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Investor verlässt die Privatklinik Aadorf

Anfang Jahr hat Investor Michael Haueter mit Stephan Trier die Privatklinik vor der Schliessung gerettet. Nun ist er als Präsident des Verwaltungsrats zurückgetreten. Laut dem Klinikdirektor stellt dies das Unternehmen aber vor keine finanziellen Probleme.
Roman Scherrer
Seit der Übernahme von der ehemaligen Inhaberin DiGallo hat die Privatklinik mehrere Investitionen getätigt. (Bild: Roman Scherrer)

Seit der Übernahme von der ehemaligen Inhaberin DiGallo hat die Privatklinik mehrere Investitionen getätigt. (Bild: Roman Scherrer)

Die Behandlungen und Therapien in der Aadorfer Privatklinik haben bereits vielen Menschen geholfen, die an psychischen Störungen leiden. Noch vor wenigen Monaten brauchte die Klinik aber selber Hilfe. «Inzwischen ist courant normal eingekehrt», sagt Klinikdirektor Stephan Trier. «Wir können uns wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren, nämlich die optimale Patientenversorgung.»

Ende 2017 war daran nicht zu denken: Die damalige Klinik-Inhaberin, die DiGallo-Gruppe, sprach von einer möglichen Schliessung des Unternehmens. Das Aus konnte aber schliesslich verhindert werden. Klinikdirektor Stephan Trier und Michael Haueter als Investor haben die Privatklinik übernommen und damit gerettet.

Private Gründe für den Rücktritt

Haueter, der das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernahm, hat seinen Posten mittlerweile wieder geräumt, wie eine Meldung im Handelsregister zeigt. Aus privaten Gründen, wie Stephan Trier sagt. «Michael Haueter weilt zeitweise im Ausland und wollte sein zeitliches Engagement bei uns reduzieren.» Man stehe mit ihm aber nach wie vor in Kontakt. «Er wird uns auch künftig beratend zur Verfügung stehen», sagt Trier.

Stephan TrierDirektor Privatklinik Aadorf

Stephan Trier
Direktor Privatklinik Aadorf

Nach dem Rücktritt des Investors stellt sich nun die Frage, ob die Aadorfer Klinik bereits vor dem nächsten finanziellen Problem steht. Dies ist laut dem Klinikdirektor aber nicht der Fall:

«Mittlerweile kann sich die Klinik aus dem Betrieb selber finanzieren und ist autonom.»

Michael Haueter habe gerade in der Übernahme-Phase viel dazu beigetragen, dass die Klinik wieder hochgefahren werden konnte, so Stephan Trier. «Dafür gebührt ihm grosser Dank.»

Halbe Million Franken in Informatik investiert

Als die Schliessung der Privatklinik wahrscheinlich schien, schrieb die DiGallo-Gruppe von dringend erforderlichen, aber nicht finanzierbaren Investitionen. Ein Problem, das die Klinik unter der neuen Führung beheben konnte. So hat man seit Januar über eine halbe Million Franken in die Informatik-Infrastruktur investiert. «Das war überfällig», sagt Klinikdirektor Trier. Zudem habe man diverse kleinere Renovationen vorgenommen. «Und bei der Gemeinde haben wir ein Baugesuch für ein neues Verwaltungsgebäude eingereicht.»

Als zweiten Grund für die mögliche Schliessung hat die ehemalige Klinik-Inhaberin DiGallo die «Unsicherheit im Zusammenhang mit der künftigen Ausgestaltung der Spitallisten» angeführt. Vorerst ändere sich im Leistungsauftrag aber gar nichts, da die neue Thurgauer Spitalliste frühestens 2022 zu erwarten ist, erklärt Stephan Trier. «Da wir einen wichtigen Teil zur psychiatrischen Spezialversorgung in der Region beitragen, sind wir zuversichtlich, dass wir auch mit der neuen Spitalliste einen Leistungsauftrag erhalten werden.»

Einige Mitarbeiter gingen von sich aus

Trotz erfolgreicher Übernahme konnte die Aadorfer Klinik die turbulente Zeit nicht ganz spurlos hinter sich lassen. Zwar mussten trotz der drohenden Schliessung keine Entlassungen ausgesprochen werden. Aufgrund der unsicheren Zukunftsaussichten während des Konsultationsverfahrens haben allerdings einige wenige Mitarbeiter von sich aus ihr Arbeitsverhältnis mit der Klinik aufgelöst. Stephan Trier bestätigt:

«Wir beschäftigen heute knapp 100 Mitarbeitende. Ende 2017 waren es 106.»

Auf die Zeit seit der Übernahme schaut der Klinikdirektor zufrieden zurück. Viele Ziele für dieses Jahr habe man bereits erreicht. So habe man etwa die Stelle der kaufmännischen Direktion mit Walter Lins «sehr kompetent» besetzen können. «Und im Bereich Essstörungen haben wir verschiedene Projekte initiiert», sagt Stephan Trier. Aktuell ist die Privatklinik Aadorf damit beschäftigt, ihre Schwerpunkte Binge-Eating-Störung und Adipositas weiterzuentwickeln und ein Angebot für Männer mit Esstörungen aufzubauen.

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