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Jeder trägt eine Wundertüte mit sich: Selbsthilfe Thurgau sucht Geschichten

Selbsthilfe Thurgau und Femmes Tische werben mit einem Selbsthilfe-Mobil für
die Aktion Wundertüte. Dabei werden persönliche Geschichten gesucht, die Mut machen.
Daniela Ebinger
Das Selbsthilfe-Mobil macht Station in Kreuzlingen. (Bild. Daniela Ebinger)

Das Selbsthilfe-Mobil macht Station in Kreuzlingen. (Bild. Daniela Ebinger)

Das Wetter lädt nicht besonders zum Draussen sein ein. Doch stehen einige Passanten am Kreuzlinger Hafenplatz beim Selbsthilfe-Mobil, einem Transporter mit Informationsmaterial über Selbsthilfegruppen. Sie hören Ingeborg Baumgartner zu, die über die Aktion mit dem Motto «Menschen sind wie Wundertüten» informiert. «Jeder trägt eine Wundertüte in sich und viele durften bereits Wunderbares erleben», sagt die Stellenleiterin von «Selbsthilfe Thurgau», der Fachstelle für die Förderung von Selbsthilfegruppen.

In der Gruppe entsteht ein Wir-Gefühl

Baumgartner begrüsst Jacqueline Schwegler und Nathanael Zgraggen, beide aus Kreuzlingen, die sich in einer Selbsthilfegruppe kennen gelernt haben. «In Selbsthilfegruppen lernt man vieles, um im Leben weiter zu kommen, und das nicht nur, wenn man psychisch krank ist», sagt Zgraggen.

Beide bestätigen die Aussage von Ingeborg Baumgartner, es gebe in einer Selbsthilfegruppe schnell ein Wir-Gefühl. Schwegler möchte sich an der Aktion beteiligen und ihr Erlebtes auf Papier bringen und so andere Betroffene ermutigen und Hoffnung machen.

85 Thurgauer Selbsthilfegruppen

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass bereits über ihre Problematik zu sprechen, ein Lernprozess ist. «Jetzt darüber zu schreiben, ist für mich eine Art Therapie.»

In der Schweiz gibt es 2600 Gruppen mit verschiedenen Themen. Im Thurgau sind es aktuell 85 und 10 weitere Gruppen sind im Aufbau. Das Selbsthilfemobil ist vom 2. bis 25. Mai in 19 Städten in der ganzen Schweiz unterwegs. Jeder Standort hat ein eigenes Motto mit anderem Fokus. «Wir wollen damit die Vielseitigkeit aufzeigen», sagt Sarah Wyss von der Selbsthilfe Schweiz.

Im Thurgau läuft das Projekt «Menschen sind wie Wundertüten» bis im September. Am Advents-Apéro am 12. November werden die eingereichten Geschichten prämiert.

Passanten sollen ihre Wundergeschichten aufschreiben

Auch Femmes Tische, die der Gesundheitsorganisation Perspektive Thurgau angeschlossen ist, ist in Kreuzlingen dabei und lädt Passanten ein, ihre Wundergeschichten auf Papier zu bringen. «Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe, stärken so Familien und das kommt den Kindern und somit der nächsten Generation zugute», sagt die Stellenleiterin Berna Hasdemir.

Im Selbsthilfemobil ist Dzemie Fetaji aus Steckborn dabei, ihre Geschichte aufzuschreiben. Die Moderatorin bei Femmes Tische will Gleichgesinnten retour geben, was sie als Migrantin aus Mazedonien vor sieben Jahren bei ihrer Ankunft in der Schweiz an Hilfe erhielt. «Man muss zu allen Menschen nett sein, denn jeder trägt seine Geschichte mit sich und die sieht man von blossem Auge nicht.»

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