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Kantonspolizei Thurgau: Der Bürger hat freie Postenwahl

Die Kantonspolizei hat im Rahmen der Straffung ihres Netzes festgelegt, welche Dienststelle für welche Gemeinden zuständig ist. Die Einwohner können aber nach wie vor jeden Polizeiposten im Kanton aufsuchen.
Sebastian Keller
Die Polizisten der Kantonspolizei Thurgau sollen nach der Umstrukturierung noch mehr draussen unterwegs sein. Sicht- und ansprechbar für die Bevölkerung. (Bild: Reto Martin)

Die Polizisten der Kantonspolizei Thurgau sollen nach der Umstrukturierung noch mehr draussen unterwegs sein. Sicht- und ansprechbar für die Bevölkerung. (Bild: Reto Martin)

Bis Ende nächsten Jahres schliessen im Thurgau elf kleinere Dienststellen. Im ganzen Kanton verbleiben deren 16. Auf einer Liste, welche die Kantonspolizei Thurgau auf ihrer Website veröffentlicht hat, ist ersichtlich, welche Posten künftig für welche Gemeinde zuständig sind (siehe Karte).

Die neue Zuständigkeit löst in der Bevölkerung Fragen aus: Muss eine Wängemerin künftig nach Aadorf fahren, um einen Velodiebstahl zu melden, auch wenn der Posten Münchwilen für sie näherläge? Nein, sagt Andy Theler, Informationschef der Thurgauer Kantonspolizei. «Einwohnerinnen und Einwohner einer Gemeinde – ob mit oder ohne eigenen Posten – können seit jeher den Polizeiposten ihrer Wahl aufsuchen.»

Und das würden sie auch tun. Etwa an ihrem Arbeits- und Einkaufsort. «Das ist mitunter ein Grund dafür», sagt Theler, «dass die kleineren Polizeiposten ausserhalb der Städte und grösseren Agglomerationen weniger frequentiert worden sind.» Und damit auch ein Grund für deren Schliessung.

Der direkte Draht zu den Gemeinden

Mit der Zuständigkeit ist vielmehr der direkte Draht zu den Gemeinden gemeint. Theler erklärt: «Die Zuteilung bedeutet, dass zum Beispiel beim Hauptposten in Aadorf je ein Polizist oder eine Polizistin als fixe Ansprechperson für die Gemeindebehörden Lommis, Matzingen, Stettfurt, Thundorf und Wängi definiert ist.»

Die Kantonspolizei verfolgt mit der Straffung des Postennetzes, die zu einem Strauss von Massnahmen gehört, zwei Ziele: die weitere Steigerung ihrer Effizienz und ihrer Leistungen. «Mehr Präsenz und mehr Sicherheit» im ganzen Kanton lautet die oberste Maxime.

Wie die Kantonspolizei auf einem Frage-Antworten-Bogen auf ihrer Website schreibt, lassen sich künftig die Polizisten nicht weniger in der Gemeinde blicken. «Das Gegenteil wird der Fall sein.» Dank der Effizienzsteigerung seien die Polizistinnen und Polizisten noch mehr «draussen» unterwegs. Sie sollen sichtbar und auch ansprechbar für die Bevölkerung sein.

Die moderne Technik würde diese Pläne unterstützen. «So ist es beispielsweise mit mobilen Geräten künftig möglich, von unterwegs zu arbeiten, was die Büro-Zeit nochmals verringern dürfte. Theler konkretisiert: «Die Idee ist, dass die Polizisten mobil an der Front mit demselben Gerät arbeiten wie im Büro an der Docking-Station.» Sie sollen künftig Rapporte am Einsatzort erstellen können. Dafür muss die Polizei aufrüsten. Die Einführung von 2-in-1-Geräten – Laptop und Tablet – sei für 2019 vorgesehen.

Die Polizei will mitreden

Die Pläne gefallen nicht allen. Nach Bekanntwerden, dass Schliessungspläne gehegt werden, reichten Kantonsräte um den Fischinger Josef Gemperle (CVP) eine Motion ein. Darin forderten sie, die minimale Anzahl Posten sei durch den Grossen Rat zu bestimmen – analog des Bestandes des Polizeikorps. Doch noch vor der Beantwortung des Vorstosses wurde Ende Oktober Nägel mit Köpfen gemacht. Auch heute liegt die Antwort noch nicht vor. Offiziell hat die Thurgauer Regierung bis Januar 2019 dafür Zeit.

Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch begründete gegenüber dieser Zeitung: «Die Frist wurde nicht abgewartet, um die wichtige Reorganisation nicht zu gefährden.» Sonst wäre das Projekt für mindestens ein Jahr auf Eis gelegt worden. Zudem seien die Resultate der Evaluation sehr klar gewesen. Mit der Schliessung der Posten kann der Kanton jährlich rund 240000 Franken Mietkosten sparen. Dies ist als Massnahme im Sparpaket Haushaltsgleichgewicht 2020 aufgeführt, das der Grosse Rat am Mittwoch fertig berät.

Laut Komposch werde nicht an der Sicherheit gespart. Die 33 Polizisten, die auf den Posten arbeiten, die geschlossen werden, bleiben bei der fast 200-köpfigen Regionalpolizei. Sie arbeiten künftig von den verbleibenden grösseren Dienststellen aus.

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