Christian Koch kandidiert fürs Bezirksgericht Frauenfeld

Christian Koch will am Bezirksgericht Frauenfeld die Nachfolge der abtretenden Bezirksrichterin Christine Steiger antreten. Der 43-jährige Rechtsanwalt freut sich auf die Herausforderung, in Zukunft zu richten und nicht mehr teils unmoralische Interessen seiner Klientel zu vertreten.

Samuel Koch
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Christian Koch, 43, SP. (Bild: PD)

Christian Koch, 43, SP. (Bild: PD)

Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern gepfiffen. Nun ist die Kandidatur von Christian Koch für das freiwerdende Richteramt am Bezirksgericht Frauenfeld offiziell. Koch will dort die Nachfolge der langjährigen Berufsrichterin Christine Steiger antreten, die Ende Mai zurücktreten wird. Die Delegierten der SP-Sektionen des Bezirks Frauenfeld haben Koch an einem ausserordentlichen Parteitag einstimmig nominiert. «Die SP ist überzeugt, mit Koch einen sehr geeigneten Kandidaten für das Richteramt vorzuschlagen», teilt die SP-Bezirkspartei mit.

Aufgewachsen ist Christian Koch in Matzingen. Nach der Matura an der Kantonsschule Frauenfeld absolvierte er das Studium für Rechtswissenschaften an der Uni St. Gallen, das er 2000 abschloss. Nach mehrjähriger Berufserfahrung erlangte er 2006 das Thurgauer Anwaltspatent und arbeitet seither als Rechtsanwalt für die Advokatur Wyler Koch Partner AG in Frauenfeld.

Nein für Gemeinderat, Ja für Grossen Rat

Mit dem Richteramt hat Koch in den vergangenen Jahren schon immer geliebäugelt. «Jetzt passt die Situation, auch von meinem Alter her», meint der 43-Jährige, der im nächsten Jahr nach 17 Jahren sein Amt als Gemeinderat von Matzingen niederlegen wird. Die Entscheidung sei ihm zwar nicht leicht gefallen. «Ich hätte aber wohl sowieso nicht für eine weitere Legislatur kandidiert», meint Koch. Dem Grossen Rat hingegen, in welchem er seit 2010 sitzt, will er weiterhin und möglichst über die laufende Legislatur hinaus erhalten bleiben.

Auch aufgrund seiner Erfahrung auf der politischen Bühne glaubt Koch nicht, dass er – eine Wahl am 10. Februar vorausgesetzt – auch Lösungsfindungen bei unangenehmen Entscheidungen scheut. «Ich traue mir zu, dass ich als Richter objektiv und neutral entscheiden kann», meint er zum juristischen Seitenwechsel. Bisher kennt er die Gerichtssäle lediglich vom Pult des Rechtsanwalts aus. Wegen einzelner Meinungsverschiedenheiten mit Klienten legte er in all den Jahren hie und da auch Mandate nieder.

«Es gab manchmal Fälle, die überbordeten und bei welchen ich moralisch nicht mehr hinter den Interessen der Klientel stehen konnte»

sagt Koch. Nebst einzelnen Fällen als Pflichtverteidiger vertrat er vor allem Mandate im Familien- und im Strafrecht. Als Richter hingegen würde Koch über Fälle in sämtlichen Rechtsgebieten richten. «Selbstverständlich würde ich mich im Sinne einer Auffrischung wieder in alle anderen Gebiete einlesen», sagt er.

Umgänglich, kontaktfreudig und teamfähig

Sollte das Stimmvolk den bisher einzig offiziellen Kandidaten wählen, freut sich Koch auf die spannende Herausforderung, aber auch auf die Zusammenarbeit mit den anderen Berufsrichtern am Gericht. Sich selber beschreibt er als umgänglich, kontaktfreudig und teamfähig. In seiner bisher spärlichen Freizeit geht Koch am liebsten mit seiner Partnerin ins Kino, an Konzerte oder in ein gutes Restaurant.