Der parteilose Roger Jung übernimmt das Zepter in der Gemeinde Gachnang

Der Gemeinderat für die neue Legislatur ist wieder vollzählig. Darin sind gleich zwei Karins und der Familienname Widmer ist zweimal vertreten. Zudem steht der Nachfolger für den abtretenden Gemeindepräsidenten Matthias Müller fest.

Christine Luley
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Die neuen Gemeinderäte Daniel Widmer und Karin Hollenstein sowie der neue Gemeindepräsident Roger Jung.  (Bild: Christine Luley)

Die neuen Gemeinderäte Daniel Widmer und Karin Hollenstein sowie der neue Gemeindepräsident Roger Jung.  (Bild: Christine Luley)

«Alles da, alles nah!», verspricht die Gemeinde Gachnang auf ihrer Webseite. Das ist so, Gachnang hat vor allem etwas, worum sie andere Kommunen beneiden: Kandidaten für die Gemeinderatswahlen. Zum Präsidenten, als Nachfolger von Matthias Müller, haben 621 Stimmberechtigte Roger Jung (parteilos) gewählt. Neu im Gemeinderat vertreten sind Karin Hollenstein und Daniel Widmer.

Die Spannung im Foyer des Gemeindehauses in Gachnang ist gross. «Wer hat wohl das Rennen gemacht?» Gegen 14 Uhr trudeln die Gemeinderäte und die Kandidaten der Gemeinderatswahlen mit ihren Familien ein. Bisher sind keine Infos nach draussen gedrungen. Gemeindepräsident Matthias Müller informiert stoisch über die Resultate der Abstimmungsvorlagen der Eidgenössischen Volksabstimmung und was in den übrigen Kantonen los war. Dann kommt er auf den Punkt. Für die Exekutive haben drei Neue und vier Bisherige um die sechs Sitze kandidiert. «Alles klar, das absolute Mehr betrug 438 Stimmen». Müller zählte die Gewählten auf. Die vier bisherigen Räte Denis Bach, Matthias Keller, Karl Ringenbach und Karin Widmer-Stauber wurden mit guten Resultaten wiedergewählt.

Vollgas voraus

Neu im Rat nehmen Karin Hollenstein, die 52-jährige Sozialversicherungsfachfrau mit 588 Stimmen, und der 35-jährige Immobilienfachmann Daniel Widmer mit 793 Stimmen Einsitz. Nicht geschafft hat es Marco Rüegg, der bereits vor vier Jahren in einer Kampfwahl unterlag. «Gachnang hat eine abstimmungsfaule Bevölkerung, sie will alles auf einmal machen», befindet Matthias Müller und verrät: «Bei einem absoluten Mehr von 554 ist Roger Jung mit 621 Stimmen zum Gemeindepräsidenten gewählt worden.» Auf Dieter Brunschweiler sind 302 Stimmen entfallen, 172 auf Martin Schwager und 12 auf vereinzelte.

Applaus. Händeschütteln. Dem neuen Gemeindepräsidenten wird ein Blumenstrauss überreicht und eine Flasche «Vollgaz». «Das ist ein schöner Moment», wendet sich der frisch Gewählte strahlend an die Anwesenden.

«Ich hätte nie erwartet, im ersten Wahlgang gewählt zu werden.»

Der 44-Jährige ist Gemeindeschreiber in Rickenbach und freut sich, Gachnang zusammen mit dem Gemeinderat, dem Personal und weiteren Schlüsselpersonen im Sinne der Bevölkerung und im Rahmen der Demokratie zu führen. Jung dankt allen, die zu dem guten Resultat beigetragen haben. Dem überparteilichen Komitee, der CVP Gachnang, dem Männerchor Gachnang, Freunden und Bekannten und vor allem seiner Familie. In seinen Dank schliesst er auch den Gemeinderat, die Findungskommission und das Wahlbüro ein.

Das Allgemeinwohl im Zentrum

Jung ist sich bewusst, dass Wahlen ein demokratischer Entscheid sind. «Es gibt Leute, die sich freuen und andere, die lieber einen anderen Kandidaten sähen.» Er ist überzeugt, «wir werden alle für unsere Gemeinde arbeiten und den Wahlkampf abhaken.» Dabei setzt er auf die Pflege einer offenen und sachlichen Kommunikation. «Ich gehe erfüllt die Aufgabe als Gemeindepräsident von Gachnang, dem Tor zum Thurgau, an.» Dabei beruft Jung sich auf das Lied, das David Lang für die 20 Jahre Feier der politischen Gemeinde Gachnang geschrieben hat.

Wer macht in Gachnang das Rennen?

An einer Podiumsveranstaltung präsentierten sich die drei Kandidaten für das Gemeindepräsidium in Gachnang der Bevölkerung. Zur Auswahl stehen Martin Schwager, Dieter Brunschweiler und Roger Jung.
Rahel Haag