Jetzt ist es offiziell: Frauenfelds Katholiken wählen Marcel Berger zum neuen Präsidenten der Kirchenvorsteherschaft

Der neue Präsident leitete nach dem Rücktritt von Thomas Harder bereits seit Mitte Juni intermistisch die Behörde. Dafür gibt es aber finanziell zu beissen. Die katholische Kirchgemeinde budgetiert für kommendes Jahr ein Minus von 411'000 Franken.

Mathias Frei
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Marcel Berger, neuer Präsident von katholisch FrauenfeldPlus.

Marcel Berger, neuer Präsident von katholisch FrauenfeldPlus.

Bild: Mathias Frei

Interimistisch hatte er das Amt schon seit dem 15. Juni inne. Nun erhielt er von den Kirchbürgern die offizielle Bestätigung. Bei der Ersatzwahl für das Präsidium der Vorsteherschaft von katholisch FrauenfeldPlus kam Marcel Berger am Donnerstagabend auf sehr gute 56 Stimmen. Eine Gegenkandidatur gab es nicht. 64 Stimmbürger waren für die Budgetversammlung in die katholische Stadtkirche St.Nikolaus gekommen. Berger, Rechtsanwalt und seit 2007 beim Bundesamt für Strassen Astra in Winterthur tätig, gehört der Vorsteherschaft seit Anfang 2019 an.

Behörde will sich reorganisieren

Thomas Harder, Kirchenpräsident bis 11.Juni 2020.

Thomas Harder, Kirchenpräsident bis 11.Juni 2020.

Bild: PD

Nach dem überraschenden Rücktritt von Präsident Thomas Harder hatte der verheiratete Vater zweier Kinder innert nicht einmal Wochenfrist zugesagt, die Leitung der Vorsteherschaft ad interim zu übernehmen. Berger (Jahrgang 1968) führte souverän durch grosse Teile der Versammlung. Berger sagt:

«Mein Ziel ist es, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Pfarrei St.Anna ihre Aufgaben optimal erfüllen und den Kirchbürgern ein optimales Angebot zur Verfügung stellen kann.»
Markus Beerli wurde für seine 25-jährige Behördentätigkeit geehrt.

Markus Beerli wurde für seine 25-jährige Behördentätigkeit geehrt.

Bild: Mathias Frei

Ob die Vakanz, die nun durch die Wahl Bergers entsteht, ein Thema in der Behörde sein wird, entscheidet sich laut Vizepräsidentin Irma Mosimann in einer der nächsten Sitzungen. Denn der neue Präsident kündigte eine Reorganisation der Vorsteherschaft an. So sollen Behördenmitglieder operativ entlastet werden, indem eben solche Aufgaben in die Verwaltung verschoben werden. Dies könnte zu einer Verkleinerung der Vorsteherschaft auf sieben Personen führen. Auch zur Liegenschaftenstrategie konnte Berger informieren. So stehe der Werterhalt im Zentrum.

«Investitionen werden getätigt, um bei Liegenschaften im Finanzvermögen die Rendite zu verbessern und um beim Verwaltungsvermögen eine optimierte Dienstleistungserbringung zu ermöglichen.»

So werden 2021 1,8 Millionen Franken in den Umbau des Herdemer Pfarrhauses investiert, um drei Mietwohnungen zu erstellen. Mit 200'000 Franken beteiligt man sich an der Aussensanierung der paritätischen Kirche Uesslingen.

Rechnung 2020 könnte positiv abschliessen

Finanziell rechnet katholisch FrauenfeldPlus für kommendes Jahr bei einem Aufwand von 6,142 Millionen Franken mit einem Defizit von 411'000 Franken. Der Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2020, der Ertrag sinkt gleichzeitig. Kirchenpflegerin Saskia Guler rechnet mit einem Steuerrückgang im Umfang von 120'000 Franken. Dank der weiter steigenden Zuwanderung nach Frauenfeld würden diese Ausfälle aber etwas abgefedert. Dafür könnte die Rechnung 2020 bei einem budgetierten 70'000-Franken-Defizit möglicherweise sogar mit einem kleinen Gewinn abschliessen.