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Kaff zieht aus bestehendem Vereinslokal in Frauenfeld

Der Verein ProjektKaff hat den Vertrag für das Veranstaltungslokal an der Grabenstrasse gekündigt. Ein Grund seien die verhältnismässig hohen Mietzinsen. Ausserdem rechnet der Verein damit, dass die Liegenschaft nächstens verkauft wird.
Stefan Hilzinger
Vorstandsmitglied David Nägeli, im Kaff-Lokal an der Grabenstrasse, wo die Tage möglicherweise gezählt sind. (Bild: Andrea Stalder)

Vorstandsmitglied David Nägeli, im Kaff-Lokal an der Grabenstrasse, wo die Tage möglicherweise gezählt sind. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist ein Déjà-vu: Vor gut fünf Jahren stand der Betrieb des Kulturlokals Kaff schon einmal beinahe auf der Strasse. Verzweifelt suchten die Kaff-Leute eine Nachfolge-Lokalität für das «Schwarze Schäfli» an der Zürcherstrasse. Bis sie dann nach einem Zwischenstopp im ehemaligen Restaurant Linde im kurzzeitigen Table-Dance-Lokal Underground an der Grabenstrasse 57 untergekommen sind.

Das war vor bald vier Jahren. Nun könnten sich Suche und Umzug wiederholen, denn der Trägerverein ProjektKaff hat den Mietvertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft auf Ende April gekündigt, wie der Verein in einem Communiqué mitteilt.

Schlauchartig und fehlender Backstage-Bereich

Laut Vorstandsmitglied David Nägeli habe es der Verein aus zwei Gründen für sinnvoll angesehen, den Vertrag aufzulösen: einerseits die Höhe des Mietzinses, andererseits der anstehende Verkauf der Liegenschaft. «Der Mietzins ist im Verhältnis zu dem, was die Lokalität uns bietet, zu hoch.» So sei der lange, schlauchartige Raum nicht ideal für einen Konzertbetrieb. Ausserdem fehle ein Backstage-Bereich und es gebe auch nur wenigen Lagerraum fürs Musik-Equipment.

«Diese Kritikpunkte kamen in den vergangenen Jahren immer wieder auf»

sagt Nägeli. «Wir wollen nicht die Gagen für die Bands drücken müssen, um den Mietzins berappen zu können.» Er betont, dass das Verhältnis zum Viermieter gut sei und der Verein wegen des Mietzinses schon das Gespräch mit ihm gesucht habe. Dann habe man aber erfahren, dass die Liegenschaft verkauft werden soll, was nun den Ausschlag für die Kündigung gegeben hat.

Kulturnomaden

Im Februar 2004 gründeten junge Erwachsene in Frauenfeld den Verein ProjektKaff (Kulturarbeit für Frauenfeld). Das Suchen und Finden von geeigneten Lokalitäten begleiten den Verein von Anfang an. Zuerst fand das Kaff im einstigen Kino Pax Unterschlupf, später dann für länger im ehemaligen Restaurant Schwarzes Schäfli an der Zürcherstrasse. Dort löste der Eigentümer den Mietvertrag 2013 auf.

Nach längerer Suche konnte der Verein für kurze Zeit in der «Linde» an der Murgstrasse einziehen. Gleichzeitig ergab sich die Möglichkeit, die Liegenschaft Rheinstrasse 14 in Gebrauchsleihe zu übernehmen, wo der Verein ProjektKaff weiterhin einen Teil der Räumlichkeiten nutzt, etwa um gastierende Künstler zu verköstigen. Anfang 2015 bezog das Kaff-Team den einstigen Party-Club Underground als neue Lokalität, danach gab es die «Linde» auf. (hil)

Unterstützung der Stadt mit Leistungsvereinbarung

Der Verein ProjektKaff erhält von der Stadt Frauenfeld im Rahmen einer Leistungsvereinbarung einen Beitrag von 35000 Franken. Dafür organisiert der Verein regelmässig Konzerte und andere Veranstaltungen. Vorstand und Betriebsgruppe mit zehn Mitgliedern plus rund 30 Helferinnen und Helfern stellen das Angebot sicher.

«Wir haben den Stadtpräsidenten und den Leiter des Kulturamts informiert»

sagt Nägeli. Nächste Woche diskutiert der Gemeinderat das Budget 2019. Er gehe nicht davon aus, dass die Summe zur Diskussion stehe. «Wir dürfen uns als etabliert betrachten.»

Der Vorstand schliesst nicht aus, dass das Kaff im «Underground» bleiben werde. «Das hängt auch davon ab, was wir mit den neuen Besitzern verhandeln können.» Zwei, drei alternative Lokalitäten seien zur Sprache gekommen, doch konkret sei noch nichts. Mit Bedauern meint er, dass die Umnutzung der Stadtkaserne noch in der Ferne liege.

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