Kampfwahl ums Stadtpräsidium in Stein am Rhein

Corinne Ullmann und Heinz Merz wollen in die Fusstapfen von Sönke Bandixen treten.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Die Stimmberechtigten der Stadt Stein am Rhein wählen ein neues Oberhaupt.

Die Stimmberechtigten der Stadt Stein am Rhein wählen ein neues Oberhaupt.

Andrea Stalder

Am kommenden Sonntag haben die Stimmbürger von Stein am Rhein die Wahl zwischen Corinne Ullmann und Heinz Merz. Beide wollen in die Fusstapfen des abtretenden Stadtpräsidenten Sönke Bandixen treten. Bandixen hat nach einer Legislatur als Stadtpräsident auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Er will seine Prioritäten anders setzen und sich mehr Zeit für seine Familie nehmen.

Zuerst sah es aus, als wäre Corinne Ullmann, Stadträtin und Kantonsrätin SVP, Jahrgang 1966, Bürgerin von Stein am Rhein, verheiratet und Personalfachfrau mit Fachausweis, die einzige Kandidatin. Doch dann trat als weiterer Kandidat Heinz Merz an, Jahrgang 1946, ebenfalls Bürger von Stein am Rhein, parteilos, verheiratet, pensioniert mit den erlernten Berufen Bankkaufmann, eidgenössisch diplomierter Betriebsökonom KG/HF, Executive BA, an. Merz bläst zum Angriff. Und die Steiner haben eine Auswahl.

Ullmann will sich auf die strategische Führung konzentrieren

Corinne Ullmann möchte das Stadtpräsidium von Stein am Rhein übernehmen.

Corinne Ullmann möchte das Stadtpräsidium von Stein am Rhein übernehmen.

Bild: PD
Corinne Ullmann: «Ich vertrete die Meinung, dass der gesamte Stadtrat eine leichte Pensenerhöhung erhalten sollte.»

Welche Schwerpunkte wollen die beiden setzen? Die Befragung zeigt: Beide wollen sich mit Herzblut für das Städtchen einsetzen. Das Steiner Stadtpräsidium ist eine 50-Prozent-Stelle. Sie möchte sich vermehrt auf die strategische Führung konzentrieren. «Unsere Stadträte arbeiten heute schon mehr, als das Pensum eigentlich vorsieht.» Das sei übrigens kein «Steiner Problem». Der grossen Mehrheit aller Gemeinde- und Stadträte ergehte es so.

Ullmann sagt, dass die Arbeit besser auf verschiedene Schultern und entsprechend dem Know-how und den Kompetenzen der jeweiligen Stadträte zu verteilen ist. Auch sie sollen sich vermehrt auf die strategische Führung konzentrieren. «Es hilft nicht, wenn das Stadtpräsidium ein höheres Pensum hat und die Stadträte die anstehenden Projekte in ihren Referaten nicht im Rahmen ihrer Pensen umsetzen können», sagt sie und sieht sich selbst als Teamplayerin.

Ausserdem sei es für den Stadtrat wichtig, dass jemand mit politischer Erfahrung sowie Kenntnissen über die internen Abläufe das Präsidium übernehme. «Ehrlichkeit und Offenheit ist mir sehr wichtig. Ich scheue auch nicht, schwierige Themen und Probleme anzupacken», betont Ullmann. Kontinuität und Stabilität brauche die Stadt. «Eine offene Tür für die Bevölkerung und den Mitarbeitenden ist mir wichtig.» Als wichtige Projekte stehen die Siedlungsentwicklungsstrategie und die Parkraumplanung auf dem Plan.

«Als Steiner Bürger sehe ich mich in der Verantwortung»

Erst spät hat sich Heinz Merz für eine Kandidatur entschieden.

Erst spät hat sich Heinz Merz für eine Kandidatur entschieden.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Ich bin Generalist und Problemlöser», sagt Heinz Merz, parteilos, politischer Quer- und Späteinsteiger. Er gibt zu, dass er sich spät für die Kandidatur gemeldet habe. Als Steiner Bürger sehe er sich in der Verantwortung, für die Optimierung der Verwaltung zu sorgen, den Finanzhaushalt zu verbessern, die ungebremste Bautätigkeit sorgsam zu steuern, die Bildung zu fördern und die Zusammenarbeit mit der Windler-Stiftung zu optimieren. Merz weist auf seinen internationalen beruflichen Leistungsausweis hin, Führungserfahrung aus internationalen Konzernen und KMUs.

Heinz Merz: «Ich habe jahrelang als Troubleshooter in Weltfirmen gearbeitet. Es braucht Durchsetzungsvermögen»

Merz d weist auf Steiner Probleme mit dem Verkehr und dem Naturschutzgebiet am Rhein hin. Er will in der Behörde die Rolle des Dirigenten und Brückenbauers einnehmen, offen und ehrlich zu sein. Angesprochen auf sein Alter – Merz ist 74-jährig – meint er, dass er sich als ehemaliger Ruderer sehr fit fühle, das Amt vier Jahre zu leiten. Mit dem 50-Prozent-Pensum des Stadtpräsidenten käme er bestens klar. «Im Gegensatz zum jetzigen Präsidenten.» Weil er finanziell unabhängig sei, brauche er auch keine weiteren Einkünfte und könne sich voll zum Wohl von Stein am Rhein einsetzen.

Schulpräsidium

Unbestrittene Kandidatur

Ebenfalls am Sonntag wird in Stein am Rhein die Schulpräsidentin gewählt. Die bisherige Präsidentin Caroline Sohms stellt sich zur Wiederwahl. Ihre Kandidatur ist unbestritten. Im Kanton Schaffhausen ist die Wahl der Präsidentin und der Behörde zeitlich getrennt. (kü)

Mehr zum Thema