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Kanton will nicht Schlossherr werden

Schloss Eugensberg in Salenstein selber zu kaufen, sei für den Thurgau keine Option, sagt die Regierung. Der Grosse Rat teilt diese Ansicht grundsätzlich. Vom künftigen Schlossherr wünscht man sich aber mehr öffentlichen Zugang.
Christian Kamm

Es sei wichtig, diese Diskussion zu führen, «bevor Tatsachen geschaffen sind», spielte Regierungsrätin Carmen Haag in der Debatte über eine Interpellation zu Schloss Eugensberg auf das laufende Verkaufsverfahren an. Selber trug Haag allerdings nur ein paar wenige Sätze bei. Unter anderem den, dass auch die Gläubiger interessiert daran seien, einen Käufer zu finden, der sich seiner Verantwortung bewusst sei. Der Verkaufsprozess ist im April gestartet worden. Schloss Eugensberg stammt aus der Konkursmasse des Milliardenpleitiers Rolf Erb und ist für mindestens 35 Millionen Franken zu haben.

Ruine und Badehaus als Optionen

Umso ausführlicher hatte sich die Kantonsregierung aber in der schriftlichen Beantwortung der Interpellation von Ueli Müller (CVP, Weinfelden) geäussert. Die Kernbotschaft: Der Erhalt und die Zugänglichkeit von Schlössern gehöre nicht zu den Kernaufgaben des Kantons. Auch die kantonale Finanzlage und die laufenden Sparanstrengungen liessen einen solchen Kauf nicht zu. Ein zusätzliches Museum benötige man ebenfalls nicht. Hingegen schloss die Regierung nicht aus, sich bei der Ruine Sandegg und beim Badehaus am Untersee, die beide zum Eugensberg-Package gehören, zu engagieren.

Privaten überlassen

Diese Position machte sich auch FDP-Sprecher Andreas Opprecht (Sulgen) zu eigen. Allerdings plädiere die FDP beim Badehaus ebenfalls für Zurückhaltung und wolle die Initiative dort Privaten überlassen. Vollständig die Finger von Eugensberg lassen wollte Mathias Tschanen (Mülheim) namens der SVP. «Der Kanton kann nicht Liegenschaften ohne Nutzungsabsicht kaufen.» Ein kostendeckender Ertrag werde nie möglich sein. In die selbe Kerbe hieb Iwan Wüst (Tuttwil) für die EDU: «Zwar ist auch ein öffentliches Interesse im Spiel, aber wir appellieren an die Verhältnismässigkeit.» Für die GLP/BDP-Fraktion kommt laut Andreas Guhl (Oppikon) ein Kauf des ganzen Anwesens ebenso wenig in Frage. Einen Teilerwerb werde man kritisch prüfen.

Hunderte Millionen auf der hohen Kante

Diese Position machte sich auch FDP-Sprecher Andreas Opprecht (Sulgen) zu eigen. Allerdings plädiere die FDP beim Badehaus ebenfalls für Zurückhaltung und wolle die Initiative dort Privaten überlassen. Vollständig die Finger von Eugensberg lassen wollte Mathias Tschanen (Mülheim) namens der SVP. «Der Kanton kann nicht Liegenschaf ten ohne Nutzungsabsicht kaufen.» Ein kostendeckender Ertrag werde nie möglich sein. In die selbe Kerbe hieb Iwan Wüst (Tuttwil) für die EDU: «Zwar ist auch ein öffentliches Interesse im Spiel, aber wir appellieren an die Verhältnismässigkeit.» Für die GLP/BDP-Fraktion kommt laut Andreas Guhl (Oppikon) ein Kauf des ganzen Anwesens ebenso wenig in Frage. Einen Teilerwerb werde man kritisch prüfen.

Öffentlicher Zugang muss sein

Vielleicht zögen sich die Verkaufsgespräche derart in die Länge, dass auch der Kanton wieder eine Chance erhalte, mutmasste Mathis Müller (GP, Pfyn). Gefragt seien jetzt Denkanstösse für eine kreative Nutzung. Kilian Imhof (CVP, Balterswil) wartete bereits mit einer ausformulierten Fiktion eines teilweise öffentlichen Schloss Eugensberg inklusive Schlosscafé auf. Ein öffentlicher Zugang sei nicht nur erstrebenswert, sondern müsse erreicht werden.

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