Kantonale Klimafachstelle ab dem 1.August: Appenzeller Meteorologin wird für Thurgauer Klima zuständig

Am 1.August 2020 übernimmt Sharon Satz die neu geschaffene Koordinationsstelle Klima und wird eine kantonale Strategie und einen Aktionsplan erarbeiten. Die Stelle ist im Amt für Umwelt angegliedert, hat aber auch zahlreiche Berührungspunkte zu anderen kantonalen Fachstellen.

Larissa Flammer
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Sharon Satz.

Sharon Satz.

Bild: PD

Die Thurgauer Fachstelle Klimaschutz hat ein Gesicht. Und einen Namen. Der Kanton hat per 1.August die 31-jährige Sharon Satz angestellt, wie er in einer Medienmitteilung vom Mittwoch schreibt. Sharon Satz ist im Kanton Appenzell Ausserrhoden aufgewachsen und hat an der Universität Zürich Geografie mit Nebenfach Atmosphäre und Klima studiert. Sie verfügt über ein Master-Diplom der ETH Zürich in Atmospheric and Climate Science.

Seit ihrem Berufseinstieg arbeitet sie als Meteorologin, zuerst bei der MeteoGroup Schweiz AG, dann bei der MeteoNews AG in Zürich und in den letzten Jahren wieder bei der MeteoGroup in Appenzell. Neben der Erstellung und Moderation von Wettervorhersagen hat sie auch verschiedene Projekte als Projektleiterin begleitet.

Zu den Hauptaufgaben der neuen Stelle gehört die Erarbeitung einer kantonalen Strategie für den Klimaschutz und die Klimaanpassung, sowie eines Aktionsplans Klima. Auf die Frage, wo Sharon Satz da anfangen und worauf sie ab August aufbauen kann, antwortet Martin Eugster, Chef des Amts für Umwelt: «Sie muss sich in die Thematik einarbeiten.» Es gebe bereits eine Reihe Massnahmen und Projekte, die der Kanton angestossen habe. «Da sind wir recht gut aufgestellt.»

Martin Eugster.

Martin Eugster.

Bild: PD

In einer Reihe von Workshops werde Satz mit verschiedenen Anspruchsgruppen die bisherigen Massnahmen diskutieren und so den künftigen Handlungsbedarf herausfiltern. Künftig liegt die Umsetzung, die Überprüfung der Wirkung und die Verbesserung von Massnahmen in den Händen der Klimakoordinationsstelle. Sie arbeitet eng mit den kantonalen und eidgenössischen Fachstellen sowie Klimaexperten zusammen. Eugster sagt aber:

«Die wichtigste Frage wird sein: Welche Strategie verfolgen wir und wo setzt der Kanton Schwerpunkte?»

Beim Thema Klima drängt die Zeit

Einen konkreten zeitlichen Fahrplan gibt es nicht. Eugster geht davon aus, dass die Strategie im Verlauf des nächsten Jahres entwickelt wird. «Wir müssen möglichst schnell wissen, wohin es gehen soll.» Der Amtschef bestätigt, dass die Zeit beim Thema Klima drängt. Einerseits beim Schutz des Klimas, wo bereits einiges unternommen werde, andererseits bei der Anpassung an den Klimawandel. Auch da sei man zum Beispiel wegen der zunehmenden Trockenheit im Sommer bereits aktiv geworden. «Da geht es auch um wirtschaftliche Folgen. Die Betroffenen – hier die Landwirte – fordern Massnahmen», sagt Eugster.

Kommunikative Fähigkeiten sind bei dieser Stelle wichtig

Bei den eingegangenen Bewerbungen auf die Stelle hatte der Kanton eine «breite Auswahl». Satz ist gemäss Eugster eine sehr geeignete Person für die Aufgaben. Jemanden mit Erfahrungen in ähnlicher Funktion zu finden, sei schwierig. Satz bringe aber durch ihr Studium Wissen im Bereich Klimaschutz mit. Eugster sagt:

«Was diese Stelle betrifft, war es uns auch wichtig, dass die Person Erfahrung im Bereich Kommunikation mitbringt.»

Sie wird unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit koordinieren. Eugster freut sich über die Besetzung der Fachstelle: «Ich bin froh, dass es jetzt vorwärts gehen kann.»