«Jeder Zigistummel, der nicht auf der Strasse landet, ist ein Erfolg»: Frauenfeld testet als zweite Schweizer Stadt unterirdische Aschenbecher

An zwei Standorten testet der städtische Werkhof neuerdings unterirdische Auffangbehälter für Zigarettenstummel – quasi Unterflurcontainer für Raucher.

Samuel Koch
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Der Aschenbecher mit Signalkachel in der Altstadt.

Der Aschenbecher mit Signalkachel in der Altstadt.

Bild: Samuel Koch

Aus den Augen, aus dem Sinn. In Anlehnung an diese Redewendung und gegen stets verbreitetes Littering durch Raucherabfälle geht der Werkhof neuerdings mit unterirdischen, sogenannten Bodenaschenbechern vor. Seit knapp drei Wochen führt der Frauenfelder Werkhof nach der Basler Stadtreinigung ebenso eine Testphase mit versenkbaren Aschenbechern durch – quasi Unterflurcontainer für Raucher.

Beim Meitlibrunnen und am Schlossberg

Einen dieser neuartigen Aschenbecher mit zusätzlicher Signalkachel hat der Werkhof beim Meitlibrunnen in der Altstadt installiert, den anderen beim Polizeiposten am Schlossberg. Der stellvertretende Werkhofleiter Daniel Weishaupt sagt:

«Jeder Zigistummel, der nicht auf der Strasse landet, ist ein Erfolg.»
Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofleiter Frauenfeld.

Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofleiter Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Herumliegende und nicht sachgerecht entsorgte Zigarettenstummel seien kein neues Phänomen, meint er. «Beim 20gi-Platz haben unsere Mitarbeiter zuletzt trotz Aschenbecher und zusätzlichen Kübeli viele Zigistummel aufgesammelt», sagt er. Deshalb sei das Angebot der Basler Firma Droppit eine gute Ergänzung zu bisherigen Versuchen, illegales Littering durch Zigi­stummel einzudämmen.

Platz für 1000 Stummel, Regenwasser läuft ab

Mit den neuen Bodenaschenbechern können Raucher also ihre Zigistummel weiterhin elegant zu Boden spicken, müssen dafür jedoch die 30 auf 30 Zentimeter grossen, unterirdischen Stahlbehälter treffen. Im Bodenaschenbecher mit Wasserablauf haben gemäss Hersteller zirka 1000 Zigaretten Platz, ehe er wieder geleert werden muss. Mit Signalkachel und Schlüssel zum Entleeren kostet die Ausrüstung für einen Standort knapp 340 Franken.

Begeistert vom neuen Anreiz gegen Littering zeigt sich auch Markus Wenger, Bereichsleiter Unterhaltung und Anlagen beim Werkhof, der sich proaktiv darüber informierte und für den Einsatz in Frauenfeld stark machte. Die Wirksamkeit der neuen Aschenbecher sei schwierig abzuschätzen, meint Wenger. Ob sie deshalb dereinst flächendeckend installiert werden, ist unklar. Wenger sagt: «Für ein Fazit ist es jetzt noch zu früh.»