Jung und sozial: Nina Schläfli im Interview

Die aufstrebende Parteipräsidentin der SP Thurgau ist sehr mit ihrer Heimat Kreuzlingen verbunden. Von ihrer Mutter erbte sie die soziale Ader. Sie ist ein grosser Fan von Kultautor Wolf Haas und hegt eine Abneigung gegen Rassismus.

Interview: Tizian Fürer
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Nina Schläfli, die Präsidentin der SP Thurgau, auf der Wollschweininsel im Seeburgpark Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Nina Schläfli, die Präsidentin der SP Thurgau, auf der Wollschweininsel im Seeburgpark Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Was hat Sie die letzte Woche besonders beschäftigt?

Die letzte Woche drehte sich bei mir vor allem um Politik. Ein wichtiger Punkt war die Öffentlichkeitsprinzipdiskussion im Grossen Rat.

Warum wohnen Sie in Kreuzlingen?

Das erste Mal habe ich mir den Wohnort nicht selbst ausgesucht. Beim zweiten Mal habe ich aber bewusst Kreuzlingen gewählt. Mir gefällt die Mischung aus Natur und Kultur. Ausserdem kann man schnell dort sein, wo man sein will. Und natürlich liegt es auch am sozialen Umfeld, welches ich hier geniesse.

Wenn Sie den Thurgau verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Höchstwahrscheinlich in die Westschweiz. Ich denke da an Neuchâtel. Aber auch der Tessin wäre eine Option. Auf jeden Fall sollte es einen See in der Nähe haben.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Das wäre dann wohl der Seeburgpark in Kreuzlingen oder der Seerücken.

Was lieben Sie am Winter?

Für mich ist der Schnee immer ein Höhepunkt. Ich freue mich selbst noch im März darüber. Schlitteln und Spaziergänge im Schnee mag ich sehr.

Zur Person

Nina Schläfli wurde am 1. Januar 1990 in Münsterlingen geboren. Seither lebt sie fast ununterbrochen in Kreuzlingen. Die Matura hat sie in der Kantonsschule in Kreuzlingen absolviert. Danach studierte sie Geschichte und deutsche Literatur an der Universität Konstanz. Momentan arbeitet sie als Historikerin an der Universität Bern. (tif)

Was sollte man im Thurgau unbedingt gemacht haben?

Generell finde ich die Natur im Thurgau überwältigend. Eigentlich spielt es keine grosse Rolle wo genau. Es gibt aber auch mehrere Museen, die definitiv einen Besuch wert sind.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Ich versuche überall wohin ich muss, mit dem Velo oder zu Fuss zu gehen. Das hält fit. Dazu kommt noch Yoga, welches ich regelmässig zu Hause ausübe.

Haben Sie ein Morgenritual?

Ganz einfach: Kaffee trinken und dazu die Zeitung lesen.

Ihre Lieblings Glacesorte?

Definitiv Schoggi.

Bratwust mit oder ohne Senf?

Mit Senf! Auch wenn ich mir schon einige Kommentare deswegen anhören musste. Ketchup habe ich mir schon abgewöhnt.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Freude hatte ich immer, wenn es Ravioli gab. Welche Art spielte mir keine Rolle. Egal ob gross oder klein, selbst gemacht oder aus der Dose. Hauptsache Ravioli.

Nina Schläfli, die Präsidentin der SP Thurgau, beim alten Tor vor der Allee im Seeburgpark Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Nina Schläfli, die Präsidentin der SP Thurgau, beim alten Tor vor der Allee im Seeburgpark Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Was haben Sie als letztes in Konstanz eingekauft?

Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Ich gehe sehr selten über die Grenze für den Einkauf. Aber ich treffe immer wieder meine Konstanzer Freunde auf ein Glas Wein.

Welches Buch hat Sie zuletzt begeistert?

Das war der neuste Roman von Wolf Haas «Junger Mann». Mir gefällt daran sehr, dass die Geschichte nahe an der Realität spielt und so im echten Leben passieren könnte.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Bring. Eine App, mit welcher ich zum Beispiel Einkaufslisten erstellen kann. Das Tolle daran ist, dass man Kontakte hinzufügen kann. Somit wird nichts doppelt eingekauft.

Mit welchem Vornamen würde Sie gerne ein neues Leben starten?

Ich bin zufrieden mit Nina. Der Name ist gängig, kommt aber trotzdem nicht zu häufig vor.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?

Das war das palästinensische Drama «Wajib». Der Film hat mich zwar unterhalten, gehört aber jetzt nicht zu meinen Lieblingsfilmen.

Haben Sie ein Lieblingstier?

Ja, den Pandabären.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Handy, Portemonnaie und Schlüssel. Aber auch die Agenda und das Notizheft sollten nicht fehlen.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Mit Freunden treffen und ein bisschen plaudern ist mir sehr wichtig. Aber ich schlafe auch gerne aus, wenn ich mal die Möglichkeit dazu habe.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Heikel wird es bei rassistischen und sexistischen Inhalten.

Wonach schmeckt für Sie Glück?

Ich kann jetzt schlecht nochmals Schoggi sagen. Bevor es schneit oder regnet gibt es immer eine gewisse Spannung in der Luft, die ich sehr mag. Aber auch der Duft von frisch gebackenem Zopf aus dem Ofen gefällt mir sehr.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

Immer mehrere Bücher. Ein Buch für die Unterhaltung, ein Sachbuch und ein Reiseführer von einem Land, dass ich in naher Zukunft bereisen will.

Wen haben Sie als Vorbild?

Ich war ein grosser Fan von der Schweizer Juristin und Diplomatin Carla Del Ponte. Politisch wäre es jemand wie Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss. Aber auch Frauen aus meinem Umfeld, die gar nicht wissen, dass sie ein Vorbild für mich sind.

Was schätzen Sie an Ihrem Partner?

Sein Lachen, seine Ehrlichkeit und dass er immer hinter mir steht.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag das Leben tauschen?

Mit der amerikanischen Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez. Die Demokratin aus New York hat ähnliche Ansichten wie ich und gilt als einfussreiche Politikerin in ihrer Partei.

Wie wäre der Filmtitel Ihres Lebens?

«Finding Nina», weil ich die ganz Zeit unterwegs bin und sehr oft im Zug reise.

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Emma Watson. Eine britische Schauspielerin, welche ich vor allem wegen ihres politischen Engagements sehr schätze.

Was mögen Sie an sich?

Meine meist gute Laune. Ich bin recht gelassen und nicht schnell auf 180.

Was sagt Ihre Mutter über Sie?

Dass sie mich mehr in der Zeitung als bei sich zu Hause sieht. Und das ich ein Tollpatsch bin.

Haben Sie ein geheimes Hobby?

Ich lese gerne Rezepte, die ich noch nicht kenne. Meistens entscheide ich mich dann aber doch dazu, etwas Altbekanntes zu kochen.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Einen Grabstein will ich nicht. Viel lieber hätte ich ein Gemeinschaftsgrab. Auf der Tafel davor sollten nur die Namen und die Daten der Verstorbenen stehen.