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Jungvögel kommen alleine klar

Ein kleiner Vogel, offenbar verlassen und hilflos, auf der Terrasse: kein seltenes Bild dieser Tage. Dennoch benötigen die Jungvögel in den meisten Fällen keine menschliche Hilfe.
Sebastian Keller
Ein junger Gimpel. Die Eltern betreuen den Jungvogel auch ausserhalb des Nestes. (Bild: PD/Marcel Burkhardt)

Ein junger Gimpel. Die Eltern betreuen den Jungvogel auch ausserhalb des Nestes. (Bild: PD/Marcel Burkhardt)

Beim Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung laufen dieser Tage die Drähte heiss. «Uns rufen Personen an, die auf ihrem Sitzplatz oder ihrer Terrasse einen verletzten Vogel vorzufinden glauben.» Das sagt Walter Lüthi, Co-Präsident des Vogelschutzvereins. «Die Leute fragen sich, wie sie ihm helfen können.» Doch nach der Klärung der Situation kann Lüthi in den meisten Fällen entwarnen: Bei den Tieren auf dem Sitzplatz handle es sich meist um Jungvögel, die das Nest verlassen haben, aber noch nicht richtig fliegen können. «Ein Eingreifen des Menschen ist aber nicht nötig», sagt Lüthi.

«Die Jungvögel werden auch ausserhalb des Nestes von den Altvögeln umsorgt und gefüttert.»

Das bestätigt auch die Schweizerische Vogelwarte Sempach. Die Stiftung, die sich der Vogelkunde und dem Vogelschutz verpflichtet hat, gibt deshalb jedes Jahr während der Brutzeit eine Medienmitteilung zum richtigen Umgang mit Jungvögeln heraus. Mediensprecher und Biologe Livio Rey sagt: «Die Jungvögel sehen zwar hilflos aus, aber sie brauchen meist keine Hilfe.»

Jungvögel sind auch keine Haustiere

Einen kleinen Vogel in die Obhut zu nehmen, davon raten beide ab. Einerseits ist es gesetzlich verboten, ohne Bewilligung Vögel aufzuziehen. Andererseits können Menschen dem Vogel nicht das richtige Nahrungsangebot bieten. «Wir können den Vögeln zudem nicht alles beibringen, was sie zum Überleben in der Wildnis brauchen», sagt Walter Lüthi. Das können selbst Pflegestationen nicht leisten. Die Überlebenschancen der Vögel sinken, wenn sie mit menschlicher Hilfe aufwachsen.

Diese sind ohnehin schon gering: Nur etwa jeder zweite Jungvogel überlebt. Es gibt aber doch Situationen, in denen eine helfende Hand für Jungvögel angebracht ist. Etwa, wenn Gefahr von Autos oder Katzen droht. Der Co-Präsident des Kreuzlinger Vogelschutzvereins rät in diesem Fall: «Einen Jungvogel von oben ergreifen und in den nächstgelegenen Busch tragen.» Lüthi räumt in diesem Zusammenhang mit einer Mär auf: Die Jungvögel werden nicht von den Eltern verstossen, wenn sie einmal von einem Menschen angefasst worden sind. Das bestätigt auch Livio Rey: «Menschengeruch ist kein Problem.»

Wenn der Vogel nicht voll befiedert ist

Ein weiteres Einschreiten kann nötig sein, wenn das Tier noch nicht aussieht wie ein Vogel. «Wenn der Jungvogel noch nicht voll befiedert ist oder die Augen geschlossen hat», sagt Livio Rey. In einem solchen Fall empfehle sich ein Anruf bei einer lokalen Pflegestation oder der Vogelwarte Sempach, die entsprechende Kontakte vermittelt. Walter Lüthi und Livio Rey sind froh, wenn sich die Leute bei Unsicherheiten melden. «Es ist auf jeden Fall gut, zuerst nachzufragen und dann zu handeln», betont Rey.

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