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Junge Frauenfelderin kommt übers Abstellgleis zu ihrem ersten nationalen Literaturpreis

Mit einem bildhaften Monolog hat Luisa Aeberhard am Mittwochabend im Literaturhaus Basel den diesjährigen Nachwuchswettbewerb der Zeitschrift «Literarischer Monat» gewonnen. Der Preis für die 23-Jährige: ein Lektorat.
Mathias Frei
Luisa Aeberhard an der Finallesung in Basel. (Bild: Mathias Frei)

Luisa Aeberhard an der Finallesung in Basel. (Bild: Mathias Frei)

Der grau-beige Teppich auf der Bühne, der ist zu verlebt fürs Literaturhaus. Aber sonst passt vieles in der Basler Altstadt – vor allem für die 23-jährige Frauenfelderin Luisa Aeberhard. 78 Jungautorinnen und Jungautoren – Bedingung: noch ohne Verlagspublikation – hatten am diesjährigen Deutschschweizer Nachwuchswettbewerb «Treibhaus» der Zeitschrift «Literarischer Monat» einen Prosatext eingereicht. Aeberhard wurde ans Finale eingeladen, wo die drei Besten vor Publikum lasen und Kritik der Jury zu erwarten hatten.

«Er sitzt in einer Bananenschachtel, die Beine angewinkelt, den Kopf in beide Hände gestützt, die Ellenbogenspitzen bohren sich in seine Knie.»

Bilder wie dieses zu Beginn von Aeberhards Text mit dem Titel «Abstellgleis» würden tragen, sagt der Basler Schriftsteller Martin Dean. Er sitzt genauso in der Jury wie Liliane Studer, eine Grösse in der Schweizer Verlagswelt, die Zürcher Autorin Nora Zukker, der Berner Autor Michael Fehr und der Basler Germanistikprofessor Hubert Thüring.

Ehemalige TZ-Praktikantin im Diplomarbeitsstress

Aeberhard arbeitet derzeit an ihrem Diplomprojekt an der Schule für angewandte Linguistik in Zürich. Die ehemalige TZ-Praktikantin hat schon immer Geschichten erfunden, vor allem auf langen Autofahrten. Heute schreibt sie für das Winterthurer Kulturmagazin Coucou sowie für ein Zürcher Online-Magazin namens HelloZurich, wo es demnächst ein Porträt über eine Bordellbetreiberin zu lesen gibt von der Frauenfelderin.

Im Literaturhaus liest sie mit schönem Gleichklang. Ab und zu schaut sie auf. Erzählt die Geschichte von Jacques, dessen Mutter nach Einsamkeit riecht,

«einem Gemisch aus Zigarettenrauch, Kokosnusslotion und Bier».

Frida ist auch nicht mehr da, nur noch in Form von Buchstaben aus der Suppe. Was bleibt, ist eine Hummel, die er seziert.

Aeberhard ist zu erklärend

Aeberhards Kontrahenten sind eine junge Basler Jusstudentin und ein angehender Physikdoktorand aus Zürich. Im Gegensatz zu ihnen setzt die Frauenfelderin auf eine traditionelle Erzählung, wie Thüring sagt. Das funktioniert. Aeberhard holt drei der fünf Jurystimmen. Sie gewinnt, weil ihr Text gemäss Studer genau gearbeitet ist. Thüring gefällt der Wechsel zwischen den Erzählebenen, während Dean der Geschichte glaubt. Kritik gibt es aber auch: zu konkret, zu erklärend. Diese Kritik wird sich Luisa Aeberhard zu Herzen nehmen, «aber zuerst muss meine Diplomarbeit fertig werden».

Luisa Aeberhards Text erscheint in der März-2019-Ausgabe von «Literarischer Monat».
www.literarischermonat.ch

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