Idee reifte über ein halbes Jahrhundert: Jetzt rollt der Verkehr auf der Sirnacher Umfahrung

Am Montagmorgen gab das Tiefbauamt die Sirnacher Umfahrungsstrasse Spange Hofen für den Verkehr frei.

Olaf Kühne
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Mit Helm und Warnweste: Gemeindepräsident Kurt Baumann überreicht der ersten Autofahrerin, welche die Umfahrungsstrasse Richtung Eschlikon befährt, einen Blumenstrauss.

Mit Helm und Warnweste: Gemeindepräsident Kurt Baumann überreicht der ersten Autofahrerin, welche die Umfahrungsstrasse Richtung Eschlikon befährt, einen Blumenstrauss.

(Bild: Olaf Kühne)

Historisch. Dieses oft überstrapazierte Attribut darf die Gemeinde Sirnach für den gestrigen Montagmorgen durchaus beanspruchen. Fuhren doch um Punkt 8 Uhr morgens die ersten Autos über die neue Umfahrungsstrasse Spange Hofen.

Dies ist nicht zuletzt historisch, weil die Idee einer Umfahrung Sirnachs über ein halbes Jahrhundert alt ist. Im Zuge des damaligen Autobahnbaus zeichnete sich Mehrverkehr für die Region ab, und der Kanton erwarb 1963 das Land für eine allfällige Umfahrungsstrasse.

Im Oktober 2018 starteten die Aushubarbeiten für die Sirnacher Umfahrungsstrasse Spange Hofen.

Im Oktober 2018 starteten die Aushubarbeiten für die Sirnacher Umfahrungsstrasse Spange Hofen.

(Archivbild: Olaf Kühne)

Indes sollte das Projekt danach für Jahrzehnte in der Schublade verschwinden. 2015 schliesslich kam es dann aber an die Urne. 62 Prozent der Sirnacher hiessen die Vorlage gut und genehmigten damit nebst der Spange Hofen auch die Sanierungen der Oberhofen- sowie der Winterthurerstrasse. Die Anwohner Letzterer – im Sirnacher Ortsteil Hofen – waren bis anhin die Hauptleidtragenden des Durchgangsverkehrs mit täglich rund 10'000 Autos und 1000 Lastwagen. Von diesem Verkehr sind die «Hofener» seit Montag entlastet. Auf die Sanierung und den verkehrsberuhigten Umbau «ihrer» Winterthurerstrasse müssen sie aber noch ein Weilchen warten. Laut Gemeindepräsident Kurt Baumann wird dieses Projekt im Mai öffentlich aufgelegt.

Dem Gemeindepräsidenten oblag es gestern auch, der ersten Autofahrerin, welche die Strasse Richtung Eschlikon befuhr, einen Blumenstrauss zu überreichen. Der Allererste war hingegen ein Lieferwagenlenker, der von Eschlikon her kam – und von Gemeindeschreiberin Trix Kesselring ebenfalls floral beschenkt wurde.

Dank dem schönen und trockenen Frühlingswetter konnte die Strasse übrigens zwei Wochen früher als geplant fertiggestellt werden. Nun fehlt einzig noch der Ballfangzaun für den Fussballplatz Kett. Er soll im Juni folgen.

Wegen Corona: Abstimmung über Kreisel auf Dezember verschoben

Ging der Kredit für die Umfahrungsstrasse Spange Hofen und die Umgestaltung der Winterthurerstrasse 2015 mit 62 Prozent Ja-Stimmen noch problemlos über die Bühne, war das Stimmenverhältnis 2019 bei der Abstimmung über einen Zusatzkredit von 1,17 Millionen Franken genau umgekehrt: 62 Prozent der Sirnacher erteilten damit – nebst anderen Teilprojekten – einem definitiven und grösseren Kreisel am Knoten Winterthurerstrasse/Q20 eine Abfuhr.

Just dieser Kreisel stiess indes bei der FDP Sirnach auf Gegenliebe, sodass Ortsparteipräsident Roger Piberauer an der vergangenen Gemeindeversammlung – erfolgreich – den Antrag stellte, einzig diesen Kreisel an der kommenden Gemeindeversammlung erneut dem Souverän zu unterbreiten. Am 10. Juni wäre über diese Vorlage befunden worden. Wegen Corona hat nun aber der Gemeinderat gleich sämtliche Traktanden dieser Versammlung auf die Budgetgemeinde vom 10. Dezember verschoben. (kuo)

Spange Hofen: «Wir vergolden nichts»

SIRNACH. Heute informiert die Gemeinde Sirnach während des ganzen Tages über die geplante Umfahrungsstrasse «Spange Hofen». Die Abstimmungsvorlage vom 18. Oktober gab indes bereits am Donnerstagabend an einer Infoveranstaltung während fast drei Stunden zu reden. Zahlreiche Detailfragen wurden gestellt.
Olaf Kühne