Sirnach

Bild: PD

Denn im Sommer 2023 erwarte man auf einen Schlag 16 Kinder mehr, die in den Kindergarten eintreten werden. «Wir gehen davon aus, dass dies ein Ausreisser ist.» Allerdings könne man auch nur maximal fünf Jahre im Voraus die Entwicklung aufgrund der Geburten beurteilen. «Weniger Kinder als heute werden es aber sicher nicht. Von der Bautätigkeit her ist davon auszugehen, dass noch weitere Familien zuziehen werden.»

Könnte Ende 2022 bezugsbereit sein

Die Katholische Kirchgemeinde hat kürzlich an ihrer Versammlung einen Planungskredit über 440'000 Franken für die Sanierung des Pfarrhauses sowie für den Anbau genehmigt. Nächsten Frühling stimmt sie über den Baukredit ab. So könnte die Erweiterung etwa Ende 2022 bezugsbereit sein. «Wenn es keine Verzögerung gibt, geht es für uns also perfekt auf», sagt Walzthöny und erinnert daran, dass die Schule keinen Einfluss auf den Zeitplan hat. «Wir sind nur die Mieter, die Kirchenvorsteherschaft gibt den Takt an.»

Ansicht der Pfarrhaus-Erweiterung vom Kirchplatz aus gesehen.

Ansicht der Pfarrhaus-Erweiterung vom Kirchplatz aus gesehen.

Bild: PD

Dass sich der neue Kindergarten an einer vielbefahrenen Hauptstrasse befinden wird, sei kein Problem. Denn der Eingang des Kindergartens werde sich von der Strasse her gesehen hinter dem Haus befinden, also in Richtung des «oberen Schulhauses». «An einer Stelle müssen die Kinder sowieso über einen Zebrastreifen gehen, um zum Schulareal zu gelangen. Es befindet sich ja quasi auf einer Insel, die von Strassen umgeben ist», sagt Walzthöny.

Schule kann sich in Planung einbringen

Aus Sicht der Schule sei es wichtig, dass die Aussenbereiche des Kindergartens und des Schulhauses sich ergänzen und zusammen genutzt werden können. In der Planung des Neubaus kann sie ihre Wünsche und Anregungen denn auch einbringen. So treffe man sich nach den Herbstferien mit dem Architekten, um die Raumaufteilung des Kindergartens zu besprechen.

Die Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirchgemeinde bezeichnet Walzthöny als sehr erfreulich. «Sie beruht auf gegenseitigem Vertrauen», sagt er und unterstreicht diesen Satz sogleich: «Für den Kindergarten mussten wir nicht einmal einen Vorvertrag unterschreiben.»