Kanti Frauenfeld
«Als Moderator muss man stets Entscheidungen treffen»: Welche Tipps SRF-Mann Sandro Brotz Kantischülern für die Leitung von Streitgesprächen gibt

«Arena»-Moderator Sandro Brotz hat über eine Onlineschaltung an der staatsbürgerlichen Woche der Kantonsschule Frauenfeld teilgenommen und den rund 140 Schülerinnen und Schülern Tipps im Umgang von Debatten gegeben.

Viola Stäheli
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Selfie von SRF-Moderator Sandro Brotz während des Zoom-Meetings mit Kantischülern.

Selfie von SRF-Moderator Sandro Brotz während des Zoom-Meetings mit Kantischülern.

Bild: Sandro Brotz

Letzte Woche moderierte er die Debatte zum CO2-Gesetz, an der unter anderem Bundesrätin Simonetta Sommaruga teilnahm, am Freitagabend wird er die Aufgabe haben, bei der Diskussion ums Terrorismusgesetz alle seine Gäste zu Wort kommen zu lassen – unter diesen ist mit Karin Keller-Sutter erneut eine Bundesrätin. Der Moderator der SRF-Sendung «Arena» Sandro Brotz hat derzeit aufgrund der anstehenden Volksabstimmung im Juni einen anstrengenden Job.

Trotzdem hat er sich am Mittwochmorgen für ein Zoom-Meeting mit rund 140 Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Frauenfeld Zeit genommen. Ihnen erklärte er, wie er sich auf die Sendungen vorbereitet:

«Wir sind insgesamt sieben Leute, die sich um die ‹Arena› kümmern. Zunächst wird recherchiert, anschliessend führe ich ein Vorgespräch mit jedem Teilnehmenden, damit mir dessen Standpunkt in der Diskussion bekannt ist.»

Kurz vor der Sendung erstellt Brotz eine Art Drehbuch, in dem er einzelne thematische Frageblöcke zusammenstellt – meist klappt der geplante Ablauf, aber nicht immer. Das seien dann die herausfordernden Sendungen.

Sandro Brotz, Moderator der SRF-Politsendung «Arena».

Sandro Brotz, Moderator der SRF-Politsendung «Arena».

Bild: PD/SRF

Die rund 140 Schülerinnen und Schüler, denen Brotz verschiedene Fragen beantwortete, sind allesamt in den Abschlussklassen des Gymnasiums oder der Fachmittelschule. Sie nehmen an der diesjährigen staatsbürgerlichen Woche «Jugend macht Politik» teil und hatten die Aufgabe, an diesem Mittwoch selbst über das von ihnen gewählte Thema zu debattieren.

Debatten über Migration, Umwelt oder Sicherheit

Insgesamt standen sieben politische Themenblöcke zur Auswahl, wozu etwa Migration, Umwelt oder auch Sicherheit gehörten. Während die staatsbürgerliche Woche mit den Abschlussklassen stattfindet, befassen sich die jüngeren Schüler in knapp 20 unterschiedlichen Sonderwochen mit anderen Themen – etwa mit Einstein, Biathlon oder mit einem Theaterstück. Die Schüler fragten den «Arena»-Moderator Brotz nach konkreten Tipps, wie eine Debatte am besten zu leiten ist:

«Wie man einen Diskussionsteilnehmer stoppt, wenn dieser abschweift? Bestenfalls direkt darauf hinweisen, dass die konkrete Frage unbeantwortet geblieben ist.»

Das könne aber den Diskussionsfluss brechen. «Als Moderator muss man stets Entscheidungen treffen. Wurde die aufgeworfene Frage beantwortet? Sind die Ausführungen spannend? Wem sollte als Nächstes das Wort erteilt werden?», sagt Brotz.

Simona Störchli aus der Klasse 4ma sagt nach dem Zoom-Meeting: «Ich fand den Tipp von Herrn Brotz sehr hilfreich, dass man bei den Ausführungen der Diskussionsteilnehmer sehr gut zuhören soll.» Und Philippa Jäger aus der Klasse 3fc fügt an: «Debatten sind in meinen Augen sehr wichtig: Nur dadurch lernt man, wie man miteinander respektvoll diskutieren kann, auch wenn man nicht gleicher Meinung ist.»