Junge bildende Kunst
Wenn das Leuli zum Hündli wird: Kinder zeigen ihre Werke im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen

Ein Workshop des Museums für Kinder in der Kartause Ittingen und im Schloss Frauenfeld dauerte zwei Tage. Am Schluss zeigten die jungen Kunstschaffenden, was sie inspiriert hatte.

Christine Luley
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An der Vernissage der Workshop-Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau.

An der Vernissage der Workshop-Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau.

Bild: Christine Luley

Viele Kunstschaffende träumen davon, im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen ihre Werke zu zeigen. Eine Schar Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren hat es geschafft. Stolz präsentierten die jungen Kunstschaffenden am Freitag an einer Vernissage ihr Schaffen. Rebekka Ray führte das Publikum im grossen Kreuzgarten in die Werke ein: die Ausbeute eines zweitägigen Sommerworkshops, den die Kinder mit Ray in der Kartause und mit Barbara Stucki im Schloss Frauenfeld verbracht hatten. Der Workshop fand in der Museum-für-Kinder-Reihe statt.

Kunstwerke der Kinder.

Kunstwerke der Kinder.

Bild: Christine Luley

Im Vordergrund standen die vielen verschiedenen, manchmal etwas seltsamen Wesen, die sich in den Museen auf Bildern, Wappen, Ornamenten oder dem Mobiliar tummeln. So stiessen die Kinder im Chorgestühl in der Ittinger Klosterkirche auf koboldartige Gestalten und Fratzen.

«Sie haben uns zum eigenen Grimassenschneiden angeregt.»

Das sagt Kulturvermittlerin Rebekka Ray. Dabei gehe es ums Entdecken und genaue Hinschauen. Im Kunstmuseum befassten sich die Kinder mit den Gestalten in der Ausstellung «Jenseits aller Regeln».

Museumslöwen gibt es seit 2019

Das Museum für Kinder ist ein Angebot der Thurgauer Museen und vermittelt auf spielerische Weise Wissen, bringt Kunst näher und macht sie erfahrbar. Seit 2019 gibt es die Museumslöwen. Kinder erhalten bei jeder Teilnahme an einem Workshop in den beteiligten Museen einen Kleber. Wenn ihre Sammelkarte voll ist, erhalten sie ein kleines Geschenk. (clu)

museum-fuer-kinder.tg.ch

Kunst muss nicht schön sein, Fehler sind egal

Workshop-Leiterin Rebekka Ray (links) an der Vernissage im Kreuzgarten.

Workshop-Leiterin Rebekka Ray (links) an der Vernissage im Kreuzgarten.

Bild: Christine Luley

Stolz führten die Kinder ihre Gäste zu ihren Werken. Im grossen Kreuzgang war der Boden mit Zeichnungen ausgelegt. Vom Fenstersims schauten Tierfiguren aus Papier und anderen Materialien herunter. Spannend sind die Geschichten hinter den Werken. Ein Kind liess sich vom Frauenfelder Wappen inspirieren und ersetzte den Löwen durch einen Hund.

«Kunst muss nicht schön sein, und es ist egal, wenn man etwas falsch zeichnet.»

So lautete die Definition einer Teilnehmerin. Kreativität heisst das Zauberwort. So wandelte eine Zweitklässlerin einen irrtümlich entstandenen Wasserfleck auf ihrer Zeichnung kurzerhand in eine Regenwolke um.

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