Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kantonsschule Frauenfeld verbietet Whatsapp

Die Kantonsschule nimmt eine Pionierrolle unter den Thurgauer Mittelschulen ein: Für Klassenchats erlaubt die Schulleitung ab Mitte Mai nur noch den Messengerdienst Threema. Denn in Sachen Datenschutz gilt Branchenriese Whatsapp seit längerem als heikel.
Mathias Frei
Das Threema-App auf dem Display eines Smartphones. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Das Threema-App auf dem Display eines Smartphones. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Die Zeiten ändern sich: Früher gab es eine Telefonkette, falls der Lehrer kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel oder die Schulreise ins Wasser fiel. Heute gibt es dafür Klassenchats, und es ist viel mehr möglich, vom Austausch über die Hausaufgaben bis zu Prüfungsvorbereitungen. Bisher ging das meist über den beliebten Messengerdienst Whatsapp vonstatten. Das ist auch an der Kanti Frauenfeld nicht anders.

Whatsapp übermittelt ohne Zustimmung Daten

Aber da gibt es zwei Probleme mit Whatsapp. Einerseits hat der Anbieter der App die Alterslimite zur Nutzung vergangenes Jahr auf 16 Jahre erhöht. Hintergrund ist die Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Die Altersproblematik tangiert die Kanti nur am Rand. Andererseits gilt die Nutzung von Whatsapp als «nicht rechtmässig», weil die App dauernd Nutzerdaten an die Betreiberfirma übermittelt, unter anderem eben auch aus dem Adressbuch, obwohl es von den Kontakten keine Einwilligung gibt.

Genug der Technik. Auf jeden Fall wurde der Schulleitung der Kanti Frauenfeld die Situation aus Gründen des Datenschutzes zu heikel. «Wir haben gehandelt und uns nach Alternativen umgesehen», erklärt Pascale Chenevard, als Prorektorin zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, die proaktive Haltung und die Pionierrolle unter den Thurgauer Mittelschulen zu dieser Thematik.

Pascale Chenevard, Prorektorin Kanti Frauenfeld. (Bild: PD)

Pascale Chenevard, Prorektorin Kanti Frauenfeld. (Bild: PD)

Auf Empfehlung der hauseigenen Informatikabteilung habe man sich für den Schweizer Messengerdienst Threema entschieden. «Ab Mitte Mai dürfen Klassenchats nur noch über Threema stattfinden.» Das bedeute ein Verbot von Whatsapp. Es handle sich bei Klassenchats um einen offiziellen Kommunikationskanal zwischen Schüler und Lehrperson. Deshalb müsse sichergestellt sein, dass keine Daten extern übermittelt würden. Wichtig ist Chenevard zudem auch die Zugänglichkeit zu diesen Klassenchats.

«Threema kann auch auf dem Tablet bewirtschaftet werden.»

Und weil jede Kantischülerin und jeder Kantischüler über ein Tablet verfügen muss, hat auch jede und jeder Zugang zu Threema. Daneben kommuniziere man weiterhin offiziell per Mail, stellt Prorektorin Chenevard fest. «Der Datenschutz ist bei Threema absolut gewährleistet.» Bei dieser App sei man verschlüsselt registriert. Die Handhabe sei einfach, das gelte auch für den Import der bisherigen Kontaktdaten aus Whatsapp.

Kantonsschule übernimmt Kosten für Download

Der Download der Threema-App aus einem der gängigen App-Stores ist kostenpflichtig. Eine Lizenz kostet drei Franken. Wie Chenevard sagt, übernimmt die Kanti diese Kosten. Bis spätestens Mitte Mai müssen alle Schulangehörigen, also Schüler und Lehrer, Threema heruntergeladen haben. Sie müssen aber in Vorleistung gehen, die Kosten werden ihnen rückerstattet. Wie diese Rückerstattung konkret aussehen könnte, stehe noch zur Diskussion, sagt Chenevard. Dass die drei Franken rückerstattet würden, sei aber unbestritten. Die Erfassung und nachherige Verwaltung der neuen Chatgruppen erfolge dezentral durch die Schüler oder Lehrer.

Nebst dem nun gewährleisteten Datenschutz für alle Schulangehörigen erhofft sich Chenevard auch, dass durch den Wechsel von Whatsapp zu Threema in den Klassen auch die Diskussion betreffend Nutzung neuer Medien intensiviert wird.

Die Threema-App ist in den gängigen App-Stores für drei Franken downloadbar. www.threema.ch

Mail und Telefon bei Schulen Frauenfeld

«Bei der Sekundar- und auch bei der Primarschule setzen wir auf Mail und Telefon als offizielle Kommunikationskanäle zwischen Lehrperson und Schüler respektive Eltern», erklärt der Frauenfelder Schulpräsident Andreas Wirth. Denn jede Lehrperson verfüge über eine Mailadresse der Schule. Der Messengerdienst Whatsapp sei bereits seit vergangenem Sommer nicht mehr erlaubt für Klassenchats und ähnliches. «Threema würde aber aus Sicht des Datenschutzes grundsätzlich ‹verheben›», sagt Schulpräsident Wirth. (ma)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.