Kanton Thurgau fährt mit 19 Elektroautos

GLP-Kantonsrat Marco Rüegg fordert, dass der Regierungsrat bei der Elektromobilität stärker aufs Tempo drückt. Der Anteil an der gesamten Flotte beträgt derzeit 6,7 Prozent.

Sebastian Keller
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Die beiden Eichmeistern Hans Kugler und Uwe Kurle mit ihren Elektrofahrzeugen.

Die beiden Eichmeistern Hans Kugler und Uwe Kurle mit ihren Elektrofahrzeugen.

PD, November 2019

Sieben reine Elektroautos zählen zum Fahrzeugpark der Kantonspolizei Thurgau. Mit Strom angetrieben werden zudem drei Fahrzeuge des Tiefbauamts sowie je zwei des Strassenverkehrs- und des Eichamts. Total 19 Elektroautos sind für den Kanton unterwegs. 283 Fahrzeuge zählt der gesamte Wagenpark. Somit liegt der Elektro-Anteil bei 6,7 Prozent. Diese Zahlen macht der Regierungsrat in der Beantwortung eines Vorstosses von GLP-Kantonsrat Marco Rüegg (Gachnang) öffentlich. Laut Regierung sind auch zahlreiche Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid- oder mit Hybridantrieb unterwegs.

Die Erfüllung der Vorbildfunktion der kantonalen Verwaltung bezeichnet der Regierungsrat als übergeordnetes Ziel. So kennt der Grundlagenbericht «Chancen der Elektromobilität für den Kanton Thurgau» von Mai 2018 eine entsprechende Zielsetzung für die Verwaltung.

Marco Rüegg, GLP-Kantonsrat aus Gachnang.

Marco Rüegg, GLP-Kantonsrat aus Gachnang.

Andrea Stalder

Für Rüegg, der seit 2013 elektrisch unterwegs ist, drückt der Kanton bei der Elektromobilität zu zögerlich aufs Tempo. Er rechnet vor: Bei einer Lebensdauer eines Fahrzeugs von rund zehn Jahren müsste der Kanton im Jahr rund 30 Fahrzeuge ersetzen.

«Innerhalb von drei Jahren wären somit 90 neue Elektroautos möglich gewesen.»

Im Kampf gegen den Klimawandel sei ein schleuniges Umrüsten zwingend. So stosse der motorisierte Verkehr 30 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase aus.

Nicht überall gibt es Alternativen

Die Regierung hält in ihrer Antwort fest, dass Ämter bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge verpflichteten seien, alternative Antriebskonzepte zu bevorzugen. Und zwar Elektrofahrzeuge vor Plug-in-Hybrid. Doch nicht alle Ämter können auf Strom setzen. So ist das Tiefbauamt mit acht Lastwagen sowie 32 Lieferwagen und Transportern unterwegs – alle fossil angetrieben. Elektrisch angetriebene Alternativen würden nicht existieren, «die auch im Winterdienst eingesetzt werden und Anhänger ziehen können». Dieser Problematik ist sich Rüegg bewusst.

Kein Verständnis bringt er auf, dass Staatsanwaltschaft oder Kantonspolizei auf Benzin-, Diesel- oder Hybridautos setzen. Wegen «Pikett am Wohnort», wie es etwa in der Antwort heisst. Rüegg sagt:

«Im PW-Bereich gibt es keinen Grund dafür.»

So sei die Reichweite der E-Autos in den meisten Fällen ausreichend. Die Regierung stellt fest: «Das in der Vergangenheit teilweise genannte Kostenargument fällt mehr und mehr weg, während gleichzeitig generell die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen steigt.»

Und die Ladestationen?

Fragen stellte der Kantonsrat auch zur Ladeinfrastruktur. «Die Installation von Ladestationen schreitet rasch voran», antwortet die Regierung. Es seien unter der Koordination des Hochbauamtes bei den kantonalen Amtsbauten drei Doppelladestationen in Betrieb und zwei weitere in Ausführung. Bei kantonalen Schulen befinden sich 13 weitere. Rüegg:

«Die Zahl von total etwa 20 Ladestationen ist noch eher dürftig.»

Denn der Kanton beschäftige immerhin 3900 Personen. Werkhöfe, Strassenverkehrsamt und Kantonspolizei verfügen laut Regierung über Stationen «für den Eigengebrauch».

Erfreut ist Rüegg über die Aussage der Regierung, dass alle Ladestationen mit 100 Prozent erneuerbarem Strom versorgt werden. Die Regierung führt zudem aus, dass «die Eigenversorgung mit Solarstrom von den kantonseigenen Dächern laufend ausgebaut» werde.