Pro Person sollen es neun Liter Wasser sein: Was der Kanton Thurgau alles für den Notfall empfiehlt

Der Kanton Thurgau informiert über mögliche Auswirkungen eines Blackouts und sagt, was in den Notvorrat gehört.

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Kein Gabentisch, sonder ein Beispiel eines Notvorrates. Dazu gehören auch neun Liter Wasser pro Person. (Bild: Reto Martin)

Kein Gabentisch, sonder ein Beispiel eines Notvorrates. Dazu gehören auch neun Liter Wasser pro Person. (Bild: Reto Martin)

(seb.) Ein Blackout: Ein längerer Stromausfall und dessen Folgen sind aus Film und Fernsehen bekannt. Dass die Steckdose im Thurgau tagelang streikt, ist nicht auszuschliessen. «Ein Blackout ist auch im Thurgau möglich», sagt Hans Peter Schmid, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee.

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An einer Pressekonferenz weisen Schmid und weitere Fachleute des Kantons auf potenzielle Folgen eines Stromausfalls hin. Denn: Der Thurgau ist auch am westeuropäischen Netz angehängt. Die Schwankungen werden durch die neue Einspeisesituation und den Handel «immer häufiger und grösser». Bedrohlich für die Infrastruktur sind auch Wetterextreme wie Trockenheit, Stürme oder auch Cyberattacken.

Alles hängt am Strom

Fliesst kein Strom, kann das schlimmstenfalls den Alltag lahmlegen. «Es kommt zu einem Dominoeffekt», sagt Schmid. Kein Zug fährt mehr, kein Kühlschrank kühlt, das Telefon funktioniert nicht, der Zahlungsverkehr ist tot, die Wasserversorgung versiegt. Wenn der Strom länger ausbleibt, sind auch kritische Einrichtungen wie Spitäler bedroht.

Ein weiteres mögliches Szenario ist eine Notlage. Von einer solchen spricht man im Thurgau bei einer «lang andauernden, erheblichen und gänzlichen Lahmlegung der öffentlichen Wasserversorgung». Auch wenn erste Gemeinden zum Wassersparen aufgerufen haben, von einer Notlage sei man aktuell noch sehr weit entfernt, sagt Schmid im Interview.

Für die Trinkwasserversorgung im Thurgau sind – auch in Notlagen – die Gemeinden verantwortlich. Seit über 20 Jahren müssen diese eine Massnahmenplanung für Notlagen erarbeiten und vom Kanton genehmigen lassen. Wie auf einer Karte zu sehen ist, haben rund 15 – vor allem kleinere – der 80 Gemeinden diese Hausaufgabe noch nicht erledigt. Dominique Zimmer von der Abteilung Gewässerqualität und -nutzung sagt, man habe den Gemeinden in dieser Sache «keinen allzu grossen Druck» gemacht.

Notvorrat gehört in jeden Haushalt

Auch wenn die Behörden im Notfall alle Hebel in Bewegung setzen, die Bevölkerung müsse ebenfalls parat sein. Es werde erwartet, dass sich jeder Haushalt drei Tage selber versorgen kann. «Der Notvorrat der Bevölkerung wird vorausgesetzt», sagt Zimmer.

Neu ist diese Forderung nicht, wie Adrian Stieger von der Abteilung Bevölkerungsschutz erläutert. «Damit hat man bereits 1966 angefangen.» Zentraler Bestandteil sind neun Liter Wasser. Dazu gesellen sich Lebensmittel wie Reis, Teigwaren, Salz, Zucker, Kaffee, Müesli, Konserven. Auch ein batteriebetriebenes Radio wird empfohlen. «Der Notvorrat soll dem persönlichen Gusto entsprechen», sagt Stieger.

Hinweis
Notvorrat: www.bwl.admin.ch