Kandidatenkür
Nach der Amtsniederlegung von Sabina Peter Köstli: CVP steht bereit für die Ersatzwahl ans Bezirksgericht Münchwilen

Weil die Aadorfer CVP-Kantonsrätin Sabina Peter Köstli Mitte Juni zur Hüttwiler Gemeindepräsidentin gewählt wurde, muss sie per Ende September ihr Amt als Bezirksrichterin abgeben. Ihre Partei präsentiert nun mit Simone Ender-Truniger ihre höchstwahrscheinliche Nachfolgerin.

Olaf Kühne
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Simone Ender-Truniger ist seit 2016 Ersatzrichterin am Bezirksgericht Münchwilen. Nun kandidiert sie als Bezirksrichterin.

Simone Ender-Truniger ist seit 2016 Ersatzrichterin am Bezirksgericht Münchwilen. Nun kandidiert sie als Bezirksrichterin.

(Bild: PD)

Es ist der sprichwörtliche Rattenschwanz: Am 13. Juni wählten die Hüttwiler Stimmbürger die erst im zweiten Wahlgang angetretene Sabina Peter Köstli zu ihrer neuen Gemeindepräsidentin.

Sabina Peter Köstli freut sich über ihre Wahl zur Hüttwiler Gemeindepräsidentin.

Sabina Peter Köstli freut sich über ihre Wahl zur Hüttwiler Gemeindepräsidentin.

(Bild: Reto Martin, 13. Juni 2021)

Nun ist Sabina Peter Köstli eine engagierte CVPlerin und entsprechend aktiv. Ihr Amt als Aadorfer Gemeinderätin hat sie zwar 2019 nach 15 Jahren abgegeben. Nach wie vor wirkt sie aber im Kantonsrat und als Bezirksrichterin am Bezirksgericht Münchwilen.

Ihr Amt als Hüttwiler Gemeindepräsidentin wird sie am 1. Oktober antreten – und deshalb auf absehbare Zeit auch dorthin umziehen, wodurch sie keinen Wohnsitz mehr im Bezirk Münchwilen hat. Als im Bezirk Gewählte kann sie im Kantonsrat die Legislatur noch beenden. Als Bezirksrichterin hat sie hingegen formell «um ihre Entlassung aus dem Staatsdienst per 30. September ersucht», wie die Staatskanzlei des Kantons Thurgau am Donnerstag mitteilte.

Gleichzeitig gibt die Staatskanzlei auch den Termin der Ersatzwahl ans Bezirksgericht bekannt: der 26. September. Ein allfälliger zweiter Wahlgang ist auf den 28. November terminiert.

Andere Bezirksparteien stellen keine Gegenkandidatur

Zu Letzterem dürfte es indes kaum kommen, gibt doch die CVP-Bezirkspartei bereits ihre Kandidatin bekannt. «Die Mitglieder des Bezirksvorstandes schlagen einstimmig Simone Ender-Truniger zur Wahl vor», schreibt die Partei in ihrer Mitteilung – und verweist zugleich auf die Qualifikationen der Sirnacherin: Die 44-Jährige ist studierte Juristin, verfügt über das Anwaltspatent und ist bereits seit 2016 Ersatzrichterin am Hinterthurgauer Bezirksgericht.

David Zimmermann ist Bezirkspräsident der SVP und derzeit auch Vorsitzender der Hinterthurgauer Interpartei.

David Zimmermann ist Bezirkspräsident der SVP und derzeit auch Vorsitzender der Hinterthurgauer Interpartei.

(Bild: Kevin Roth)

Auch wenn alle Beteiligten – zurecht – stets betonen, dass Richterin kein politisches Amt ist, ist die Ernennung zumindest eine politische Wahl. Was die Bezirksparteien ins Spiel bringt. David Zimmermann ist als SVP-Präsident nicht nur der Vorsitzende der wählerstärksten Partei, sondern derzeit auch Präsident der Hinterthurgauer Interpartei. Er sagt auf Anfrage unserer Zeitung:

«Nach Sabina Peter Köstlis Wahl habe ich gleich meine Präsidentenkolleginnen und -kollegen angefragt. Der Tenor war, dass wir das Prinzip der parteipolitischen Verteilung hochhalten wollen.»

Sprich, die anderen Bezirksparteien werden keine Gegenkandidatur stellen. Und als SVP-Präsident sagt David Zimmermann: «Unsere Partei ist am Bezirksgericht schon gut vertreten. Es wäre deshalb unverschämt, wenn wir jetzt antreten würden.»

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