Jahresrückblick 2019 Region Frauenfeld: Der Linksrutsch folgt auf den Rechtsrutsch und einen umstrittenen Landverkauf

Zuerst verliert die Gruppierung Chrampfe & Hirne (CH) den Stadtratssitz an die Freisinnigen. Danach kann Links-Grün dafür im Gemeinderat zulegen. Zudem steht 2019 in Frauenfeld mit dem Twerenbold-Landverkauf ein kontrovers diskutiertes Sachgeschäft im Zentrum, wie TZ-Redaktor Mathias Frei in seinem Frauenfelder Jahresrückblick festhält.

Mathias Frei
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Die Frauenfelder Altstadt mit der evangelischen (links) und der katholischen Stadtkirche.

Die Frauenfelder Altstadt mit der evangelischen (links) und der katholischen Stadtkirche.

(Bild: Olaf Kühne)

Dreimal werden Herr und Frau Frauenfelder im Jahr 2019 in kommunalen Belangen an die Urne gerufen. Sie wählen den Stadtrat, den Gemeinderat und befinden über einen kontrovers diskutierten Landverkauf. Überraschend verlaufen vor allem die Stadtratswahlen.

CH-Kandidat holt am wenigsten Stimmen

Eigentlich hatten alle den zweiten Wahlgang vom 31. März auf dem Zettel. Aber schon nach dem ersten Wahlgang vom 10. Februar sind bereits alle fünf Stadtratsmandate vergeben, obwohl acht Kandidierende zur Wahl stehen. Später wird man von einer Personenwahl sprechen. Klar die Wiederwahl schaffen Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) und Stadträtin Elsbeth Aepli (CVP).

Den SP-Sitz von Christa Thorner kann Barbara Dätwyler verteidigen. Dasselbe bei der SVP: Auf Ruedi Huber folgt Andreas Elliker. Das fünfte Stadtratsmandat, bislang von CH durch Urs Müller gehalten, geht überraschend an den freisinnigen Kandidaten Fabrizio Hugentobler. CH-Kandidat Johannes Eiholzer liegt stimmenmässig noch hinter Roland Wyss (EVP) und Stefan Leuthold (GLP). Bei CH heisst es später, man sei sich der Risikokandidatur des eher unbekannten Eiholzer bewusst gewesen.

Auf ein Selfie in neuer Zusammensetzung: Die neu- oder wiedergewählten Stadträte Fabrizio Hugentobler, Barbara Dätwyler, Elsbeth Aepli und Andreas Elliker mit Stadtpräsident Anders Stokholm in ihrer Mitte.

Auf ein Selfie in neuer Zusammensetzung: Die neu- oder wiedergewählten Stadträte Fabrizio Hugentobler, Barbara Dätwyler, Elsbeth Aepli und Andreas Elliker mit Stadtpräsident Anders Stokholm in ihrer Mitte.

(Bild: Andrea Stalder)

Wenn nach den Stadtratswahlen allerorten von einem Rechtsrutsch die Rede ist, so schlägt das Pendel bei den Gemeinderatswahlen vom 31. März zurück. Zum Ausgang der Frauenfelder Parlamentswahlen wird oft die politische Grosswetterlage zitiert. Der Klimafrühling hinterlässt im Thurgau seine Spuren.

GLP, Grüne und CH legen zu

Links-Grün legt um vier Sitze zu und stellt damit neu 18 der 40 Gemeinderäte. Von einem auf drei Mandate wächst die GLP, die Grünen legen um einen auf zwei Sitze zu. CH gewinnt ebenfalls einen Sitz, kommt neu auf acht. Zu den Verlierern gehören die SVP (9 Sitze, -1), die FDP (6 Sitze, -1) und die EVP (2 Sitze, -1). Halten können SP (4 Sitze), CVP (4 Sitze) und EDU (1 Sitz). Nicht mehr zu Wahl stand die Gruppierung «Menschen für Frauenfeld».

Zeitgleich zu den Stadtratswahlen findet am 10. Februar auch die Abstimmung über den Verkauf einer Parzelle an der Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse statt. Das Reiseunternehmen Twerenbold will dort einen Busterminal mit Wohnüberbauung erstellen. Eine Volksabstimmung wird nötig, weil gegen das Ja des Gemeinderats das Referendum ergriffen wurde. Letztlich sagen 4053 Stimmbürger Ja zum Landverkauf, 3256 sind dagegen.