Glosse
Jingle Bells zum Zmorge

Mosttröpfli zur langsam erwachenden Weihnachtsstimmung, die durch einschlägige Musik in einer Thurgauer Bäckerei geweckt wurde.

Larissa Flammer
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Larissa Flammer, Redaktorin Thurgauer Zeitung. (Bild: Reto Martin)

Larissa Flammer, Redaktorin Thurgauer Zeitung. (Bild: Reto Martin)

Das Weihnachtsfieber hat den Thurgau gepackt. Warmes Licht säumt schon seit mehreren Wochen die Dorfstrassen und Stadtzentren. Vermutlich kaum eine Gemeinde verzichtet auf eine eigene Beleuchtung. Und wenn doch, springt die Bevölkerung mit blinkendem Balkon- und Gartenschmuck ein. Mittlerweile stehen sicher auch schon die ersten Tannenbäume in den Stuben. Werden sie regelmässig gewässert, haben sie auch am zweiten Weihnachtstag noch einen Grossteil ihrer Nadeln.

Wer sich bisher vor der vorweihnächtlichen Konsumstimmung drücken konnte, indem er Glühweinstände, Einkaufszentren und Fernsehwerbung mied, der kann ihr nun kaum noch entfliehen. Sogar beim Bäcker lief diese Woche Weihnachtsmusik! Mittlerweile ertappe ich mich dabei, wie ich während des Zugfahrens in meinem Kopf Jingle Bells summe. Ein hartnäckiger Ohrwurm.

Und seit dem Wochenende ist es wohl gesellschaftlich akzeptiert, sich gegenseitig schöne Weihnachten zu wünschen. Der verblüffte Blick in den Kalender nach dem ersten entsprechenden Wunsch bestätigt: Tatsächlich ist es schon bald so weit. Nur noch fünfmal schlafen bis Heiligabend, wie wir als Kinder gesagt hätten. Da kommt auch im Erwachsenenalter eine leicht kribbelige Vorfreude auf. Wenn auch weniger wegen der Geschenke, sondern wegen des feinen Essens in guter Gesellschaft – vielleicht sogar mit Glühwein und Jingle Bells.