Käferholz fürs Schööfferwis in Kaltenbach

Das Wohn- und Gewerbehaus für vier Millionen Franken in Kaltenbach wächst kontinuierlich in die Höhe.

Rahel Haag
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Das Wohn- und Gewerbehaus Schööfferwis in Kaltenbach ist in allen Bereichen planmässig auf Kurs.

Das Wohn- und Gewerbehaus Schööfferwis in Kaltenbach ist in allen Bereichen planmässig auf Kurs.

Bild: PD

Aktuell sieht es gut aus in Kaltenbach. «Wir sind im Zeitplan», sagt Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident von Wagenhausen. Er spricht vom Wohn- und Gewerbehaus Schööfferwis. Mittlerweile ist der Holzbau fertig aufgerichtet. Bisher sei es nur zu geringfügigen Verzögerungen gekommen, daran habe auch die Coronapandemie nichts geändert. Tuchschmid fügt hinzu:

«Holz anfassen, dass es so bleibt.»
Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident.

Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident.

Bild: PD

Das dürfte auch die Ärzte am Rhein AG unterstützen, die im Schööfferwis künftig eine Praxis betreiben wird. Geplant sei der Einzug auf kommenden Februar. In den aktuellen Räumlichkeiten in Eschenz würden sie bereits an ihre Grenzen stossen, sagt Tuchschmid.

Die Idee stammt vom Gemeindeförster

Ende Juli konnte mit dem Aufbau der vorgefertigten Holzelemente begonnen werden. Das Besondere: Der natürliche Baustoff stammt aus Wagenhausens Wäldern. Die Idee, lokales Holz zu verwenden, hatte Gemeindeförster Jakob Gubler. «Er hatte sich bereits in einem Brief an meinen Vorgänger Harry Müller gewandt», sagt Tuchschmid. Derselbe Brief habe später auch er erhalten.

«Wir haben viel Käferholz, das auf diese Weise genutzt werden kann.»

Dabei handelt es sich um vom Borkenkäfer befallene Bäume, die deshalb gefällt werden mussten. Das sei für Gubler und für ihn eine Herzensangelegenheit.

Das Wagenhauser Holz sei in der Sägerei Keller in Stammheim gesägt und im Werk des Holzbauers Hector Egger in Langenthal BE zu den entsprechenden Holzelementen für das Schööfferwis weiterverarbeitet worden. «Wir haben das Werk besucht», sagt Tuchschmid, «das war eindrücklich».

Eine weitere Besonderheit ist die geplante Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Sie wird von alt Gemeindepräsident Franz Winzeler finanziert. «Wir als Gemeinde vermieten ihm die Dachfläche des Gebäudes», sagt Tuchschmid. Der ursprüngliche Plan des Gemeinderats sei gewesen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen, um später eine Fotovoltaikanlage nachrüsten zu können. Tuchschmid sagt:

«Der Zeitplan war schlicht zu Straff.»

Der Gemeinderat hätte den Kredit für das Projekt von der Gemeindeversammlung absegnen lassen müssen. «Das hätte zu lange gedauert.»

Fotovoltaikanlage kann an die Gemeinde übergehen

Zudem spreche doch nichts dagegen, auch das Dach zu vermieten, sagt Tuchschmid. Die produzierte Energie werde anschliessend in der Arztpraxis genutzt, der Rest werde ins Netz eingespeist. «Die Möglichkeit einer späteren Übernahme der Fotovoltaikanlage durch die politische Gemeinde wurde vertraglich geregelt», erklärt der Gemeindepräsident.